23.02.2005 - 00:00 Uhr
VilseckOberpfalz

Soldaten der 3. Brigade kehren nach Vilseck zurück - Ein Jahr Einsatz im Irak Mit Schmetterlingen im Bauch

Als sich die Tür zur Turnhalle in den "Rose Barracks" öffnet und die ersten US-Soldaten in die Halle marschieren, brandet Jubel auf. In drei Reihen stellen sich die Männer in ihren sandfarbenen Uniformen auf. Ein kurzes Kommando, dann herrscht Stille. Suchende Blicke schweifen von der Tribüne zu den Soldaten. Wo ist mein Mann? Wie sieht er aus? Wie geht es ihm? Eine junge Frau erzählt leise, sie hat Schmetterlinge im Bauch: "Wie beim ersten Rendezvous."

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Ein Militärgeistlicher spricht ein kurzes Gebet. Anschließend begrüßt Oberstleutnant Michael Todd die Heimkehrer in der US-Kaserne in Vilseck. Nach ein paar patriotischen Sätzen des Dankes für den Dienst im Irak gibt es noch eine Ermahnung: "Kümmert Euch um Euere Kinder." Dann folgt der lang ersehnte Befehl: "Wegtreten".

Endlich. Endlich können sich Väter und Kinder, Männer und Frauen in die Arme fallen. Seit gut einem Jahr haben sich die Familien nicht mehr gesehen. Mancher Soldat wischt sich verstohlen eine Träne weg. Andere drängen schnell aus der Halle. "Ich gehe ein Bier trinken", sagt ein junger GI. Auf ihn wartet niemand, seine Familie ist weit weg, in den Vereinigten Staaten.

Rund 2000 Soldaten der 3. Brigade der 1. US-Infanteriedivision waren im Irak im Einsatz. Der Verband hatte am 16. März 2004 die Kontrolle in der Stadt Bakuba 50 Kilometer nordöstlich von Bagdad und der Provinz Diyala übernommen. Nach den irakischen Wahlen Ende Januar haben sie begonnen, ihre Sachen zu packen. In diesen Tagen kehren die Veteranen der Operation Iraqi Freedom (Operation irakische Freiheit) in die Oberpfalz zurück. Bis Ende der Wochen sollen rund 1000 Mann wieder in Vilseck sein.

Aber es dauert noch bis April bis auch der letzte US-Soldat wieder zu Hause ist. Doch nicht alle kehren zurück. 27 Soldaten, die in der US-Kaserne am Rande des Truppenübungsplatzes stationiert waren, verloren während des Einsatzes im Irak ihr Leben.

In den ersten sieben Tagen absolvieren die Heimkehrer ein Reintegrationsprogramm. Dann gehen sie für 30 Tage in den Urlaub. Danach beginnt wieder der normale Dienst, bis zum nächsten Einsatz im Ausland.

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