Stadtrat Vilseck befasst sich mit Biberplage
Häscher laden schon durch

An jedem noch so kleinen Gewässer ist im Bereich der Stadt Vilseck der Biber zugange. Bild: e
Politik
Vilseck
03.09.2017
150
0

Dieses possierliche Tier macht auch vor Vilseck nicht halt: Die Probleme mit Bibern nehmen zu, die Klagen häufen sich.

"Aus den gesamten Stadtgebiet gibt es Meldungen von Anwohnern von Gewässern, die über erhebliche Probleme und Schäden berichten", zeichnete Bürgermeister Hans-Martin Schertl bei der Sitzung des Stadtrats ein düsteres Bild.

Doch auch für den Biber sieht die Zukunft nicht rosig aus, denn ihm soll es an den Kragen gehen. Schließlich gebe es in der Stadt Vilseck wohl "keinen Graben mehr, in dem der Biber nicht versucht hat, den Wasserfluss anzustauen oder Biberburgen zu errichten".

Diesem ungenehmigten Burgenbau will die Kommune entgegentreten durch die Beantragung einer Abschussgenehmigung. Bevorzugtes Arbeitsgebiet des Bibers sind der Bereich der Schmalnoheaue zwischen Sigl und Sorghof, die vielen Gräben und Wasserläufe in der Vilsecker Mulde sowie vilsabwärts das sogenannte Teufelsloch bei Gumpenhof und Schönling. In Schönlind, so hieß es, hat der Biber den Bahndamm untergraben - ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr. Die Zahl der Biber ist mittlerweile so groß, dass die Tiere versuchen, jeden noch so kleinen Wassergraben zu besiedeln, im gesamten Stadtgebiet kommt es an allen Gewässern immer wieder zu Aufstauungen.

Wie Schertl klagte, sind die Mitarbeiter des Bauhofs ständig gefordert, in Absprache mit dem Biberbeauftragten die errichteten Dämme zurückzubauen und das Material abzufahren. Die jährlich anfallenden Kosten schätzt der Bürgermeister auf 25 000 bis 30 000 Euro - "Tendenz steigend". Da hilft offensichtlich nur eins: Flächen deckende Abschussgenehmigungen für das gesamte Stadtgebiet. In den Landkreisen Schwandorf und Tirschenreuth gebe es mittlerweile Dauerabschussgenehmigungen für die Jagdberechtigten. "Leider geht das Landratsamt Amberg-Sulzbach noch nicht diesen Weg", bedauerte der Bürgermeister. Die Stadt Vilseck habe vor einigen Jahren lediglich eine Abschussgenehmigung für den Bereich der Schmalnohe und im letzten Jahr für einen Entwässerungsgraben in Schönlind erhalten.

Der Abschuss von Bibern wäre möglich ab Herbst bis zum 15. März 2018. Um rechtzeitig Anträge für Abschussgenehmigungen zu stellen, sollten die Bürger Schäden im Bauamt der Stadt melden. Diese würden dokumentiert und dienten bei der Beantragung der Abschussgenehmigungen als Beweismittel.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.