29.07.2005 - 00:00 Uhr
VilseckOberpfalz

2. US-Kavallerieregiment künftig in Vilseck zu Hause - "Big Red One" geht nach Fort Riley Kalte Krieger kehren in Oberpfalz zurück

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Es sind alte Bekannte, die im nächsten Jahr in die Oberpfalz kommen. Das 2. US-Kavallerieregiment, das künftig in Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) zu Hause ist, war bereits während des Kalten Krieges in der Region stationiert. Damals patrouillierten die Soldaten des Verbandes entlang des Eisernen Vorhanges, künftig stehen sie in den Rose Barracks für weltweite Einsätze Gewehr bei Fuß. Binnen 96 Stunden, so die Vorgabe für "Stryker"-Brigaden, sollen sie an jeden Ort der Welt abrücken können.

Doch vorerst ist das hauptsächliche Aufgabengebiet der künftigen Vilsecker die Kooperation mit osteuropäischen Armeen, vor allem derer Bulgariens und Rumäniens. Das Ziel ist, diese auf Nato-Standard zu bringen. Aber auch Einsätze in Afrika könnten dem Regiment ins Haus stehen, denn der Kontinent gehört ebenfalls zum Verantwortungsbereich des Europäischen Kommandos der US-Streitkräfte in Stuttgart, dem das 2. Kavallerieregiment unterstellt ist.

In das so genannte Südlager in Vilseck kommen 3900 Soldaten, 20 US-Zivilangestellte sowie 100 Mitarbeiter eines Subunternehmens. Ausgerüstet ist der Verband mit dem Radpanzer "Stryker", der leichter ist als Kampfpanzer und daher besser mit Flugzeugen verlegt werden kann. "Stryker"-Brigaden bauen auf Geschwindigkeit und ihre Informationsüberlegenheit. Die Fahrzeuge sind mit den Kommandostellen und untereinander vernetzt. Auf ihren Computer-Karten haben die Soldaten dank des Satellitennavigationssystems GPS unter anderem ihre eigene Position als auch die ihre Nachbarfahrzeuge im Blick. Zusätzliche Bilder vom Umfeld liefern unbemannte Aufklärungsflugzeuge.

Die in Vilseck stationierte 3. Brigade der 1. US-Infanteriedivision "Big Red One" wird abgezogen. Seit knapp zwei Wochen werden die Fahrzeuge verladen. Sie gehen ins Armee-Material-Kommando. Das Personal wird nach und nach versetzt. Ab November verbleiben noch 370 Soldaten der rund 2200 in den Rose Barracks.

Plus für Vilseck

Die 3. Brigade wird zum Kaderverband, ehe sie abzieht. Die Armee will so Soldaten und Familien schonen, da die meisten ohnehin am Ende ihrer Zeit in Deutschland standen, werden sie in die USA versetzt, ihre Stellen in Vilseck aber nicht mehr wiederbesetzt. Am Ende profitiert Vilseck vom Wechsel der US-Verbände: Die Militärgemeinde wächst um rund 500 Soldaten.

Insgesamt holen die US-Streitkräfte 50 000 Soldaten und rund 150 000 Angehörige aus Europa und Südkorea in die Vereinigten Staaten zurück. Der Abzug wird mit den derzeit laufenden Standortschließungen und Strukturänderungen in den USA abgestimmt. Wie die künftige Stationierungsstruktur der US-Armee auf den Globus aussehen wird, gab das Pentagon am Mittwoch (Ortszeit) bekannt.

Der Schwerpunkt in Europa ist der Raum Grafenwöhr und Vilseck (wir berichteten). Die "Big Red One" ist künftig in Fort Riley (Kansas) zu Hause. Die 1. Panzerdivision, bisher ebenfalls in Deutschland stationiert, kommt nach Fort Bliss (Texas). Der Zeitpunkt ihres Abzugs wird gegenwärtig überprüft, auch wegen eines möglichen Irakeinsatzes.

Weitere Informationen:

www.oberpfalznetz.de, Netzcode 50676867

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