09.01.2018 - 16:16 Uhr
VilseckOberpfalz

Kirchenchorkonzert in St. Ägidius in Vilseck Auch zu Dreikönig noch stimmgewaltig

"Nach dem Dreikönigstag beginnt für die Sänger und Musiker hierzulande endlich die staade Zeit." Launige Worte stellt Dirigent Franz Winklmann an den Beginn des Konzerts, das der Vilsecker Kirchenchor in St. Ägidius veranstaltet.

Der Kirchenchor von St. Ägidius unter Leitung von Franz Winklmann begeistert die Zuhörer. Mit dabei eine Instrumentalgruppe des Max-Reger-Gymnasiums und die Mezzosopranistin Eleanor Nemeth Patton (links). Bilder: rha (2)
von Rosi HasenstabProfil

Die Akteure des Abends wirkten nach der stressigen Weihnachtszeit jedoch keineswegs müde, ganz im Gegenteil. Die Sänger hatten auch nach den Feiertagen noch Energie und Ausdauer, um den vielen Zuhörern in der Pfarrkirche eine Stunde lang Musik der Extraklasse zu präsentieren.

Der Vilsecker Kirchenchor mit seinem agilen Leiter Franz Winklmann stellte gleich zu Beginn mit dem Lied "Look at the world" von John Rutter und "Jesus bleibet meine Freude" von Johann Sebastian Bach sein Können unter Beweis. Der Dirigent verstand es souverän und mit viel Einfühlungsvermögen, den Sängern Sicherheit zu vermitteln und sie zu einem ausdrucksstarken Klangkörper zu vereinen. Eine siebenköpfige Instrumentalgruppe des Max-Reger-Gymnasiums Amberg trug in bestechender Präzision zum positiven Gesamteindruck bei. Das Streicherensemble unter Leitung von Wolfgang Herrneder hatte sich bei einigen vorangegangenen Auftritten in Vilseck bereits einen Namen gemacht, nicht zuletzt durch die Mitwirkung der Geschwister Rosemann aus Sorghof.

Mit einem Klangvolumen erster Güte bereicherte die US-Amerikanerin Eleanor Nemeth Patton das Programm. Die mit vielen Preisen ausgezeichnete Mezzosopranistin brillierte unter anderem mit "Panis angelicus" von Cesar Franck und dem "Laudate dominum" von Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Schlichter Turmbläser versetzten die Zuhörer noch einmal in weihnachtliche Stimmung. Weich und präzise intonierten die fünf jungen Männer um Andreas Kredler, die in der Werkvolkkapelle Schlicht beheimatet sind, den "Feierlichen Marsch" von Leonhard Peischer und das "Pastorale aus Biberach" von Erich Sepp. Dass die Laienmusiker ihre Instrumente perfekt beherrschen, bewiesen sie mit "One Moment in Time".

Mit beachtlicher Routine ließ der jüngste Musiker des Abends, Lukas Schöpf aus Gressenwöhr, als Organist aufhorchen. Während er im ersten Teil "Highland Cathedral" zu Gehör brachte, beendete er seinen Orgelvortrag phänomenal mit dem Präludium in C-Dur von Bach. Die Begeisterung, die der 15-Jährige für sein Orgelspiel aufbringt, war auch bei den Konzertbesuchern deutlich zu spüren. Nach dem Abschluss einer Organistenausbildung in Regensburg darf man sich jetzt schon auf die Fortsetzung seiner Karriere freuen.

Der festliche Höhepunkt gelang schließlich dem Kirchenchor Vilseck mit Michael Seegerer am Piano sowie der Amberger Orchestergruppe mit "Christmas Lullaby" von John Rutter und dem "Transeamus usque Bethlehem" von Josef Schnabel. Das Publikum dankte für diese wunderbare Stunde der Musik mit langanhaltendem Beifall.

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