Bischof Rudolf Voderholzer auch im Caritas-Seniorenheim "in die Herzen der Menschen gekommen"
Offene und unkomplizierte Art

Im Saal des Caritas-Altenheims schüttelte Bischof Rudolf Voderholzer jedem der fast 70 Senioren die Hand. Außerdem hatte er viele nette Worte für die Bewohner parat. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
27.04.2013
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Bischof Rudolf Voderholzer hat sein Ziel mehr als erreicht. "Hinein ins Bistum" lautete ursprünglich das Motto seines dreitägigen Aufenthalts in der Region. Aber stattdessen ist er "in die Herzen der Menschen gekommen", sagte Regionaldekan Gerhard Pausch am Freitag beim Besuch des hohen Würdenträgers aus Regensburg im Caritas-Senioren- und Pflegeheim.

Voderholzer wollte unter anderem demonstrieren, dass nicht Regensburg als Nabel der Welt oder Zentrale angesehen werden soll, sondern wie sehr ihm die Bevölkerung in der Region am Herzen liegt. Die Menschen hätten seine offene und unkomplizierte Art "sehr positiv und wertschätzend aufgenommen", resümierte Pausch.

Diese Art war auch in der Einrichtung für Senioren deutlich spürbar. Voller gespannter, freudiger Erwartung harrten die Männer und Frauen aus, denn der Bischof hatte sich wegen eines spontan anberaumten Einzelbesuchs in Waldau etwas verspätet. Doch das Warten hatte sich gelohnt, denn im Saal schüttelte Voderholzer nach gemeinsam gesungenen Liedern jedem der fast 70 Anwesenden die Hand und hatte viele nette Worte für die Bewohner parat. Ein Mann konnte seine Gefühle nicht im Zaum halten und brach in Freudentränen aus.

Schweres Leben

Außerdem besuchte er vier Frauen in ihren Zimmern, darunter die Schwestern Sophie (89) und Pauline (88) Kunz. Sie freuten sich sehr und erzählten Voderholzer von ihrem teils schweren Leben, das vor allem Sophie Kunz hatte. Schon mit 2 Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung. Der Bischof hörte aufmerksam zu und erkundigte sich auch nach ihrem Tagesablauf. Auf die Frage, ob ihnen denn das Essen gebracht werde, antwortete Pauline Kunz kurz und bündig: "Pünktlich und gut."
"Ich bin hier fast daheim", gestand der Bischof im Pressegespräch vor dem Treffen mit den Senioren. Die Familie seiner Mutter stammte aus Kladrau, daher ist er "schon oft durch die Gegend gefahren". In Vohenstrauß war er aber am Freitag dennoch zum ersten Mal. Vor allem die Landschaft beeindruckte ihn sehr.

Voderholzer zog außerdem Bilanz eines "dichten Programms mit vielen bewegenden Momenten". Es war sein erster Regionalbesuch und er "wüsste nicht, was man hätte besser machen können". Allerdings könne man eine Region in drei Tagen nur exemplarisch kennenlernen. Zurück in Regensburg werde er sich daher erst einmal "hinsetzen und die Punkte notieren, um die Eindrücke zu verarbeiten".

Vor allem der Donnerstag mit sechs Terminen in Nabburg, Pfreimd, Eschenbach, Pichlberg und Altenstadt/WN sei sehr anstrengend gewesen. "Das halte ich nicht lange durch." Er musste ständig präsent sein, sich auf Situationen einstellen und sah außerdem "Hunderte neue Gesichter".

Doch alle Gespräche seien sehr substanziell gewesen. Auch die Ökumene sparte Voderholzer nicht aus, vor allem im Bereich der Schulen. Der Pichlberger Pfarrer Werner Kaspindalin hatte das Thema am stärksten angesprochen. "Das Miteinander der Konfessionen ist weiter im Norden eine noch größere Herausforderung", meinte der Regensburger. Vergleichsweise dazu war der Freitag relativ entspannt.

Soziale Einrichtung

Das Caritas-Heim war deswegen ausgewählt worden, weil unter den Zielen "eine ausdrücklich kirchliche soziale Einrichtung dabei sein sollte", erklärte der Bischof. Bei Leiter Martin Kindl und Caritas-Direktor Dr. Roland Batz erkundigte er sich über das Haus und sah sich darin um. "Das Altenheim in Nähe der Kirche war sehr vorausschauend geplant." Überrascht war er vom hohen Anteil an Pflegebedürftigen (98 Prozent).

Am Freitagvormittag war Voderholzer im Heilpädagogischen Zentrum in Irchenrieth. Am Nachmittag ging es zum Abschluss seines Besuchs noch in die Wallfahrtskirche auf den Fahrenberg. (Weitere Berichte auf Seite 33.)
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