04.05.2018 - 11:04 Uhr
VilseckOberpfalz

Zum Florianstag der Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach Nachwuchs auf neuen Wegen

Der 4. Mai ist der Florianstag. Landauf, landab gedenken die Feuerwehrleute ihres Schutzpatrons - auch in Vilseck. Dort machen die Jüngsten unter den Floriansjüngern mit einem bemerkenswerten Projekt von sich reden. 

von Uli Piehler Kontakt Profil

Wie fast alle Landkreisgemeinden verfügt auch die Stadt Vilseck über mehrere Feuerwehren in den einzelnen Ortsteilen. Sieben sind es hier: in Vilseck selbst, in Ebersbach, Gressenwöhr, Schlicht, Schönlind, Sigl und Sorghof. Sie sind eigenständig, geben aber ein Stück davon auf. Die Nachwuchsarbeit haben sie der neu gegründeten Jugendfeuerwehr in der Gemeinde übertragen. Für dieses Projekt gab es im vergangenen Jahr den Ostbayerischen Feuerwehrpreis.

"Die Anstrengungen und der organisatorische Aufwand wird belohnt. Wir blicken positiv für die Nachwuchsarbeit in die Zukunft", freute sich Bernhard Lindner, Jugendwart der Feuerwehr Ebersbach damals. Und Andreas Männer, 1. Gemeindejugendwart, betonte: "Ohne die großartige Zusammenarbeit aller Feuerwehren und die Unterstützung der örtlichen Firmen wäre so ein Projekt undenkbar gewesen. Ich bin sehr stolz!" Und wie sehen die Jugendlichen die Kooperation? Die Jungs und Mädels haben ganz unterschiedliche Motive, sich zu engagieren.

"Ich bin bei der Feuerwehr, weil es in unserer Familie Tradition ist. Mein Opa, mein Vater und meine Mutter waren oder sind ebenfalls bei der Feuerwehr", sagt Jonas Schraml (15) aus Schlicht. In der neuen Jugendfeuerwehr habe er viele neue Freunde kennengelernt. Für Jugendsprecher Nikolas Singer (16, Vilseck) ist der Feuerwehrdienst mindestens so interessant wie Mannschaftssport. "Ich hatte das Fußballspielen vor einiger Zeit aufgehört und bin durch meine Freunde zur Feuerwehr gekommen", erzählt er. "Der Zusammenhalt und das Miteinander macht Spaß."

Auch Mädchen sind in der Nachwuchsorganisation willkommen. Samantha Wall (15) aus Vilseck ist mehr die "Self-Made-Frau" und liebt es, praktische Kniffe zu lernen. "Bei der Feuerwehr lernt man Dinge, die man auch im täglichen Leben gut gebrauchen kann." Die Knoten, die sie gelernt hat, hat sie bereits zu Hause angewandt. "Was in meinem Zimmer hängt, hält bombenfest." Natürlich sei das nur ein Nebenaspekt, betont sie. Die Ausbildung mache ihr Spaß und über allem stehe die Motivation, anderen Menschen im Notfall helfen zu können.

Einen eher praktischen Ansatz verfolgt auch der zwölfjährige Vinzenz Meyer aus Vilseck. Er hilft daheim am Bauernhof mit, bedient die landwirtschaftlichen Geräte. "Durch das Löschschlauch-Kuppeln, fällt mir das Schlauchkuppeln der Güllefässer daheim sehr leicht", lacht er. Luis Ziegler (13) aus Vilseck verweist auf einen für ihn entscheidenden Vorteil des gemeindeweiten Zusammenschlusses: "Dadurch können coole Übungen organisiert werden. Besonderen Spaß hat mir der 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag gemacht." Dabei durften die Jungs und Mädels nicht nur mit den Fahrzeugen der eigenen Wehr, sondern auch mit den Fahrzeugen der anderen Wehren für die simulierten Einsätze ausrücken. Auch der 13-jährige Timm Kramme aus Unterweissenbach schwärmt von diesem Tag. "Es macht Spaß, mit meinen Freunden etwas Gutes zu tun und später anderen helfen zu können", sagt er.

Einen anderen positiven Nebeneffekt der ortsübergreifenden Kooperation rückt Jakob Schiesslbauer (12) aus Vilseck ins Blickfeld. Er freut sich, "dass man auch die Fahrzeuge der anderen Wehren und die Jugendlichen kennenlernt" - Wissenstransfer im Alltag und Netzwerkbildung auf dem Land. Die gemeinsame Jugendfeuerwehr fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Kommune und sorgt für eine Professionalisierung bei der Feuerwehrarbeit. "Schließlich sind das unsere Kameraden, wenn wir später bei Einsätzen gemeinsam helfen."

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