14.02.2018 - 20:00 Uhr
Vilseck

Bistum erläutert Gründe für Beurlaubung von Pfarrer Kiefmann (Vilseck) "Fortwährende Eskalation"

Das Bistum Regensburg hat den Vilsecker Pfarrer Johannes Kiefmann vor allem aus zwei Gründen beurlaubt: wegen gesundheitlicher Einschränkungen sowie wegen eines Konflikts in der Pfarreiengemeinschaft, der auch durch das Verhalten von Kiefmann eskaliert sei.

Johannes Kiefmann ist seit dem 2. Februar als Pfarrer von Vilseck und Schlicht beurlaubt. Bild: Steinbacher
von Markus Müller Kontakt Profil

 Was damit genau gemeint ist, erläuterte Clemens Neck, der Pressesprecher des Bistums, am Mittwoch in einer Stellungnahme "zu den Vorgängen in Vilseck".

Zuletzt Zuspitzung

Darin heißt es, Generalvikar Michael Fuchs habe mit Schreiben vom 2. Februar Johannes Kiefmann, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Vilseck/Schlicht, "auf Grund der Entwicklungen der letzten Monate, der Zuspitzungen der letzten Wochen und aus gesundheitlichen Gründen ab sofort bis auf Weiteres vom Amt des Pfarrers in beiden Pfarreien beurlaubt". Das bedeutet: Kiefmanns Rechte und Pflichten als Pfarrer ruhen in dieser Zeit. Er könne aber zunächst weiter im Pfarrhaus wohnen.

Hintergrund der Entwicklung in Vilseck ist nach Auffassung des Bistums "ein Mitte vorigen Jahres entstandener persönlicher, nicht seelsorglicher Konflikt in der Pfarreiengemeinschaft und dessen fortwährende Eskalation". Die Folgen dieses Konflikts wurden "auch durch das Verhalten des Pfarrers zunehmend zur Belastung in der seelsorglichen Zusammenarbeit und Akzeptanz. Mittlerweile häufen sich gesundheitliche Einschränkungen beim Pfarrer", schreibt Neck weiter.

Die Verantwortlichen der Diözese hätten von Anfang an versucht, "in zahlreichen Gesprächen mit dem Pfarrer und einigen Gruppen und Einzelpersonen sich ein Bild von den Aussagen der verschiedenen Seiten zu machen, die Lage zu beruhigen und die Voraussetzung für eine geordnete Seelsorge wiederherzustellen". Diese Versuche seien aber gescheitert, "so dass Vertreter der Diözese im Gespräch dem Pfarrer schließlich einen Amtsverzicht nahegelegt haben". In dem Schreiben vom 2. Februar sei das nochmals bekräftigt worden.

Noch nicht verzichtet

Und wie reagierte Kiefmann? Neck: "Noch hat sich Pfarrer Kiefmann nicht zu einer Annahme durchringen können." Was passiert, wenn er weiterhin nicht auf sein Amt verzichtet? Neck will kein Öl ins Feuer gießen: "Uns liegt daran, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen." Und eine schnelle.

Pfarrgemeinde wählt nicht

Reagiert hat Generalvikar Michael Fuchs jetzt zudem mit einer Verschiebung der Pfarrgemeinderatswahl. Die schwierige Situation in Vilseck habe die Vertreter der pfarrlichen Gremien veranlasst, Pfarradministrator Walter Hellauer um die Verschiebung zu bitten, teilt Neck mit. Damit findet - anders als im Rest Bayerns - am 25. Februar in Vilseck keine Pfarrgemeinderatswahl statt. Sie wird auf unbestimmte Zeit verschoben. "Zum neuen Termin gibt es noch keine konkreten Überlegungen", heißt es aus Regensburg.

Nicht wegen Walter Mixa

Die AZ wollte von Neck zudem wissen, ob auch die von Gemeindemitgliedern kritisierten Besuche von Walter Mixa in Vilseck bei der Eskalation eine Rolle gespielt haben. Der umstrittene frühere Bischof von Eichstätt und Augsburg wurde als persönlicher Freund von Kiefmann mehrmals in die Pfarrei eingeladen. Necks Antwort: "Die Person des Bischofs emeritus spielt in dem Zusammenhang keine Rolle."

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