10.04.2018 - 17:08 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Opernsängerin Laura Demjan entscheidet sich bewusst für die nördliche Oberpfalz Die Provinz als Bühnen-Sprungbrett

Die Staatstheater in Nürnberg und Saarbrücken sind die Bühne für Laura Demjan. Als Sopranistin steht sie am Anfang ihrer Karriere. Gleichwohl wählt die 32-Jährige die oberpfälzische Provinz als Wohnort. Die Gründe für diesen sehr persönlichen Schritt überraschen nicht.

Sie ist auf Bühnen und bei Konzerten in ganz Deutschland zu Gast - und in der Nordoberpfalz daheim: Opernsängerin Laura Demjan. Bild: privat
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Vohenstrauß/Nürnberg. Der Liebe zu ihrem Mann und der kleinen Kinder wegen lebt die mit zahlreichen Förderpreisen bedachte Sängerin seit kurzem in Vohenstrauß (Kreis Neustadt/WN). Das in der deutschen Opern-Szene beachtete Nachwuchs-Talent ist sich nicht zu schade, auch mal im örtlichen Kirchenchor als Solistin auszuhelfen: So lokal verwurzelt ist inzwischen Laura Demjan als gebürtige Saarbrückerin.

Ihre Bühnen-Auftritte sind in ganz Deutschland. Warum wohnen Sie in Vohenstrauß?

Laura Demjan (lacht): Fahren muss ich immer - ob nach Saarbrücken, München oder Wuppertal. In wenigen Minuten bin ich auf der Autobahn A 6, in einer Stunde am Staatstheater Nürnberg. Mein Ehemann - er stammt übrigens aus Mähren bei Brünn - betreibt mit einem Freund eine Firma in Waidhaus. Vohenstrauß hat uns gut gefallen: Eine kleine Stadt, in der trotzdem alles vorhanden ist, einschließlich schönem Marktplatz und netten Geschäften. Die Infrastruktur ist perfekt. Die Oberpfälzer haben uns herzlich und gut aufgenommen.

Was führt eine Opernsängerin ausgerechnet zum Kirchenchor?

Eine durch den Kindergarten Don Bosco - da ist meine dreieinhalbjährige Tochter - befreundete Mutter singt im Sopran des Kirchenchors. Sie fragte mich einfach. Ich habe auch mal so angefangen: Als 16-Jährige in einem Chor; ich hatte dann das Glück, dass großartige Lehrer auf mich aufmerksam wurden. Bei den Amateuren ist immer so viel Herz dabei - und es macht Spass, in einer vollen Kirche zu singen.

Sie haben eine Top-Ausbildung als Sängerin erfahren. Wo setzen Sie heute Ihre Schwerpunkte?

Einmal in der Barock-Musik mit barocken Arien und Renaissance-Liedern etwa bei den "Tagen für Alte Musik"; zum anderen in der Oper. Hier kommt die Schauspiel-Komponente dazu und ich kann in verschiedene Rollen schlüpfen. Zuletzt sang ich den 1. Knaben in der "Zauberflöte" in Nürnberg. Aber auch geistliche Musik wie Mozarts C-Moll-Messe in München oder der "Messias" in Hof gehören zum Repertoire.

In welchen Rollen sehen wir Sie 2018 an den Staatstheatern?

Ich bitte um Verständnis, dass ich dazu nichts sagen kann, denn die Spielpläne sind noch nicht offiziell.

Wie verläuft der Alltag einer professionellen Sängerin?

Ich probe so gut wie jeden Tag. Ich vergleiche mich fast mit einer Leistungssportlerin. Denn die Stimme ist ein Muskel, der in Übung bleiben muss. Dazu gehören Atemtechnik, das Nutzen eigener Resonanzräume und der von Auftrittsorten. Man führt die Stimme in relativ kleinen Räumen anders als in Staatstheatern. Große Kirchen unterstützen übrigens die Stimme.

Alkohol gibt es nur in sehr beschränkten Maßen, vor und bei Auftritten verzichte ich ganz auf ihn. Ich muss auch viel schlafen. Nicht zu vergessen ist das große Arbeits-Pensum am Computer, etwa mit dem Übersetzen von Arien oder der Akquise von Konzerten. Bei allem beruflichen Engagement hat meine Familie natürlich eine hohe Priorität.

Was steht auf Ihrer "Wunschliste" als Sopranistin?

Es ist mein Traum, einmal die "Pamina" in der "Zauberflöte" zu singen: eine Oper für Klein und Groß mit einer grandiosen Musik. Darüberhinaus will ich mein Barock-Repertoire erweitern; mit diesen Ensembles arbeite ich sehr gerne.

Es gibt übrigens noch eine Opernsängerin aus der Oberpfalz: die Mezzosopranistin Christa Mayer aus Sulzbach-Rosenberg.

Ja, ich traf sie bei einem gemeinsamen Konzert. Es war ein ausgesprochen nettes Kennenlernen.

Zur Person

Lara Demjan studierte Gesang an der Hochschule für Musik Saar und schloss ihre Studien an der Hochschule für Musik Nürnberg im Masterstudiengang Barockgesang ab. Sie war Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes, des Zonta Club Saarlouis e.V. und des Claudia-Meyer-Stipendiums der Hochschule für Musik Saar. 2011 gewann sie beim Internationalen Richard-Bellon-Wettbewerb einen 2. Preis und einen Förderpreis beim Walter-Gieseking-Wettbewerb der Musik-Hochschule Saar.

In der Spielzeit 2015/2016 war Laura Demjan Mitglied des Internationalen Operstudios Nürnberg. Seit 2017 arbeitet sie freiberuflich als Sängerin. (cf)

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