24.01.2018 - 11:15 Uhr
VilseckOberpfalz

Telefonbetrüger geben sich als "Vollzugsbehörde" aus Wer die 1 drückt, muss zahlen

Ein 54-jähriger Vilsecker alarmierte am Mittwoch die Polizei, nachdem er einen sogenannten Ping-Anruf erhalten hat. Bei dem Mann hatte sich telefonisch eine Computerstimme gemeldet, die sich als "Vollzugsbehörde Stuttgart" ausgab. Gegen ihn läge ein "Pfändungsbeschluss" vor, hieß es. Wenn er nähere Informationen wolle, solle er die 1 oder eine andere Taste am Telefon drücken. Hätte der Vilsecker das gemacht, wäre ihm wohl ein völlig überteuertes Telefongespräch verrechnet worden.

Vorsicht vor der "Vollzugsbehörde Stuttgart": Eine neue Betrugsmasche am Telefon greift um sich.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Dem Vilsecker, von Beruf Fernmeldetechniker, kam die Masche sofort dubios vor. Er informierte die Polizei und die Verbraucherzentrale. Bundesweit sorgt die Betrugsmasche bereits seit Wochen für Schlagzeilen. Von einem gleich gelagerten Fall in Niedersachsen ist bekannt, wie sich die Kostenfalle auswirkt: Wer die 1 drückt, gerät in kostenpflichtige Warteschleifen, bei 2 soll ein angeblicher Anwalt vermittelt werden. Dabei hält dann ein echter Täter das Opfer in der Leitung. Die überhöhten Telefonkosten werden mit der nächsten Rechnung abgebucht.

Laut dem Betrugsopfer werden von den Gaunern offenbar gezielt kurze Telefonnummern ausgesucht. Hier ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es sich um ältere Anschlüsse und somit Senioren am anderen Ende der Leitung handelt. Die Verbraucherzentrale betont, dass gerichtliche Verfügungen niemals telefonisch, sondern stets schriftlich mitgeteilt würden. Außerdem sei in der Oberpfalz nie eine Justizbehörde in Baden-Württemberg zuständig.

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