Benefizkonzert der Werkvolkkapelle Schlicht
In 40 Jahren 76000 Euro erspielt

Heinrich Kohl in seinem Element: Seit 30 Jahren fordert und fördert er als Dirigent sein Orchester und hat es auf ein beachtliches Niveau mit einem sehr breitgefächerten Repertoire gebracht. Bild: ct
Kultur
Vilseck
16.12.2016
40
0
 
Glanzlichter setzen die Turmbläser mit Schlagzeuger (von links): Leiter Andreas Kredler, Regina Meiler, Benedikt Trummer, Andreas Kohl, Harald Lukesch, Christian Hüttner und Patrick Luber. Bild: ct

60 Jahre alt, 40 Mal für einen guten Zweck gespielt und 30 Jahre davon mit Dirigent Heinrich Kohl: Die Werkvolkkapelle Schlicht lieferte heuer ein tolles Jubiläumskonzert ab.

Schlicht. Diese stolzen Zahlen griff auch Bürgermeister Hans-Martin Schertl auf, der dem Orchester und ihrem Leiter hohe Anerkennung zollte - insbesondere auch für die soziale Dimension und den wohltätigen Charakter der Musiker und des Vereins. Dem Dirigenten Heiner Kohl attestierte er "Musik im Blut" und der Vorsitzenden Sabine Kredler zehn Jahre unermüdliche Kreativität in ihrer Arbeit für ihre Schützlinge. Letztere verwies sie in ihrer Begrüßung darauf, dass der Erlös - wie in den 39 Jahren zuvor - erneut der Lebenshilfe in Amberg und auch wieder dem Kindergarten St. Martin in Schlicht zugute kommen werde. Insgesamt habe man durch die Konzerte bereits rund 76 000 Euro eingespielt und für gute Zwecke zur Verfügung gestellt. Durch das durchwegs auf einem hohen musikalischen Niveau stehenden und die Besucher durch große Vielfalt begeisternde Konzert führte gekonnt Hubert Hüttner als wortgewandter Moderator.

Unter der Leitung von Dirigent Heinrich Kohl setzte die Werkvolkkapelle den Auftakt für den Konzertabend mit Fanfarenklang und der feierlichen und würdevollen "Festmusik" von Josef Bönisch. Dann entführte man die Zuhörer mit der Ouvertüre "König Drosselbart" des Komponisten Willy Köster in die Welt des Märchens.

Michael Jackson dabei

Die Turmbläser, eine seit 1988 bestehende weitere Formation der Werkvolkkapelle intonierte unter der Leitung von Andreas Kredler, verstärkt durch Andreas Kohl am Schlagzeug, ein anspruchsvolles Michael-Jackson-Potpourri. Das rund 40-köpfige Ensemble der Werkvolkkapelle ließ seine Zuhörer mit dem Stück "Spirit of Life" des belgischen Komponisten Johan Nijs das Auf und Ab im Leben und die Gefühlsschwankungen in einer abwechslungsreichen Reihe heiterer, melancholischer, nostalgischer und rhythmischer Themen buchstäblich nachfühlen. Auch die Kombination von Ernsthaftigkeit und Humor in dem Werk "Antonin's New World" von Dizzy Stratford, basierend auf Themen von Antonin Dvoraks 9. Symphonie "Aus der Neuen Welt", verstanden die Musiker hervorragend zu vermitteln.

Anschließend nahm das zahlenmäßig ebenbürtige Jugendorchester der Werkvolkkapelle die Plätze auf der Bühne ein, und präsentierte sich, dirigiert von Sabine Kredler, erstaunlich versiert. Nach einer Pause stimmte das Orchester das Publikum mit "Tschaikovky's Greatest Hits" nach einem Arrangement von John Moss auf den zweiten Teil des Abends ein. Dabei bekam es Ausschnitte aus dem Klavier-Konzert Nr. 1, den "Nußknacker-Marsch", das "Liebes-Thema aus Romeo und Julia", "Slawischer Marsch" und die "Ouvertüre 1812" aus dem Werk des wohl bedeutendsten russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts zu hören. Eher heimatliche Klänge produzierte die Schlichter Stub'nmusik, eine seit 17 Jahren bestehende Gruppierung der Werkvolkkapelle unter Leitung von Paula Stubenvoll mit Zither, Hackbrett, Gitarre und Kontrabass. Applaus gab es auch für die Liedbeiträge des Schlichter Kirchenchors unter Leitung von Heinz Krob. War der Chorsatz "Lebensfreude" von Walter Hart, noch sehr fröhlich und schwungvoll, so wurde es anschließend bei "Die Glocken von Isola Bella", bei dem Christine Gradl mit einem Soloteil glänzte, recht melancholisch.

Lied für den Dirigenten

Heinrich Kohl erlebte am Ende noch eine Überraschung. Christian Hüttner übernahm den Taktstock und dirigierte für seine 30-jährige Tätigkeit als Dank die Polka "Böhmische Liebe". Sie wurde mit eigens für Heinrich Kohl gedichtete Strophen präsentiert. Beeindruckt von den anspruchsvollen Beiträgen zeigte sich Lebenshilfe-Geschäftsführerin Katrin Panek. Sie betonte, dass die Spende in Vorschule, Schule und Werkstätten verwendet werden soll.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.