25.03.2017 - 14:34 Uhr
VilseckOberpfalz

Einsatz der US-Armee bei Enhanced Forward Presence US-Soldaten aus Vilseck auf der Fahrt nach Polen

Daheim sind die Kavalleristen der US-Armee in den Rose Barracks in Vilseck. Doch zu Hause sind sie selten. Wenn nicht Übungsplatz-Aufenthalte anstehen sind die Soldaten des 2. US-Kavallerieregiments in Osteuropa - als Verstärkung an der Nato-Ostflanke.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Bei strahlendem Sonnenschein ist die 2. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments am Samstagvormittag in den Rose Barracks in Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) mit einer feierlichen Zeremonie nach Polen verabschiedet worden. Zusammen mit britischen Aufklärern und rumänischer Heeresflugabwehr und Militärpolizei stellt sie das erste Kontingent für den amerikanischen Beitrag zur Stärkung der Nato-Ostflanke. Die Männer und Frauen werden im polnischen Oryzysz der 15th Mechanized Brigade unterstellt. Nach sechs Monaten wird die 2. Schwadron abgelöst - aus Vilseck.

Die Entsendung der Schwadron nannte der stellvertretende Kommandeur des US-Heeres in Europa, Generalmajor Timothy P. McGuire, ein "sichtbares Zeichen für die amerikanische Verpflichtung" gegenüber der Nato und gegenüber den europäischen Verbündeten. Die rund 1100 Mann starke Kampfgruppe diene der Abschreckung Russlands. Die Nato hatte auf ihrem Gipfel in Warschau im Sommer 2016 die Aufstellung von je einer rund 1000 Mann starken Kampfgruppe in Estland, Lettland, Litauen und Polen beschlossen: die Operation "Enhanced Forward Presence".

Grenzen sichern

"Ihr sei gut ausgebildet, gut ausgerüstet", sagte der Generalmajor zu den Soldaten. Vor dem Hauptquartier des 2. US-Kavallerieregiments war eine rund 100 Mann starke Abordnung angetreten. Schulter an Schulter standen amerikanische neben rumänischen neben britischen Soldaten. Ein Ausdruck der Multinationalität. Diese war in Vilseck auch zu hören. Die Band des US-Heeres in Europa spielt vier Nationalhymnen: die rumänische, die britische, die deutsche und die amerikanische.
Regimentskommandeur Oberst Patrick J. Ellis erinnerte in seiner Ansprache daran, dass das die "Dragoons" - so der Spitzname der US-Kavalleristen aus Vilseck - das machen, was sie immer in ihrer Geschichte getan hätten, ob im Wilden Westen, in der Zeit des Kalten Kriegs in Bayern oder nun in der erweiterten Nato im Osten: Grenzen sichern.

Wichtig ist, dass sie alle immer wohlbehalten wiederkommen, noch für ganz lange Zeit.Hans-Martin Schertl , Vilsecker Bürgermeister

Der Vilsecker Bürgermeister Hans-Martin Schertl sagte am Rande der Zeremonie zu unserer Zeitung, das Kommen und Gehen sei ein Teil des militärischen Lebens. "Wichtig ist, dass sie alle immer wohlbehalten wiederkommen, noch für ganz lange Zeit." Zuvor hatte sich Generalmajor McGuire für die langjährige deutsche Gastfreundschaft bedankt.

Doch zunächst stand eine zwischen 900 und 1100 Kilometer lange Fahrt vor den Amerikanern mit ihren Radpanzern vom Typ "Stryker", den Briten mit ihren Aufklärungsfahrzeugen vom Typ "Jackal" (Schakal) und den Rumänen mit ihren Lastwagen und Luftabwehrgeschützen. Die Konvois fahren über zwei Routen: eine führt über Prag, die andere südlich von Berlin vorbei nach Polen.
Unterwegs sind mehrere Stopps geplant, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen - in der Tschechischen Republik und in Deutschland. An diesem Sonntag präsentieren die Amerikaner zusammen mit Briten und Rumänen ihre Fahrzeuge und ihre Ausrüstung in Sachsen-Anhalt in Weißenfels. Oberbürgermeister Robby Risch, US-Generalkonsul Scott Riedmann und Major Paul Rothlisberger von der 2. Schwadron wollen an der Gedenktafel zur Befreiung des Stadt Weißenfels durch US-Truppen im April 1945 Blumen niederlegen. In einer Woche, am 1. April, soll die Nato-Kampfgruppe Polen aus 2. Schwadron, britischer Aufklärern und rumänischen Kräften unter dem Kommando von Oberstleutnant Steven E. Gventer in Oryzysz ihre Einsatzbereitschaft melden.

Deutsche in Litauen

Die Nato-Operation "Enhanced Forward Presence", die Verstärkung der Allianz in Osteuropa, begann im Januar. Die Verbände werden aber nicht dauerhaft nach Osten verlegt, sondern alle sechs Monate ausgetauscht, um nicht gegen die Nato-Russland-Akte zu verstoßen. In Litauen hat Deutschland die Führungsrolle übernommen. Der erste Bundeswehrverband, das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach (Kreis Schwandorf), ist seit sein Ende Februar im litauischen Rukla. Die Deutschen werden von Belgiern und Niederländern unterstützt.

Vergangene Woche brachte die britische Armee die ersten Kampfpanzer und Geschütze nach Estland. Die von den Briten geführte Nato-Kampfgruppe wird in Tapa stationiert. In Lettland hat Kanada die Führungsrolle übernommen - diese Nato-Kampfgruppe wird im Mai als letzte aufgestellt werden.

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