Pro-Kopf-Verschuldung Vilsecks sinkt auf 648 Euro
Rote Zahlen mit Schwarz-Tendenz

Politik
Vilseck
24.12.2016
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"Wir haben große Baustellen abgearbeitet, aber weitere große Projekte warten auf uns." Dieses Resümee für 2016 zog Bürgermeister Hans-Martin Schertl bei der Jahresabschlusssitzung des Stadtrats. Das Stadtoberhaupt und sein Stellvertreter Thorsten Grädler ließen das Jahr Revue passieren und skizzierten die vergangenen zwölf Monate als arbeitsreich. Konrektor Peter Großmann von der Vilsecker Schule lobte die Kooperation mit der Stadt.

Die Pro-Kopf-Verschuldung, oft als Index für die Leistungsfähigkeit einer Kommune herangezogen, liegt laut Schertl ausgangs des Jahres 2016 in Vilseck bei 648 Euro. Im Vorjahr waren es noch 742 Euro, 2014 rund 813 Euro, der Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen beträgt 770 Euro. Schertl folgerte: "Wir haben unsere Schulden kontinuierlich abgebaut und viele Großprojekte mit eigenen Mitteln finanziert."

Der Stadtrat hat sich für das kommende Jahr eine ganze Reihe von Aufgaben gestellt. Zum Beispiel soll nach längerem Warten der Dorfplatz in Altmannsberg ausgebaut werden. Die Stadt hat den Förderbescheid erhalten, zu den geplanten Kosten von 80 000 Euro ist vom Amt für Ländliche Entwicklung eine Unterstützung von 48 000 Euro zu erwarten. Den Breitbandausbau wird Vilseck im Frühjahr beginnen, ab Herbst 2017 soll es in der Kommune überall das schnelle Internet geben.

Ebersbach kann mit einem neuen Bushäuschen rechnen, die Spielplätze Ebersbach und Gumpenhof werden umgestaltet. Der Ebersbach soll ökologisch aufgewertet werden. Freies WLan gibt es künftig in der Burg und im Freibad, saniert wird das städtische Gebäude Marktplatz 24. Die kommunale Verkehrsüberwachung blitzt Raser im Stadtgebiet. Die nächste Schlüsselzuweisung soll in etwa wieder die Höhe des Vorjahres (rund 4,5 Millionen Euro) betragen, wünscht sich das Stadtoberhaupt. "Dann können wir viele kleine und größere Projekte finanziell ohne Probleme stemmen", zeigte sich Schertl zuversichtlich. Unverändert bleiben im kommenden Jahr die Grundsteuern A und B (jeweils 300 Prozent) und die Gewerbesteuer (320 Prozent). "Damit sind wir im moderaten Bereich und unter dem Landesdurchschnitt", erklärte Schertl.

Der Haupt- und Finanzausschuss hatte vorgearbeitet, so dass der Stadtrat in seiner Jahresabschlusssitzung die Vereine und Verbände bescheren konnte: Ihnen gewährte das Gremium eine Zuwendung von insgesamt 27 260 Euro. Bereits während des Jahres waren insgesamt 4660 Euro als Zuschüsse an die Vereine übergeben worden. Über eine Unterstützung durch die Stadt freuen dürfen sich auch Bedürftige: Sie erhalten aus Mitteln der Spitalstiftung insgesamt 3000 Euro.

Und auch der Biber hatte in der letzten Stadtratssitzung des Jahres noch einmal seinen Auftritt. Der Nager bereitet den Vilseckern weiterhin Kopfzerbrechen. "So kann es nicht weitergehen. Der Biber kann tun, was er will, und weiterhin große Schäden anrichten", monierte Bürgermeister Schertl, der vom Landkreis eine "generelle Abschussfreigabe" forderte.

Roter Faden: BauhofAuch durch die letzte Stadtrats-Sitzung 2016 zog sich der 30. November 2015 wie ein roter Faden: Der verheerende Brand des Bauhofs hatte nachhaltige Auswirkungen auf das Gremium, direkt oder indirekt war der Brand bei jeder Tagung dieses Jahres Thema. Mittlerweile ist, nach langen Beratungen, Besichtigung und Planverfahren, wieder Land in Sicht. Bürgermeister Hans-Martin Schertl hatte für das Jahr 2017 positive Nachrichten zu verkünden. Denn der Bauhof wird Schertls Angaben zufolge "ein imposantes, modernes Gebäude mit 100 Meter Länge".

Aber auch die Investitionen sind stattlich: Die Kostenschätzung liegt bei 4,9 Millionen Euro brutto. Der Brand und seine Folgen werden auch 2017 oft Thema sein, dann geht es in erster Linie um die Finanzierung dieses gewaltigen Brockens. "Der Stadtrat hat solide gewirtschaftet, weshalb das Projekt zu keinem Balanceakt wird und Vilseck auch seine weiteren Aufgaben und Vorhaben für 2017 getrost angehen kann", stellte Schertl fest. (e)
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