CSU wählt Landratskandidaten mit eindrucksvollem Ergebnis zum stellvertretenden ...
Alles läuft auf Andreas Meier zu

An der Spitze des neuen CSU-Kreisvorstands bleibt Landrat Simon Wittmann (sitzend, Mitte). Schon in knapp zwei Jahren soll ihn aber ein Jüngerer ablösen. Das könnte Andreas Meier (sitzend Dritter von links) sein. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
03.05.2013
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Der Stellvertreter bekommt bei Vorstandswahlen eine Stimme mehr als der Chef. Und der freut sich darüber noch ausgelassener als der Vize selbst - verkehrte Welt beim CSU-Kreisverband. Für Simon Wittmann aber ein "Signal, dass wir auf dem richtigen Weg sind".

So richtig neidisch musste er auf seinen Schützling auch nicht sein: Wittmann bekam in der Kreisversammlung in der Stadthalle Vohenstrauß 197 Stimmen der 204 Delegierten. Ein 98,5 Prozent schwerer Vertrauensbeweis. Andreas Meier, der designierte Nachfolger als Landrat, erhielt als einer der Stellvertreter sogar 198 Stimmen. Meier übernahm den Posten von Ludwig Würth aus Windischeschenbach, der sich nicht mehr zur Wahl gestellt und seine Karrierepläne in der Partei wohl aufgegeben hat.

Auch die übrigen Vize-Vorsitzenden schnitten gut ab: Petra Dettenhöfer (192 Stimmen), Albert Nickl (179) und Gerald Morgenstern (177).

Am Applaus war zu hören, dass dem Parteivolk die rekordverdächtigen Voten schmeckten. Es wertet die Abstimmung als Zeichen des Zusammenhalts, den Wittmann in seiner 35-minütigen Rede vor dem Wahlmarathon in den nächsten 14 Monaten mehrmals anmahnte.

"Sensibilität fehlt"

Da passt die Affäre um Familienbande in Landtagsabgeordneten-Büros überhaupt nicht. "Es fehlt ein Stück Sensibilität", beklagte Wittmann. "Allerdings auch bei den anderen Parteien, da haben das auch Leute gemacht." Aus Petra Dettenhöfers Worten konnte man fast so etwas wie eine Abrechnung mit Fraktionschef Georg Schmid heraushören. "Ich bin so zornig, dafür fehlt mir jegliches Verständnis." Wie Wittmann glaubt sie aber, dass die Landtagsfraktion dank Christa Stewens wieder auf Kurs kommt.
Zwischen Eslarn und Kirchenthumbach ist die CSU-Welt bereits in Ordnung. 3039 Mitglieder in 53 Ortsverbänden bedeuten 20 mehr als im Vorjahr, bilanzierte der Kreisvorsitzende. "Mit allen Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreisen haben wir 5000 Mitglieder. Das sind 5 Prozent der Landkreisbevölkerung. Das bedeutet Verankerung, Bürgernähe und Gestaltungskraft."

Dazu komme ein Netzwerk bis nach Berlin, wo Albert Rupprecht im Bundestag die Wünsche aufnehme, die den Wahlkreis bewegten. Wittmann: "Was er beim Erhalt des Bundeswehrstandorts Weiden geleistet hat, obwohl das Aus schon beschlossen war, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen." Der Angesprochene forderte auch gleich, dass die CSU ihre Erfolge offensiver verkaufen sollte. "Wir sind keine Engel, aber die erfolgreichste Volkspartei Europas. Das sollten wir uns auch von manchen Medien nicht nehmen lassen, die immer auf Skandalisierung aus sind." Warum die Christsozialen angeblich so gut sind, erklärte Rupprecht am Beispiel Regionalförderung, über die die EU-Kommission im Juli entscheidet.
"Die Entwürfe sind verheerend, da bleibt für das Grenzgebiet zu Tschechien nichts, weil wir so gut da stehen. Aber seit drei Jahren bearbeiten wir die Kommissare, dass wir trotzdem Sonderfördergebiet werden."

Erst letzte Woche sei es wieder so weit gewesen, als EU-Kommissar Joaquín Almunia im Wirtschaftsausschuss des Bundestags zu Gast war, berichtete Rupprecht. "Wir CSU-Abgeordneten haben uns auf diesen Besuch intensiv vorbereitet, die Rollen verteilt und vorher mit Ministern und in der Landesgruppe unzählige Telefonate geführt. Von der Bayern-SPD war nur einer dabei, und der hat sich nicht zu Wort gemeldet. Das Thema ist der SPD anscheinend nicht wichtig genug. Aber sollte es mit der Förderung gut ausgehen, ist der Weidener OB der Erste, der das schriftlich rausschickt und seinen Leuten zuschreibt."

Andrea Lang für Bezirkstag

Die kämpferischen Töne brachten dem Albersriether bei der Wahl der 18 Beisitzer gleich das beste Votum ein. Auch Marianne Rauh aus Theisseil und Josef Wittmann aus Mantel schnitten gut ab.

Neben Andreas Meier ist vor allem die Pleysteinerin Andrea Lang Hoffnungsträgerin der Kreis-CSU. Sie soll über die Liste in den Bezirkstag. Bei den Beisitzer- und Delegiertenwahlen setzten sich die Schwergewichte durch, aber auch einige Neulinge schafften den Sprung in die Gremien, etwa Severin Hirmer, Edgar Knobloch und Johannes Püttner.
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