Gemeinde Ursensollen blickt bei Neujahrsempfang optimistisch in die Zukunft
600 neue Arbeitsplätze in Aussicht

Stolz sind die Ursensollener Bürgermeister Franz Mädler (rechts), Robert Schmid (Zweiter von links) und Josef Schmaußer (links) auf ihr sportliches Aushängeschild Anja Scherl (Zweite von rechts), die bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro beste deutsche Marathonläuferin geworden ist. Sie und ihr Trainer und Ehemann Marco (Mitte) bedankten sich bei der Gemeinde Ursensollen mit einem Olympia-Trikot, das im Bürgermeisterbüro einen Ehrenplatz bekommen soll. Bild: gf
Politik
Ursensollen
12.01.2017
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"Unsere Kommune ist erfolgreich, weil wir im Gemeinderat mutige Beschlüsse verabschieden, damit Probleme anpacken und oft neue Wege gehen", stellte Bürgermeister Franz Mädler beim Neujahrsempfang fest. "Miteinander gestalten wir erfolgreich die Zukunft, wir setzen uns für etwas ein und sind nicht immer nur dagegen."

Mit dem Neujahrsempfang im voll besetzen Kubus wollte die Gemeinde allen danken, die sich um das Wohl der Kommune verdient gemacht haben. Ursensollen sei eine lebens- und liebenswerte sowie lebendige Gemeinde, sagte Mädler. Er unternahm einen rhetorischen Ausflug in die Weltpolitik, sprach von ungeheuren Herausforderungen angesichts von Krieg und Hunger. Aus der Vergangenheit sollten Deutschland und Europa Lehren ziehen und nicht auf Demagogen und Populisten hereinfallen, "die für komplexe Sachverhalte scheinbar einfache Lösungen parat haben, damit aber Zwietracht säen und die Menschenwürde verachten".

Senioren und Internet

Auf die Entwicklung in Ursensollen sei er stolz, sagte der Bürgermeister. Beispielsweise sei das neue Baugebiet Rängberg mit 57 Parzellen und etwa 100 Wohnungen binnen weniger Stunden vergeben gewesen. Die vom Sozialdienst katholischer Frauen vorbildlich betreute Großtagespflege werde zu klein, ebenso die Kinderkrippe Regenbogen, geleitet vom BRK. In Schwung komme das Seniorenprojekt mit 15 altersgerechten Wohnungen. Schnelles Internet habe oberste Priorität, betonte Mädler. Als besondere Herausforderung nannte er die Einführung der gesplitteten Abwassergebühren, damit Gerechtigkeit und Rechtssicherheit bei der Nutzung von Kanal und Kläranlage herrschten.

Ein willkommenes Weihnachtsgeschenk sah das Gemeindeoberhaupt im Planungsrecht für die Umgehungsstraße B 299 an Ursensollen vorbei. Damit werde die Strecke Amberg-Neumarkt zu einer bedeutenden Wirtschaftsachse und stärke die Entwicklung Ursensollens. Außerdem verzichte der Ort gerne auf täglich 1000 durchfahrende Fahrzeuge: "Das Mehr an Lebensqualität wird deutlich zu spüren sein." Im vergangenen Jahr hätten sich im Gewerbepark neue Firmen mit etwa 150 Arbeits- und Ausbildungsplätzen angesiedelt. Besonders hob Mädler die Grammer AG hervor, die mit der Firmenzentrale nach Ursensollen umziehe. Bis 2019 rechnet er mit weiteren Gewerbeansiedlungen und mehr als 600 neuen Arbeitsplätzen im Gewerbepark A 6. In aller Stille habe das interkommunale Gewerbegebiet mit der Stadt Amberg Fortschritte gemacht, wodurch man sich als gemeinsame Wirtschaftsregion gegenüber Nürnberg positionieren könne.

Hort der Stabilität

Namens der Stadt Amberg stellte Bezirksrat Martin Preuß fest, dass beim Blick auf das, was sich "vor unserer Haustüre" abspiele, vor allem der Wunsch nach Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt angebracht sei. Trotz aller berechtigten Sorgen sollten die Bürger bedenken, dass Deutschland ein Hort der Stabilität und des Wohlstands sei, dass es keiner Generation bisher so gut gegangen sei und Bayern dabei unter den Bundesländern eine Spitzenstellung einnehme. Preuß betonte, dass viele der Anwesenden sich ehrenamtlich engagierten und damit zum Erfolg der Gesellschaft beitrügen. Laut dem Bezirksrat habe interkommunale Zusammenarbeit Zukunft, die mit gemeinsamer Bildungsregion, Bündnis für Migration, Integration und Inklusion, Ökomodellregion, Naturpark Hirschwald, Zweckverband Berufsschule und gegenseitiger Hilfestellung bei der Erstaufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen erfolgreich verwirklich worden sei.

Bundestagsabgeordneter Alois Karl meinte, dass "die Wege zwischen Ursensollen und Neumarkt kürzer werden". Stellvertretender Landrat Martin Weiß bedauerte, dass wieder über innereuropäische Grenzen nachgedacht werde und damit Menschen vom Fortschritt ausgegrenzt würden. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von der Big-Band der Musikkapelle Ursensollen unter Leitung von Stefan Neger und einigen Beiträgen von Cora Megele.

"Für mich ist es der Höhepunkt des Neujahrsempfangs", meinte Bürgermeister Franz Mädler, als er zur Olympiateilnahme von Anja Scherl kam.

Schon einmal habe er geahnt, dass es die 30-jährige Marathonläuferin, die als Hobbysportlerin auch noch einen ganz normalen Berufsalltag zu bewältigen hat, es zu etwas bringen werde. Und prompt habe sie die Qualifikation für Rio de Janeiro geschafft, ja die vom Deutschen Leichtathletik-Verband vorgegebene Sollzeit von 2:30.30 Stunden sogar deutlich unterboten. Bei den Olympischen Spielen sei Anja Scherl mit 2 Stunden und 37 Minuten beste deutsche Marathonläuferin geworden und habe unter den 157 Teilnehmerinnen Platz 44 belegt. Maßgeblichen Anteil am Erfolg von Anja Scherl habe ihr Trainer und Ehemann Marco.

Als Glücksfall werte er, dass die junge Familie Ursensollen als künftigen Lebensmittelpunkt ausgewählt habe, sagte Mädler. Und eine weitere Ahnung verspürte der Bürgermeister im Hinterkopf, nämlich "dass Anja Scherl bei den nächsten Olympischen Sommerspielen auf dem Treppchen steht". "Dann geh' ich zu Fuß nach Altötting", versprach Franz Mädler.

Das Mehr an Lebensqualität wird deutlich zu spüren sein.Bürgermeister Franz Mädler zum Bau der Ortsumgehung
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