"Marlow" und sein Herrchen Michael Ring
Ara ruft am liebsten „Kuckuck“

Bei Michael Ring fühlt sich "Marlow" so richtig wohl. Im Flug zeigt sich die schillernde Farbenpracht des großen Gelbbrust-Aras noch mehr. Bild: fjo
Freizeit
Vohenstrauß
30.12.2016
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Gelbbrustara Marlow und Michael Ring sind längst "ein Herz und eine Seele". Bild: fjo

"Marlow" ist 80 Zentimeter groß, ein dickes Schiffstau ist sein Lieblings-Spielzeug. Außerdem sitzt er auch gerne auf der Schulter von Michael Ring. Der zutrauliche und verspielte Kerl fühlt sich in der Nähe seines Herrchens am wohlsten.

Vohenstrauß/Etzgersrieth. (fjo) Der etwas über zwei Jahre alte Gelbbrust-Ara ist bei weitem nicht der einzige Exot, den der 46-jährige Etzgersriether sein Eigen nennt. Der größte Hingucker ist "Marlow" allemal. Das leuchtende Gefieder des großen Vogels zieht unweigerlich viele Blicke auf sich. Geschlüpft am 24. September 2014, misst er vom Scheitel bis zur Schwanzspitze 80 Zentimeter und wiegt 1300 Gramm. Allein die bunten Schwanzfedern erreichen locker über einen halben Meter.

Vor etwa zwei Jahren flammte in Ring die Leidenschaft zum einst lange Zeit gefrönten Hobby, der Vogelzucht, wieder auf. Wenig später waren bereits kleine Pennantsittiche im Hause und im Vohenstraußer Verein der Vogelfreunde Gleichgesinnte gefunden. Zuhause nahm die Zahl der Vogelpärchen derweil ständig zu. Vor allem farbenfroh und schillernd bunt geht es hier in vielen geräumigen und richtig großen Volieren zu, in denen Großsittiche in allen Farben und nordische Gimpel fliegen.

Liebe auf den ersten Blick

Bald spielte Ring mit dem Gedanken, einmal nach größeren Exemplaren Ausschau zu halten. Eher zufällig stieß er auf die Gattung der Gelbbrust-Aras. "Das wäre auch etwas für Vohenstrauß und könnte eine Attraktion für den neuen Park sein", hatte er sich gedacht. So ein bisschen etwas, wie Liebe auf den ersten Blick sei es dann schon gewesen, als er sich mit weiteren Vereinskollegen damals "Marlow" angesehen habe "wie er dastand in dieser Pracht". Dabei sei es nicht geblieben, denn eine Entscheidung zum Kauf fiel sofort. Bereits dabei habe er jedoch bemerkt: "Nur Autofahren mag ,Marlow' partout nicht. Da wird ihm noch immer richtig übel."

Längst hatte sich der neue Besitzer über die Voraussetzungen, das Verhalten des großen Vogels oder dessen Lieblingsspeisen wie Bananen und Nüsse informiert. Selbst harte Mandelschalen bricht er mit seinem kräftigen Schnabel in Sekundenschnelle auf. Inzwischen höre das außergewöhnliche Tier auf seinen Namen, sage "Hallo" zu allen möglichen Leuten oder Autos, die vorbeifahren, und könne außerdem deutlich seinen Namen krächzen. Am Allerliebsten ruft er aber "Kuckuck". Wie laut das werden könne, habe er auch schon ein paar Mal erlebt. "Zwei bis drei Kilometer weit kann so ein Ruf dringen."

Fliegen sei hingegen nicht so "sein Ding", lieber kraxle und turne er. ",Marlow' ist schön handzahm und will auch viel gestreichelt und gekrault werden." Der Spaß kommt dabei nie zu kurz. Etwa, wenn sich der Vogel schnell hinter dem Rücken seines Besitzers verzieht, nur weil Fremde ins Haus kommen. Ängstlich blickt er dann über seine Schulter und das Zutrauen kehrt erst langsam wieder zurück.

Eine lange gemeinsame Zeit steht dem Etzgersriether nun ins Haus. Bis zu 100 Jahre können Gelbbrust-Aras werden, der Durchschnitt liegt noch zwischen 60 und 80 Jahren. Selbst in ihrer natürlichen Heimat Südamerika werden die Tiere rund 50. Ganz ohne ist die Haltung nicht, denn die Gattung ist meldepflichtig beim Landratsamt. Die geschlossene Beringung am rechten Bein ist zudem ein Nachweis dafür, dass es sich um eine Handaufzucht handelt.

Als nächstes ein Weibchen

Im neuen Jahr soll ein weibliches Tier hinzukommen, um zu beobachten, wie "Marlow" dies aufnimmt. Mit einer Zucht ist noch nicht zu rechnen, weil die Tiere erst ab rund fünf Jahren Nachwuchs bekommen.
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