Vilseck tritt dem Zweckverband für Tempomessungen bei
Mit 148 km/h durch die Stadt

Mit so einer Tempoanzeige hat die Stadt unter anderem nach der Bahnunterführung ortsauswärts die hier gefahrenen Geschwindigkeiten gemessen. Dabei zeigte sich das grüne und lächelnde Gesicht eher selten. Meistens waren es die hängenden Mundwinkel samt tiefroter Beleuchtung, was zwar bislang zu keinen Ahndungen führte. Aber das soll sich ändern, wenn die "Smilies" verschwinden und künftig durch den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit echt geblitzt wird. Bild: e
Politik
Vilseck
14.12.2016
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Vilseck sagt Rasern den Kampf an. Der Stadtrat hat jetzt beschlossen, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz mit Sitz in Amberg beizutreten. Er soll ab 2017 regelmäßig Tempokontrollen machen und so potenzielle Schnellfahrer wie andernorts zur Räson bringen.

Das ist bitter nötig, wie Bürgermeister Hans-Martin Schertl bei der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich machte: "Die Auswertung der Messergebnisse in der Bahnhofstraße zeigt, dass hier nicht nur zu schnell gefahren, sondern echt gerast wird." So habe heuer die gestoppte Höchstgeschwindigkeit stadteinwärts auf Höhe der Tierarztpraxis bei lebensgefährlichen 148 km/h gelegen. Stadtauswärts habe das Messgerät nach der Bahnunterführung ein Höchsttempo von 118 km/h registriert.

85 Prozent klar zu schnell

85 Prozent der Verkehrsteilnehmer überschreiten regelmäßig die Geschwindigkeit um bis zu 20 km/h, fasste Schertl zusammen, für den es geradezu zwingend war, vor allem in diesem Straßenabschnitt verstärkt Verkehrs- und Radarkontrollen zu machen. Die Polizei sei hier zwar ebenfalls tätig, aber ihre Messungen reichten bei weitem nicht aus.

Vor diesem Hintergrund sah es der Stadtrat regelrecht als Pflicht an, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz beizutreten, um sehr bald und vermehrt mit Radarüberprüfungen zu starten. Die von der Stadt aufgestellten Messgeräte, platziert an den Ortseingängen, zeigen laut Bürgermeister auch dort erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen. Hier seien Radarmessungen ebenso notwendig wie in Tempo-30-Zonen, zum Beispiel in der Dr.-Gräßmann-Straße.

Von wegen "Abzocke"

Das Vorurteil, solche Maßnahmen seien "Abzocke" ließ der Bürgermeister nicht gelten. Er sprach von einer erheblichen Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr, schließlich sei überhöhte Geschwindigkeit noch immer die Hauptursache für tödliche Unfälle. Es fehle offenbar oft die Einsicht, weshalb Kontrollen und Sanktionen unverzichtbar seien. Ein weiteres Argument für Schertl war die statistische Tatsache, dass bei einem Tempo von 65 km/h acht von zehn Fußgängern die Kollision mit einem Pkw nicht überleben, während bei 50 km/h dieses Zahlenverhältnis genau umgekehrt sei.
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