10.05.2018 - 08:26 Uhr
VilseckOberpfalz

Gurte zwischen Humvee und Lastenfallschirm durchgeschnitten: US-Soldat verurteilt

Damit Fallschirmjäger nicht zu Fuß kämpfen müssen, werden aus der Luft ihre Fahrzeuge abgesetzt. Das kann misslingen. Ein Zwischenfall mit drei Humvee auf dem US-Truppenübungsplatz Hohenfels hat nun für einen US-Soldaten drastische Konsequenzen.

Der Screenshot zeigt die erste Twitter-Nachricht mit Bildern der zerschellten Humvees. Quelle: Twitter
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Vilseck/Hohenfels. Ein amerikanisches Militärgericht in Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) hat einen US-Fallschirmjäger aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) wegen der absichtlichen Zerstörung von Heereseigentum im Wert von mehr als 500 US-Dollar degradiert und wegen schlechtem Verhaltens aus der Armee entlassen. Zudem wurde der 29-jährige Unteroffizier wegen falscher Aussage verurteilt, teilte das 7. US-Armee Trainingskommando (7th Army Training Command, in der militärtypischen Abkürzung 7ATC) mit.

Das Video vom Abwurf der Humvees

Bei dem Zwischenfall im April 2016 waren auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels drei amerikanische Militärgeländewagen vom Typ Humvee ungebremst zu Boden gestürzt und zerschellt. Die 2,3 Tonnen schweren Fahrzeuge (High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle, HMMWV) waren aus US-Transportflugzeugen vom Typ C-130 abgeworfen worden. Auf einem Video, dass im Internet zirkulierte, ist zu sehen, dass sich die Fallschirme, die den Abwurf bremsen sollten, von den Fahrzeugen lösen. Verletzt wurde damals niemand. Das Gericht stellte nun in seinem Urteil am Mittwoch fest, dass der Soldat absichtlich die Gurte zwischen Humvee und Lastenfallschirm durchgeschnitten hat. Der Soldat wurde von einem Geschworenen-Gericht aus Unteroffizieren und Offizieren schuldig befunden. Eine Haftstrafe bleibt dem Soldaten erspart.

Der Abwurf war Teil des Luftlandemanövers "Saber Junction 16" der 173. US-Luftlandebrigade. Der Verband setzte damals rund 150 Versorgungsgebinde in einer abgesperrten Zone innerhalb des Truppenübungsplatzes Hohenfels ab. Darunter waren Fahrzeuge, Kommunikationsausrüstungen sowie Mörser und Artilleriegeschütze. Die Sky Soldiers (Himmelssoldaten), wie sich die Fallschrimjäger selbst nennen, sind in Grafenwöhr und im italienischen Vicenza stationiert. Der Verurteilte  gehörte zum 1st Squadron, 91st Cavalry Regiment (Airborne). Das Fallschirmjäger-Bataillon ist in Grafenwöhr stationiert.

Hinweis der Redaktion

Bei den 500 Euro handelt es sich nicht um den Wert der drei vom Himmel gefallenen Humvees, sondern ist laut US-Militärstrafrecht die Grenze, ab der eine Handlung mit einer Degradierung bestraft wird. (jut)

 

 

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