Landräte tagen: neue Bevölkerungsprognose bis 2035
Teile der Oberpfalz schrumpfen langsamer

"Der beste Denkmalschutz ist die nachhaltige Nutzung der Gebäude." Zitat: Landrat Richard Reisinger, Kreis Amberg-Sulzbach, Sprecher der Oberpfälzer Landräte
Politik
Ursensollen
13.01.2017
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Ursensollen/Erlheim. Für die Leerstände in vielen Gemeinden machen die Bürgermeister eine häufig kompromisslose Haltung des Denkmalschutzes verantwortlich. Bayerns oberster Denkmalschützer, Generalkonservator Professor Dipl.-Ing. Mathias Pfeil, ließ am Donnerstag bei den Oberpfälzer Landräten pragmatische Gesprächsbereitschaft durchklingen. "Es macht Hoffnung, dass der Denkmalschutz keine sture Haltung an den Tag legt", meinte Dr. Johann Keller, Geschäftsführer des Bayerischen Landtags.

"Der beste Denkmalschutz ist die nachhaltige Nutzung der Gebäude", betonte Landrat Richard Reisinger (Amberg-Sulzbach). Der Sprecher der Oberpfälzer Landräte machte bei der Tagung in Erlheim (Ursensollen) deutlich, "dass wir viel miteinander reden müssen". Als Untere Denkmalbehörden sind die Landratsämter auch zuständig für Baudenkmäler; davon gibt es im Freistaat 110 000, wobei 70 Prozent auf privat genutzte Wohngebäude entfallen. Die öffentliche Förderung in Höhe von 40 Millionen Euro scheint nur auf den ersten Blick üppig ; die vielen Tausend Einzelmaßnahmen relativieren diese Summe deutlich.

Gegenüber der Bevölkerungsprognose von 2014 bis 2034 fällt die neue Erhebung für die Jahre 2015 bis 2035 zuversichtlicher aus. Danach legt die Oberpfalz um 1,6 Prozent (alte Studie 1,0 Prozent) zu. Die Bevölkerungszunahme verteilt sich allerdings sehr unterschiedlich auf den Regierungsbezirk. So wächst der Raum Regensburg mit Stadt und Landkreis um starke 9,3 und 9,4 Prozent. Außerdem können die Landkreise Neumarkt (+4,5 Prozent) und Schwandorf (+1,7 Prozent) zulegen.

Dünne Personaldecke

Der Schwund im Landkreis Tirschenreuth verringert sich gegenüber der alten Prognose von 11,2 auf 10,2 Prozent, in Neustadt/WN sogar von 7,3 auf 5,9 Prozent, in Weiden von 4,3 auf 3,7 Prozent und in Amberg-Sulzbach immerhin von 5,4 auf 4,8 Prozent. Lediglich in Amberg soll sich der Rückgang der Einwohnerzahl von 3,4 auf 4,3 Prozent beschleunigen. Johann Keller beklagte für den Landkreistag die zu dünne Personaldecke an den Landratsämtern. So seien bis Ende 2015 rund 202 Millionen Euro und im ersten Halbjahr 2016 fast 100 Millionen Euro zusätzliche Personalausgaben für Flüchtlinge angefallen. Der Freistaat erstattet nur die Sachkosten. Auch wenn sich Keller "dankbar" zeigt, "dass sich das Rekordjahr 2015 nicht mehr wiederholt", so sprach er dennoch von den "höchsten Zugangszahlen seit Jahrzehnten".

Monatlich kommen derzeit 200 bis 250 Flüchtlinge in die Oberpfalz. Geschäftsführer Keller erläuterte, dass es sich bei weniger als einem Prozent um schutzbedürftige Menschen nach dem im Grundgesetz verankerten Asylrecht handle.

Keller: "Bei den Flüchtlingen gibt es in erheblichem Umfang auch Schwierigkeiten beim Nachweis der Identität." Gerade im Hinblick auf potenzielle Gefährder kündigt Landrat Reisinger an, "sicherheitsrelevante Informationen" aus den Unterkünften weiterzugeben.

Der beste Denkmalschutz ist die nachhaltige Nutzung der Gebäude.Landrat Richard Reisinger, Kreis Amberg-Sulzbach, Sprecher der Oberpfälzer Landräte
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