26.03.2017 - 20:10 Uhr
VilseckOberpfalz

US-Armee bei Enhanced Forward Presence in Polen: US-Kavallerie stärkt Nato-Ostflanke

Amerikanische Militärs betonen derzeit wieder und wieder, dass die USA bereit seien, ihre europäischen Partner zu verteidigen. Das ist in Vilseck nicht anders. Von dort kommt der US-Beitrag zur Nato-Verstärkung für Polen.

Ein Radpanzer vom Typ "Stryker" rollt durch die US-Kaserne "Rose Barracks". Bild: paa
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Im Sommer 2016 hat die Nato in Warschau als Reaktion auf den Krieg im Osten der Ukraine und die russische Annexion der Krim die militärische Verstärkung der Ostflanke beschlossen. Von Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) aus hat sich am Wochenende mit der 2. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments das erste Kontingent für den US-Beitrag zur Nato-Operation "Enhanced Forward Presence" (Vorne Präsenz) auf den Weg nach Polen gemacht.

Die USA haben die Führungsrolle für die Nato-Kampfgruppe in Polen übernommen, Deutschland in Litauen, Großbritannien in Estland und Kanada in Lettland. Diese jeweils rund 1000 Mann starken Verbände werden alle sechs Monate ausgetauscht, um nicht gegen die Nato-Russland-Akte zu verstoßen. Zusammen mit Rumänen und Briten fahren die US-Kavalleristen mit ihren Radpanzern vom Typ "Stryker" von Vilseck auf zwei Routen, südlich an Berlin vorbei und über Prag, ins rund 1000 Kilometer entfernte polnische Oryzysz. Dort werden sie der 15th Mechanized Brigade unterstellt.

Auf der Straße nach Osten

Die US-Soldaten waren in den vergangenen Jahren häufiger zu Übungen in Osteuropa. Die Verlegung auf der Straße ist für das 2. US-Kavallerieregiment beinahe Routine: Im Zuge der Operation "Dragoon Ride" fuhr vergangenes Jahr der komplette Verband ins Baltikum. Im Jahr zuvor war eine Schwadron vom Baltikum aus nach Vilseck gefahren.

Dennoch ist der Einsatz diesmal anders. Nicht nur, dass die Kavalleristen in Polen vergeblich die Annehmlichkeiten suchen werden, die es etwa auf Basen in Afghanistan gab - einheimische Schnellrestaurants und ähnliches. "Spartan plus Wi-Fi" (spartanisch mit W-LAN) nennt die US-Arme die Unterbringung in Polen. Der Oberkommandierende des US-Heeres in Europa, Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges, sagte bei einer Vorbesprechung vor einigen Wochen zur Illustration: "Bereitet euch vor sechs Monate lang dreimal am Tag, Kartoffeln zu essen."


Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr übten die US-Soldaten, Schützengräben zu erobern. Von derartige Stellungen berichten OSZE-Beobachter aus der Ostukraine. Zudem soll die 2. Schwadron die polnischen Grenze erkunden. Dies hat der Verband in der Zeit des Kalten Krieges entlang der bayerisch-tschechischen Grenze getan hat. Daran erinnerte Regimentskommandeur, Oberst Patrick J. Ellis, bei der Verabschiedung der 2. Schwadron am Samstag in Vilseck.

Zeichen der US-Solidarität

Hodges Stellvertreter, Generalmajor Timothy P. McGuire, nannte den US- Einsatz am Samstag ein "sichtbares Zeichen für die amerikanische Verpflichtung". Ähnlich äußerte sich Oberstleutnant Steven E. Gventer, Kommandeur der 2. Schwadron. Am 1. April will er mit seinem Verband in Oryzysz einsatzbereit sein. Der Ort liegt rund 160 Kilometer südlich des russischen Kaliningrad - dort sollen rund 30 000 Soldaten stationiert sein

 

 

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