31.10.2017 - 14:14 Uhr
VilseckOberpfalz

Forstminister dämpft Erwartungen der Waldbauern Gewittersturm nur "lokales Ereignis"

Vilseck ist zwar nicht zum Katastrophengebiet erklärt worden, so wie Niederbayern. Aber für die Waldbesitzer war der August-Sturm trotzdem eine Katastrophe. Jetzt machte sich Forstminister Helmut Brunner ein Bild von der Lage.

Am 10. August zeigte sich das ganze Ausmaß des Sturmes: Insgesamt 100 Hektar beträgt die Sturmschadensfläche in der Gemeinde Vilseck. Hier ein Teil davon bei Reisach. Archivbild: hs
von Autor USCProfil

Brunner kam am Montag nach Reisach, doch er konnte den Geschädigten keine ähnliche Hilfe wie für die Forstwirte im Bayerischen Wald zusichern. Eventuell gibt es eine nachträgliche Gewährung von Waldwegebauhilfe.

Bei dem von Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz initiierten Ortstermin schilderte Förster Stefan Binner das Ausmaß der örtlichen Sturmschäden. Demnach gab es nach einem außergewöhnlich starken Gewittersturm am 10. August bei den Waldbauern auf 100 Hektar rund 15 000 Festmeter Schaden zu beklagen. Seit dem Schadensfall seinen 90 bis 95 Prozent des Schadholzes aufgearbeitet und gerückt. Der Sturm habe 25 Hektar Kahlfläche und 75 Hektar durchbrochene Bestände hinterlassen.

Waldbesitzer, CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzender Markus Graf, selbst ein Betroffener, sowie Vertreter des Bauernverbands, der zuständigen Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach und des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten trafen sich auf matschigem Weg in Sichtweite zu einem der vom Sturm verursachten Waldschneisen mit dem Minister.

Brunner machte den Geschädigten wenig Hoffnung und stellte gleich vorweg klar: "Ich kann keine Wunderbotschaft verkünden". In den Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau habe man Aufbereitungshilfe und zinslose Liquiditätsdarlehen gewährt, weil die Behörden den Orkan "Kolle" mit dem 150-fachen Ausmaß von Vilseck als Naturkatastrophe eingestuft hätten. "Alles vorher und nachher hat nicht einer Naturkatastrophe entsprochen", sagte Brunner mit Hinweis auf die Schäden im Raum Vilseck. Die Staatsregierung betrachte laut Ministerium den Sturm in Vilseck als "lokales Ereignis". Der Ministerrat habe am 4. Oktober beschlossen, die Soforthilfen über die Landkreise Passau und Freyung-Grafenau hinaus für alle speziell von "Kolle" geschädigten Waldbesitzer in Bayern zu öffnen, also beschränkt auf Schäden, die am 18. August entstanden sind. Die Windhose, die im Raum Vilseck gewütet hat, trat jedoch eine Woche vorher, in der Nacht zum 10. August auf.

Stadtrat Graf richtete die Bitte um Wegebauhilfe an den Minister. "Wir prüfen, was rechtlich denkbar ist und was wir hier anbieten können, vor allem für die Wege-Erschließung. Ohne optimale Erschließung wäre der Wald nur die Hälfte wert", sagte Brunner, von Beruf selbst Landwirt und Waldbauer. Allerdings stünden die staatliche Beratung und die Förderung bei der Wiederaufforstung der Schadflächen vollumfänglich zur Verfügung.

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Bilder von den Sturmschäden im Internet:

www.onetz.de/1773001

Ich kann keine Wunderbotschaft verkünden.Landwirtschaftsminister Helmut Brunner

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