13.01.2017 - 17:26 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Gute Noten für Flüchtlingskinder in der Oberpfalz: "Erfolgsmodell" für die Integration

Die Zahlen für die Oberpfalz stimmen zuversichtlich: Die duale Ausbildung von Flüchtlings-Kindern und -Jugendlichen wird immer mehr die Regel. Und sie ergreifen anschließend durchaus anspruchsvolle Berufe.

Landrat Richard Reisinger (Vierter von rechts) überreichte als Sprecher der Oberpfälzer Landräte ein nützliches Geschenk (Babykleidung, Spielsachen) an Tanja Schweiger, die Ende vergangenen Jahres zum zweiten Mal Mutter wurde. Bild: hfz
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Bei der Landräte-Tagung sprach deshalb Richard Reisinger von einem "Erfolgsmodell": "Jeder hat seinen Platz in unserem Schulsystem." Der Sprecher der Oberpfälzer Landräte war ebenso wie seine Kollegen beeindruckt vom Vortrag des Leitenden Schuldirektors Thomas Unger, bei der Regierung zuständig für das Schulwesen in der Oberpfalz. Danach brachen im Vorjahr von 124 Migranten-Kindern nur 16 in den Berufsintegrationsklassen an den Berufsschulen wieder ab. 44 Prozent der Absolventen kamen in Ausbildung beziehungsweise Arbeit. Das Berufliche Schulzentrum Schwandorf zählt unter den Flüchtlingen besonders viele Metallfachkräfte, aber auch Anlagenmechaniker (Sanitär-/Heiztechnik) und Maler/Lackierer oder Friseure.

Bei Noten fast gleichauf

Bei der "besonderen Leistungsfeststellung" (Quali) schnitten die Regel-, Berufsorientierungs- und Übergangsklassen ausschließlich mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nur unwesentlich schwächer ab als die "normalen" Klassen: mit einem Notendurchschnitt von 2,47 zu 2,43. Nur in den Fächern Deutsch (3,11 zu 2,93) und Mathematik (3,42 und 3,09) fallen die Noten-Unterschiede deutlicher aus. So liegen sie in Englisch mit 2,62 zu 2,55 nahezu gleichauf.

Die Zahl der Übergangsklassen an den Grund- und Mittelschulen der Oberpfalz verfünffachte sich seit 2012/13 von 14 auf heute 79; die Schülerzahlen erhöhten sich hier sogar um das Neunfache von 130 auf 1193 im selben Zeitraum. Die Anzahl der Schüler in Deutsch-Förderkursen stieg von 1190 auf 1579. An den Grund- und Mittelschulen unterrichten 163 Lehrer die Kinder mit Migrationshintergrund. Eine enorme Entwicklung nahmen auch die Berufsintegrationsklassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber: von 2 (2011/12) auf 96 (2016/17). Die Berufsintegrationsklassen bereiten auch auf den Übertritt in die Regelklassen der beruflichen Oberschule vor.

281 Flüchtlings-Azubis

In der Oberpfalz gibt es aktuell 281 Auszubildende mit "Sprachförderbedarf", darunter 37 Elektroniker, 16 Azubis im Berufsgrundschuljahr Holztechnik/Schreiner, 17 Industrieelektriker, 27 Kfz-Mechatroniker und 9 Metallbauer. Landrat Reisinger wünscht sich auch Förderangebote für die "Alphabetisierung in höherem Alter" (Erwachsene).

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