19.01.2006 - 00:00 Uhr
VilseckDeutschland & Welt

Im März kommen erste Soldaten der Stryker-Brigade - Hertling erläutert Pläne US-Vorhut in Vilseck erwartet

Die winterliche Stille in den Rose Barracks in Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) neigt sich dem Ende zu. In wenigen Wochen werden die ersten Soldaten der Stryker-Brigade einziehen. Damit nimmt die Ansiedlung neuer US-Verbände in und um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt/ WN) Fahrt auf.

US-Soldaten beim Abfertigen von Fahrzeugen: Während in einigen Regionen Deutschlands die Zahl der US-Truppen reduziert wird, wächst deren Zahl in der Oberpfalz. (Archivbild: Unger)
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Während in einigen Regionen Deutschlands die Zahl der US-Truppen drastisch reduziert wird, wächst deren Zahl in der Oberpfalz deutlich. Künftig sind in der Region ein Drittel aller US-Heeressoldaten in Europa stationiert. Mit der Ansiedlung einer Stryker-Brigade in Vilseck beginnt der Truppenaufwuchs. Diese Pläne erläutert Generalmajor Mark P. Hertling, stellvertretender Stabschef beim Oberkommando der US-Bodenstreitkräfte in Europa, heute in München in der Bayerischen Staatskanzlei.

Die ersten Soldaten werden im Frühjahr in Vilseck eintreffen. Sie bereiten die Stationierung des 2. US-Kavallerieregiments vor. Der Großteil der Männer und Frauen kommt dann im Juli und August, in der Ferienzeit. Zwischen 1000 und 1500 Soldaten von der 1. Brigade der 25. Infanteriedivision aus Fort Lewis bei Seattle bilden den Kern der neuen Stryker-Brigade. Diese umfasst etwa 3900 Soldaten sowie 20 Zivilangestellte und rund 100 Mitarbeiter eines Subunternehmers. Der Verband ist mit rund 300 Radpanzern vom Typ Stryker ausgerüstet.

Alte Bekannte

In Vilseck erhält der Verband seinen neuen Namen "2. US-Kavallerieregiment". Für Oberpfälzer ist der Verband kein Unbekannter, da er während des Kalten Krieges in der Region stationiert war, unter anderem in Amberg und Weiden. Damals überwachten die Soldaten den Eisernen Vorhang. Die Stryker-Brigade ersetzt die 3. Brigade der 1. US-Infanteriedivision "Big Red One". Diese war bereits im Sommer auf Kaderstärke reduziert worden und wird im Laufe dieses Jahres zusammen mit den übrigen Brigaden der "Big Red One" aus Unterfranken nach Fort Riley in Kansas verlegt. Das 94. Panzerpionierbataillon verlässt ebenfalls Vilseck und wird im Sommer in den US-Staat Missouri verlegt.

Mit viel Engagement bereitet die US-Armee ihre Soldaten auf die Versetzung in die Oberpfalz vor. So war Generalmajor Hertling, der elf Monate lang bis August Kommandeur in Grafenwöhr war, ehe er nach Heidelberg zum Oberkommando wechselte, selbst in Fort Lewis, um bei den Soldaten und ihren Familien für den Standort Vilseck zu werben. Unter anderem zeigte er ihnen ein Werbevideo des Bayerischen Tourismusverbandes.

Zudem wirbt das US-Oberkommando in Heidelberg seit einigen Monaten mit einer eigenen Internetseite bei den Soldaten für Vilseck. Unter dem Motto "Willkommen in Deutschland, dem zukünftigen Zuhause des 2. Kavallerieregiments ,Stryker Brigade Combat Team'" finden sich Ratschläge und Anlaufstellen, die die Versetzung erleichtern sollen. Zudem gibt es Bilder und Karten, die das künftige Zuhause Vilseck vorstellen.

Perkins in München

Heute Nachmittag besucht auch Brigadegeneral David G. Perkins die Staatskanzlei. Der Kommandeur des Gemeinsamen Multinationalen Trainings-Centers (JMTC) und des Trainingskommandos der 7. US-Armee in Grafenwöhr und Hohenfels ist zum Antrittsbesuch bei der Staatsregierung in der Landeshauptstadt.

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