26.11.2017 - 20:00 Uhr
VilseckOberpfalz

Bürgerversammlung gut besucht Biber nagt am Stadtsäckel

30 000 Euro kostet es jährlich allein die Stadt, die an der Vils von den Nagern angerichteten Schäden beseitigen zu lassen. Bürgermeister Hans-Martin Schertl fordert deshalb eine Abschusserlaubnis.

von Autor ZIPProfil

Auf der Bürgerversammlung ging Bürgermeister Hans-Martin Schertl in seinem Bericht nicht nur auf Investitionen in laufende Baumaßnahmen ein. Er betonte, das auch andere Projekte auf den Weg gebracht oder umgesetzt worden seien, die Vilsecks Entwicklung zukunftssicher machen sollen.

So etwa die Investition in Millionenhöhe in das neue Baugebiet Weidenstock-Südhang. In diesem Bereich könne dann die Stadt 60 Parzellen anbieten. Die Aufstellung des Bebauungsplanes laufe, der Entwurf der Planung sei dem Stadtrat bereits vorgestellt und von ihm befürwortet worden. 2018 soll die Erschließung erfolgen, ab 2019 könnten dann dort die ersten Häuser entstehen.

Kurzfristiger dürfte sich auswirken, dass der Stadtrat beschlossen hat, die Vereinsförderung von bisher 20 000 auf künftig 30 000 Euro zu erhöhen. Zudem erhalten Vereine für Investitionen einen Zuschuss. Als nächstes warf der Bürgermeister einen Blick auf die finanzielle Situation der Stadt. Trotz vieler Investitionen im laufenden Haushalt sei die Stadt Vilseck finanziell immer noch sehr gut aufgestellt. So verfüge der Kämmerer derzeit über Rücklagen von 910 000 Euro, an Barmitteln habe er sogar 1,92 Millionen Euro auf dem Konto. Für heuer rechnet Schertl mit Mehreinnahmen von etwa 200 000 Euro. Dafür machte er die gute Einkommenssteuer-Situation und Erlöse aus dem Bauplatzverkauf verantwortlich.

Der Nager nervt

Es blieben aber auch Probleme. Biber etwa. Ihre Dammbauaktivitäten seien vielerorts zu beobachten. Dadurch würden angrenzende Wiesen und Äcker überschwemmt oder durchnässt. Allein das Entfernen der Biberdämme - nach Absprache mit dem Landratsamt - koste die Stadt inzwischen jährlich mindestens 30 000 Euro. Dies könne laut Bürgermeister Schertl nicht so weitergehen. Er forderte deshalb eine generelle Abschussfreigabe auch im Landkreis.

Wolf fotografiert

Weniger Sorgen bereitet dem Bürgermeister hingegen der Wolf, der sich im Übungsplatz angesiedelt hat und wohl auch durch die Gemarkung der Stadt streift. Wildkameras würden das beweisen. Zu den Amerikanern in Vilseck berichtete der Bürgermeister, dass im Frühjahr mit dem hier stationierten 2. Kavallerie-Regiment eine offizielle Partnerschaft geschlossen wurde. Der Bürgermeister hofft, "dass unsere amerikanischen Freunde und Partner noch lange bei uns bleiben", denn die Stadt und die hiesige Wirtschaft profitiere erheblich. Die Wirtschaftskraft, die vom Truppenübungsplatz ausgehe, liege bei immerhin 700 Millionen Euro.

Zudem sei Vilseck der kommunalen Verkehrsüberwachung beigetreten. Hauptsächlich wegen erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen in einigen Straßen, vor allem in der Bahnhofstraße. In seinem Ausblick auf 2018 sprach der Bürgermeister neben dem Bauhof-Neubau besonders das neuen Baugebiet Weiden-stock-Südhang an. Es werde in Höhe des Schlichter Fußballplatzes an die Staatsstraße 2120 angebunden. Die Erschließungskosten dürften nach ersten Schätzungen mindestens drei Millionen Euro betragen.

2018 dürften nach der Auffassung des Bürgermeisters die Umbaumaßnahmen am Polizeigebäude in der Gartenstraße beginnen. Denn nun sei entschieden, dass die Beamten dort bleiben. Um künftig Lademöglichkeiten für Elektroautos anbieten zu können, wird in der Herrengasse eine Ladesäule aufgestellt. Während der Lola-Montez-Festspiele sollen Aufnahmen für einen neuen Imagefilm der Stadt gemacht werden, kündigte Schertl an. Außerdem ist geplant, die Nepomuk-Statue am Zollhaus im Frühjahr wieder aufzustellen, sie wird derzeit restauriert. Schriftliche Anträge zu Bürgerversammlung lagen nicht vor.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.