Ursensollen plant genossenschaftliches Senioren-Wohnen
Alt werden daheim im Dorf

Mitten im Dorf, auf diesem freien Grundstück, soll die genossenschaftlich organisierte Wohnanlage für ältere Menschen entstehen. 15 Einheiten bietet die Gemeinde Ursensollen ihren Bürgern und allen anderen Interessenten an. Bild: Steinbacher
Politik
Ursensollen
29.06.2017
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Drei große Projekte hat Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler noch vor der Brust, bevor im Jahr 2020 seine Amtszeit endet. Die Ansiedlung von Grammer steht dabei an erster Stelle. Es folgen der Neubau des Planetariums und ein genossenschaftliches Seniorenwohnprojekt im Herzen des Dorfs.

"Gemeinsam statt einsam - dahaom", steht auf dem Hochglanzprojekt, mit dem die Gemeinde für die Seniorenresidenz "Dahoam" wirbt. Wichtig ist Bürgermeister Franz Mädler, dass das kein Senioren- oder Pflegeheim wird. "Dahoam" soll eine genossenschaftlich organisierte Wohnform aus 15 Einheiten werden, in die Menschen einziehen können, die das 50. Lebensjahr vollendet haben.

"Wir wollen damit erreichen, dass die älteren Leute möglichst lange im Dorf leben können und nicht in ein Seniorenheim woanders gehen müssen", erläutert Mädler den Hintergedanken. Doch noch ein Objekt für Investoren, die nur auf Rendite aus sind, wollte die Gemeinde nicht haben. Sie geht einen eigenen Weg, der bisher in unserer Region nicht so alltäglich ist.

"Der Platz wäre da"

Da ist schon einmal der Standort. Mitten in der Gemeinde, direkt am Dorfplatz, soll das Objekt gebaut werden. "Wir haben da vor kurzem ein altes Gebäude weggerissen, der Platz dafür wäre also da", sagt Mädler. Aber auch die Eigentumsform ist eine ungewöhnliche. Als der Bürgermeister nämlich vor kurzem in Würzburg einen Vortrag über genossenschaftliches Bauen hörte, war er sofort Feuer und Flamme.

Mit der Regensburger NaBau eG (Genossenschaft für nachhaltiges Bauen) war schnell ein geeigneter Partner gefunden. Prinzip dahinter ist, dass die NaBau die Wohnungen nicht an die Interessenten verkauft - damit können diese nicht als Spekulationsobjekt verwendet werden. Stattdessen müssen die Bewerber erst einmal Genossenschaftsmitglieder werden, um eine Wohnung zu bekommen und diese dann auch selbst beziehen. Laut Bürgermeister Mädler sind insgesamt 15 Wohneinheiten zwischen 56 und 73 Quadratmeter geplant. Das zweigeschossige Gebäude auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück wird via Aufzug und Laubengänge erschlossen. Alle Wohnungen sind mit Balkon oder Terrasse.

Bei Interesse geht's los

Zusätzlich möchte Franz Mädler im Erdgeschoss ein kleines Café integrieren, das die Bewohner selbst betreiben könnten. Auch die Ursensollener Nachbarschaftshilfe sowie das Seniorennetzwerk werden integriert. Für alle Fälle errichtet das BRK im Haus eine Sozialstation. "Das ist aber nicht verpflichtend", sagt Mädler, "es können auch andere Dienstleiter genommen werden, wenn man sich nicht mehr alleine helfen kann."

Sobald sich zehn Interessenten gefunden haben, wird die Anlage ausgeschrieben. Möglichst schon kommendes Jahr soll begonnen werden, damit könnten schon Mitte 2019 die ersten Bewohner einziehen. Interessenten können sich mit der Gemeinde Ursensollen oder der NaBau in Regensburg (www.naubau-eg.de) in Verbindung setzen.

Wir wollen damit erreichen, dass die älteren Leute möglichst lange im Dorf leben können und nicht in ein Seniorenheim woanders gehen müssen.Bürgermeister Franz Mädler
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