Rohbau der neuen Kläranlage bei Schlicht ist fertig - Auftragsvolumen 4,6 Millionen Euro
Unermüdlich bis zum Richtbuschen

Lokales
Vilseck
19.04.2013
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Grund zur Freude könne man haben, meinte Bürgermeister zu Beginn des Richtfestes beim Neubau der Vilsecker Kläranlage bei Schlicht. Das Richtfest sei ein schöner Brauch. Es zeige die Halbzeit eines Bauvorhabens an, dass es vorangehe und die Vollendung in absehbarer Zeit bevorstehe.

Bis dahin sei es ein langer Weg gewesen, von den Planungen, den Abstimmungsgesprächen mit den Ingenieurbüros, den Ausschreibungen bis hin zum Beginn. Verzögert habe den Fortschritt der lange Winter. Dennoch wurde durch den unermüdlichen Einsatz der Firmen und Handwerker der Richtbuschen rechtzeitig auf dem Betriebsgebäude angebracht.

Reibungslos gearbeitet

Im Mittelpunkt eines solchen Festes stehen die Handwerker. Hier war dies allen voran Zimmerermeister Herbert Kohl, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Richard Friedrich aus Vilseck den Richtspruch an Vertreter der Firmen, Planer, Stadträte, Angehörige der Genehmigungsbehörden und der Stadtverwaltung verkündete. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die reibungslose Zusammenarbeit und freute sich, dass die Baustelle bisher unfallfrei war. Er wünschte den Bauarbeitern weiterhin viel Glück und dem Bauherrn einen reibungslosen Betrieb der neuen Kläranlage.

Viele Firmen

Bürgermeister Schertl begrüßte besonders Vertreter der bisher am Bau beteiligten Firmen. Hauptauftragnehmer ist die Firma Mickan (Amberg) mit den Erd- und Betonarbeiten. Die Firma Wurzelbacher (Freihung) ist für den Rohbau am Betriebsgebäude zuständig. Die Zimmererarbeiten führt die Firma Dieter Kohl (Edelsfeld) aus. Der Dachdeckerauftrag war an die Firma Kempf (Neukirchen) ergangen. Auch das Planungsbüro UTA Ingenieure (Amberg) sowie das Architektur- und Ingenieurbüro Schultes (Grafenwöhr) waren präsent.
Baubeginn für die neue Kläranlage war im August 2012. Die Auftragssumme beläuft sich auf rund 4,6 Millionen Euro. Es wurden etwa 20 000 Kubikmeter Erde bewegt, circa 1600 Kubikmeter Beton und 350 Tonnen Baustahl eingebaut.

Das Auftragsvolumen umfasst die Errichtung einer zweistraßigen Belebungsanlage mit Rechteck-Becken. Es wird ein Nachklärbecken mit Voreindicker nachgeschaltet. Die vorhandenen Schlammsilos werden erhalten und weiterverwendet, ebenso die Phosphatfällanlage. Das bestehende Betriebsgebäude der Schlammsilos wird aufgestockt. Im Obergeschoss wird eine Schlammpressanlage untergebracht. So kann - je nach Marktlage - sowohl Nassschlamm als auch gepresstes Material verwertet werden.

Mit Abwärme

Die gewählte Anlagentechnik ist sehr ressourcensparend, da sie ganz ohne energieintensive Rührwerke auskommt. Die Räume des Betriebsgebäudes werden durch die Abwärme der Kompressoren geheizt.

Das neue Betriebsgebäude erhält eine Prozessleittechnik, auf welche später die Überwachung der Pumpwerke und Rückhaltebecken angeschlossen werden kann. Es war als Einzelgewerk ausgeschrieben, damit auch kleinere örtliche Firmen eine Chance haben, einen Auftrag zu erhalten. Der Schönungsteich wird deutlich verkleinert und ist verfahrenstechnisch nicht mehr erforderlich. Er wird als Biotop erhalten.

Qualität steigt

Derzeit dürfte die Baugrube bei Schlicht die größte im Landkreis sein. Wegen der Nähe zur Vils stellte der Aushub für die Beckenbauwerke einen besonderen Anspruch an die Ingenieurplanung und das Können der Handwerker dar. Die neue Kläranlage verbessert die Wasserqualität der Vils von Güteklasse 2 bis 3 auf Güteklasse 2 und erfüllt damit voll die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Die Inbetriebnahme soll etwa im Oktober 2013 erfolgen. Bis dahin läuft die alte Anlage ohne Einschränkungen weiter.

Gesamtfertigstellung wird je nach Witterung Ende 2013 oder im Frühjahr 2014 sein.
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