16.02.2018 - 20:00 Uhr
Ursensollen

Professor Anton Scharl spricht beim Landfrauentag über Tabuthema Wenn die Blase tröpfelt

"Wir fangen alle als Inkontinente an, und da landen wir auch oft wieder": Was Professor Anton Scharl beim sehr gut besuchten Landfrauentag im Kubus eher scherzhaft über Blasenschwäche anmerkte, hatte dennoch eine glasklare Botschaft: Wer mit Blase und Co. ein Problem hat, findet Hilfe.

Die Landfrauen hatten sich einen Hochkaräter eingeladen. Prof. Dr. Anton Scharl informierte auf sehr humorige Weise über das Thema Blasenschwäche.
von Tatiana SichelstielProfil

Eigentlich ist es ein Tabuthema. Wer gibt schon gern zu, dass er oder sie nicht mehr richtig "dicht" ist. Für viele ist es sogar kein besonderes Problem, das sich gut ohne Arzt in den Griff bekommen lässt. "Und solange es nicht zum sozialen oder hygienischen Problem wird, hat man auch keine Krankheit", betonte Scharl. Der Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum St. Marien Amberg hat jedoch mit genügend Menschen zu tun, deren Leidensdruck zu hoch geworden ist. Er erläuterte verständlich und fast schon auf witzige Art die verschiedenen Arten der Inkontinenz, wie es dazu kommt und was der Betroffene mit seinem Arzt, aber auch in Eigenregie dagegen unternehmen kann.

Gerade ältere Frauen seien betroffen, denn bei ihnen kämen besonders viele Risikofaktoren zusammen, führte der Mediziner aus. Die Muskulatur im Bauchraum, vor allem die Beckenbodenmuskulatur, sei durch Geburten strapaziert. Auch generell lasse die Muskelspannung im Alter nach. Mit Übergewicht und Hormonproblemen als zusätzlichen Belastungen könne es zu Lageveränderungen bei Blase, Harnröhre und Gebärmutter und damit zu Inkontinenz kommen. Auch Therapiemöglichkeiten erläuterte Scharl - von Beckenbodentraining über die medikamentöse Behandlung bis zu Operationen.

Das Beckenbodentraining brachte Physiotherapeutin Susanne Kunz den Landfrauen näher. Sie verwies auf die Notwendigkeit, den Beckenboden öfter zu entlasten, nannte eine aufgerichtete Wirbelsäule im Stehen sowie den Vierfüßlerstand und das Liegen als passende Entspannungsmöglichkeiten.

Zudem machte sie auf das Konzept der Beckenbodenschule aufmerksam, das von der Krankenkasse bezuschusst sei. Sie habe damit als Therapeutin schon gute Erfolge erzielt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.