25.02.2005 - 00:00 Uhr
VilseckOberpfalz

Lucille Pittard und Petra Kulp mussten die Rollen ihrer Männer übernehmen Die Einsamkeit der Frauen

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Ob Neujahrsempfang, andere gesellschaftliche Ereignisse, Lucille Pittard und Petra Kulp waren in den vergangen zwölf Monaten immer dabei. Die beiden Frauen kümmerten sich um die Familien und übernahmen Repräsentationsaufgaben. Die Kommandeursfrauen - Oberst Dana J. H. Pittard ist Kommandeur der 3. Brigade und Oberstleutnant Jeffrey Kulp kommandiert das 2. Bataillon 63. Panzerregiment - mussten die Plätze ihrer Männer einnehmen.

Darauf seien sie nicht vorbereitet worden, erzählt Lucille Pittard. "Unsere Männer sind Führungspersonen, aber das heißt nicht, dass wir das sind." Trotzdem hätte sie die Hochs und Tiefs gut gemeistert. "Wir haben es mit der Zeit gelernt. Wir haben mit dem Herzen geführt." Aber jetzt sei es Zeit, dass die Männer "endlich wieder ihre Plätze einnehmen", betonen beide Frauen.

Schließlich waren die Soldaten in den vergangenen drei Jahren 21 Monate im Einsatz - neun Monate im Kosovo und zwölf im Irak. Besonders schwer seien die Trauerfeiern für im Irak gestorbenen Soldaten gewesen, erzählen die Frauen. "Manches mal habe ich darüber nachgedacht, wie es mir wohl ergehen würde, wenn ich als Witwe in der ersten Reihe sitzen müsste", sagt Petra Kulp und schüttelt sich, um den Gedanken zu vertreiben. Unterstützung hat die Deutsche bei ihrer Familie gefunden. Zwei Brüder leben in Amberg und eine Schwester in München. Inzwischen ist ihr Mann wohlbehalten zurück. Lucille Pittard schloss ihren Mann gestern in die Arme.

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