03.05.2018 - 11:50 Uhr
VilseckOberpfalz

Podiumsdiskussion der JU Vilseck Plädoyers für die Mittelschule

"Die Mittelschulen müssen in der bildungspolitischen Diskussion eine größere Rolle einnehmen." Das fordert der Jonas Dittrich, Ortsvorsitzender der Jungen Union Vilseck. Ihr Thema bei einer Podiumsdiskussion: "Mittelschulen - stark für den ländlichen Raum?!" Mit Frage- und Ausrufezeichen.

Ursula Schroll (Dritte von links), Peter Lehner (links) und MdL Harald Schwartz (rechts) mit Moderator Thomas Bärthlein (Zweiter von rechts), Kreisvorsitzendem Henner Wasmuth (Dritter von rechts) und seinem Stellvertreter Jonas Dittrich. Bild: ssi
von Autor SSIProfil

JU-Kreisvorsitzender Henner Wasmuth hob die Möglichkeiten eines guten Mittelschulabschlusses hervor: "Der Begriff ,Resteschule' trifft bei den bayerischen Mittelschulen überhaupt nicht zu. Mit einem guten Quali kann man entweder eine gute Ausbildung oder im M-Zug die mittlere Reife machen, was in Kombination mit dem Abitur an der FOS zu einem Studium berechtigt." Wasmuth konkretisierte dies anhand seines Lebenslaufs.

Thomas Bärthlein moderierte eine kontroverse, aber sachlich-faire Diskussion zwischen Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz, der Bezirksvorsitzenden des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Ursula Schroll und dem Prokuristen der Firma EEATEC, Peter Lehner.

Ein Stiefkind

Schroll fand das Prinzip der Mittelschulen als gut, kritisierte aber, diese seien ein Stiefkind in der momentanen bayerischen Schulpolitik. Die Debatte um die Zukunft des Gymnasiums habe dazu beigetragen. Schroll, die selbst Schulleiterin ist, forderte mehr Personal und ein längeres gemeinsames Lernen für alle Schüler. Harald Schwartz ist stolz auf die Leistungen der bayerischen Mittelschüler und -lehrer und bat um mehr Gelassenheit in der schulpolitischen Debatte. Oft höre man zu Mittelschulen nur das Negative. Dabei sei diese Schulart, "wie das gesamte bayerische Schulsystem, sehr konkurrenzfähig." Bayern investiere jeden dritten Euro in Bildung. Dennoch habe Bildungspolitik auch Grenzen - sie könne Eltern vieles, "wie die Erziehung zu Respekt und Anstand", nicht abnehmen.

Mittelschüler ein Glück

Peter Lehner meinte: "Für ein handwerkliches Unternehmen ist ein motivierter Mittelschüler das größte Glück. Leider hat die Schulart gesellschaftlich an Ansehen eingebüßt. Oft werden die Kinder in der Grundschule von den Eltern auf Gymnasium oder die Realschule gedrängt." Dabei könne man im Handwerk schon jetzt sehr gutes Geld verdienen. Ein großes Anliegen ist Lehner eine noch engere Kooperation zwischen Mittelschulen und Wirtschaft.

Moderator Thomas Bärthlein zog das Fazit des Abends: "Vielleicht braucht die Schulart Mittelschule eine bessere Darstellung in der Öffentlichkeit." Er bat die Zuhörer deshalb, für diese Schule zu werben.

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