31.03.2017 - 20:00 Uhr
VilseckOberpfalz

Unblutiger Voodoo-Blues mit Dr. Will & the Wizards auf Burg Dagestein Hühnerköpfe bleiben dran

(dwi) Fedora-Hut mit roten Federn auf dem Haupt, Alligator-Zahn-Kette um den Hals - alles um das Publikum zu beschwören. Der Voodoo-Blues hat mit Dr. Will & the Wizards auf Burg Dagestein hohe und tiefe Klänge ertönen lassen.

Ohne Verstärker: Dr. Will & the Wizards spielten unplugged auf der Kleinkunstbühne der Burg Dagestein. Bild: dwi
von Dagmar WilliamsonProfil

Er greift sich lässig in die Jackentasche und zieht ein schwarzes Fläschchen heraus. Er, das ist Wilhelm Hampel aus München. "Aber mich hat noch nie jemand Wilhelm genannt. Ich bin Will", stellt er klar.

Schwarze Nägel

Der 55-Jährige macht sich bühnenfertig. Dazu gehört auch das Lackieren seiner Fingernägel. Natürlich in Schwarz. Auch seine Wizards greifen zum Lack, um ihrem mystischen Aussehen Ausdruck zu verleihen. Sascha Bibergeil, Jürgen Reiter und Uli Kümpfel schließen den musikalischen Kreis um den Doktor. In dieser Formation gibt es sie seit drei Jahren, in denen sie durch Europa touren. Nun verzauberten sie das Publikum auf der Burg Dagestein in Vilseck. "Voodoo-Blues. Das ist geheimnisvoller, das ist knackiger, das ist wilder als nur Blues", erklärt Will. "Aber ich habe noch nie Hühnchen geopfert", versichert er schnell. Anfangs waren die Zuhörer eher reserviert. Brav saßen sie auf den Stühlen vor der Kleinkunstbühne - vielleicht wussten sie auch nicht so richtig, was Voodoo-Blues denn überhaupt ist.

Mit seiner rauchigen Stimme spricht der Lead-Sänger die Hemmschwelle an und wendet sich an seine Zuhörer: "Hatte ich schon erwähnt, dass unsere Songs zum Tanzen sind?" Es dauerte nicht mehr lange, dann begann das Fingerschnippen und das Fußwippen im Takt. Kleine Kunsteinlagen, wie das "lässig aus der Hüfte kurz mit dem Ellenbogen auf das musikalische Becken schlagen", belohnte das Publikum mit tosendem Beifall.

Dr. Will sieht mystisch aus und möchte auch gefährlich wirken. Und dennoch ist ein Vergleich mit Balu, dem Bären, nicht weit hergeholt. Aber: Hätte seine Show einen Regisseur, wäre Quentin Tarantino die Erstbesetzung. Zwischen Tango-Takten und Banjo-Zupfen - der Blues bleibt dabei immer im Vordergrund. Ein Stil, der sich nach seinem Aufenthalt in New Orleans im Laufe der Zeit entwickelt hat.

Alle grooven mit

Spätestens nach dem vierten Lied haben Dr. Will & the Wizards auch den letzten Bewegungs-Legastheniker in ihren Bann gezogen, und jeder schwingt zum Groove mit. Irgendwie doch Voodoo. Oder Münchener Hexerei. Auf jeden Fall bot die Kleinkunstbühne der Burg Dagestein die perfekte Kulisse für diese Art von Entertainment.

Die akustische Show ist Teil der Veranstaltungsreihe "Zwischen Burg und Schilf" der Stadt Vilseck. Bis Mitte November kann man sich von Kunst im Turm und Kunst im Kulturkasten inspirieren lassen.

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