23.06.2017 - 20:00 Uhr
VilseckOberpfalz

Stadtrat Vilseck befasst sich mit Freibad-Heizung: Wacherlwarm durch Absorberanlage

Ein Jubiläum steht heuer in Vilseck an: Das Freibad wird 50 Jahre alt. Das ist so selbstverständlich nicht in Zeiten, in denen viele Kommunen aus Kostengründen ihre Bäder schließen oder zurückfahren müssen. Die Vilsecker hingegen werden auch weiterhin ihr Bad benutzten können.

Das Wasser im Vilsecker Freibad - im Bild das 50-Meter-Becken - wird von einer Absorberanlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes mit einer Freiflächenanlage beheizt. Bild: e
von Klaus HöglProfil

Das Bad ist mit einem 1050 Quadratmeter großen Schwimmerbecken, einem Nichtschwimmerbecken (450 Quadratmeter) und einen Plantschbecken (50 Quadratmeter) ausgestattet. Die Anlage ist den Bürgern - etwa 50 000 sind pro Saison Gäste - lieb, aber auch nicht billig: Die Stadt schießt pro Jahr rund 350 000 Euro zu, "um so unserer herrliches Bad zu sichern", sagte der Bürgermeister Hans-Martin Schertl in der Sitzung des Stadtrats.

Allerdings muss man sich wegen der Beheizung Gedanken machen. Seit 2004 ist das Freibad mit einer Absorberanlage ausgestattet, die relativ zügig für warmes Wasser im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sorgt. Nachdem aber, wie Schertl sagte, in den vergangenen Jahren Probleme aufgetreten sind, habe man sich überlegt, welche Möglichkeiten einer Beheizung es gibt und welche die wirtschaftlichste ist. Der Bauausschuss der Stadt hat deshalb im Vorfeld eine Studie in Auftrag gegeben, die Firma IST EnergiePlan, ein Spezialunternehmen für Gebäude- und Bäderausrüstung, wurde damit beauftragt. Das Konzept mit einer Absorberheizung stellte ein Firmenvertreter bei der Stadtratssitzung vor.

Im Kern wurden folgende Varianten betrachtet: Beheizung des Bades mit den vorhandenen Gaskesseln, Anschluss an das Fernwärmenetz der AOVE-BioEnergie, Erneuerung des bestehenden Schwimmbadabsorbers, Beheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die von vor Ort erzeugtem Photovoltaik-Strom betrieben wird und schließlich eine Kombination all dieser Varianten mit einer Beckenabdeckung. Es handelt sich dabei, wie der Referent sagte, samt und sonders um Varianten, die eine Beheizung auf eine Temperatur von 24 Grad im Schwimmbecken während der ganzen Saison gewährleisten.

Was aber ist die sinnvollste, was die wirtschaftlichste Variante? Nachdem das Ergebnis des Wirtschaftlichkeitsvergleiches feststand, kam der Stadtrat schlussendlich überein, dass eine Erneuerung des Schwimmbadabsorbers und der Betrieb ohne Nachheizung die mit Abstand günstigste Variante darstellt.

In diesem Zusammenhang von Interesse war auch die Kostenermittlung bei einer Beckenwassertemperatur von 21 bis 23 Grad. Aus Kreisen der Nutzer war der Wunsch geäußert worden, das Schwimmbecken auf eine feste Stütztemperatur zu beheizen. Dies generiert jährliche Zusatzkosten von 4800 bis 11 000 Euro.

Angemerkt hat die Studie, dass dies für die regelmäßigen Badegäste ein Komfortgewinn sei. Diese trügen im Verhältnis zu den gesamten jährlichen Eintritten wegen ihrer Jahreskarten relativ wenig bei, weshalb der Aufwand je Badegast, der dieses Angebot nutzt, sehr hoch sei, hieß es.

 

 

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