01.05.2016 - 20:36 Uhr
VilseckOberpfalz

Stryker bereiten weíteren Dragoon Ride vor Kavallerie übt in der Turnhalle

Sie tun es wieder. Die US-Kavallerie fährt Tausende Kilometer quer durch Europa. Nur geht es diesmal nicht vom Baltikum in die Heimat, sondern von Vilseck ins Baltikum. Mit dabei die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg.

Das 2. US-Kavallerieregiment aus Vilseck startet bald in Richtung russische Grenze. Auf dem mehr als 2000 Kilometer langen „Dragoon Ride“ fahren Soldaten der deutschen Panzerbrigade 12 mit. (Bild: paa)
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Das 2. US-Kavallerieregiment aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) rüstet sich für die größte Verlegeübung auf der Straße seit Ende des Kalten Krieges. Zusammen mit ihrem deutschen Partner, der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg, senden die Kavalleristen im Juni rund 1400 Soldaten und etwa 400 Fahrzeuge, darunter Radpanzer vom Typ "Stryker", auf der Straße nach Tapa in Estland.

Vergangene Woche prüfte das Regiment das Konzept für den "Dragoon Ride" II (Dragoner Ritt) noch einmal und präsentierten es Brigadegeneral James J. Mingus, Kommandeur des Mission Command Element (MCE) der 4. US-Infanteriedivison in Baumholder (Rheinland-Pfalz).

Dazu wird die Memorial (Gedächtnis)-Turnhalle in den Rose Barracks in Vilseck zum Übungsgelände. In der Mitte der Doppelhalle erstreckt sich auf dem Boden die Karte Europas, von der deutsch-französischen Grenze bis zum Baltikum - etwa so groß wie ein Volleyballfeld.

Um die Landkarte herum sind in U-Form Tische aufgebaut. An einer Längsseite stehen die Fahnen der beteiligten Nationen, die amerikanische, die tschechische, deutsche, die polnische, die litauische, die estnische, die lettische und die britische sowie zwei Leinwände für die bei der Armee üblichen Power-Point-Präsentationen. Nach und nach erläutern die Verantwortlichen die Übung. Soldaten schieben dazu Symbole für die Teile des Konvois und des Regiments über die Karte - so wie im Sandkasten auf dem Übungsplatz bei einer Einsatzbesprechung.

Brücke über die Naab

Vor etwas mehr als einem Jahr kehrten rund 500 Soldaten der 3. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments mit gut 60 Radpanzern vom Typ "Stryker" und rund 40 anderen Fahrzeugen unter dem Applaus der Familien nach 1800 Kilometern auf der Straße vom Baltikum in die Rose Barracks zurück. Der zweite "Dragoon Ride" dieses Jahr fällt deutlich größer aus. Mit 1400 Soldaten und gut 400 Fahrzeugen sind weitaus mehr beteiligt. Darunter: Rund 50 Soldaten der "Zwölfer" mit 16 Fahrzeugen. Sie kommen vom Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung (Kreis Freyung-Grafenau). Die Führung des deutschen Anteils hat der stellvertretende Bataillonskommandeur der Aufklärer, Oberstleutnant Alexander Knieling. Das ist nicht der einzige Beitrag der Panzerbrigade 12. Südlich von Weiden errichtet das Panzerpionierbataillon 4 eine Behelfsbrücke über die Naab. Diese soll ein Teil des Konvois zum Auftakt seiner langen Fahrt ins Baltikum nutzen.

Es gibt zwei Routen. Eine Hälfte der Kavallerie fährt rund 2400 Kilometer durch Tschechien und Polen ins Baltikum, die zweite etwa 2100 Kilometer über Dresden und durch Polen. Für Letztere überschneiden sich drei Übungen, ihre eigene "Dragoon Ride", die polnische Übung "Anakonda" mit rund 25 000 Teilnehmer aus 21 Ländern sowie die US-Luftlandeübung "Swift Response", bei der Fallschirmjäger aus den USA kommend abgesetzt werden.

Werbung für Nato

"Kommt dahin, macht etwas, redet darüber", sagt Oberst John V. Meyer, Kommandeur des 2. US-Kavallerieregiments. Ziel der Übung ist es, den Beistandswillen zu signalisieren, nach innen und nach außen. Während des "Dragoon Ride" gibt es deshalb nicht nur Übungen mit den jeweiligen Nato-Partnern, sondern wie im Vorjahr Begegnungen mit der Bevölkerung. Abschließend folgt im Baltikum die US-Übung "Saber Strike" (Säbel-Schlag). Nach Hause geht es per Schiff, Flugzeug und Bahn.

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