Realschul-Brunnen aus Porzellan vor fast zehn Jahren eingeweiht - Vorgänger steht in Lämersdorf
Säulen symbolisieren Synthese

Seit Ende 2003 hat die Realschule einen Porzellanbrunnen, den die Künstlerin Stefanie Nicklas aus Tännesberg entworfen hat. Der alte Brunnen aus Granit, den der ehemalige Kreisbaumeister Ambros Ach 1966 erstellt hatte, ziert die Ortsmitte von Lämersdorf. Bilder: hfz (2)
Lokales
Vohenstrauß
26.04.2013
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Von den etwa zwölf Brunnen in und um Vohenstrauß stehen einige nicht mehr an ihrer ursprünglichen Stelle. Der prominenteste davon ist der Realschul-Brunnen, der schon seit längerem die Ortsmitte von Lämersdorf ziert. Dafür ziert die Bildungseinrichtung seit fast zehn Jahren ein Kunstwerk aus Porzellan.

Die Einweihung dieses besonderen Wasserspenders am 30. Mai 2003 markierte das offizielle Ende von umfangreichen Bauarbeiten an der Schule. Die Künstlerin Stefanie Nicklas aus Tännesberg, eine ehemalige Realschülerin, hatte ihn entworfen. Das gute Stück kostete damals 20 000 Euro.

Wappen abgebildet

Den alten Brunnen aus Granit hatte der ehemalige Kreisbaumeister Ambros Ach 1966 erstellt. Darauf sind die Wappen von Bayern, der Oberpfalz, Altlandkreis und Stadt Vohenstrauß abgebildet.

Die Segnung des Porzellanbrunnens war für die Realschule ein Freudentag. Der damalige Rektor Hermann Weig sah ihn "ähnlich eines ,freudigen Ausrufezeichens' hinter all den Bemühungen um den Neubau", hieß es im NT-Artikel vom 2. Juni 2003

Auf dem Schulvorplatz hatte Nicklas "eine beeindruckende Synthese aus Wasser, Plastik und Architektur" geschaffen. Das Bauwerk in seiner "schlichten Schönheit und den warmen Farben" strahle fast mediterranen Charakter aus und war mit dem künstlerischen Konzept in eindrucksvoller Form vollendet worden.
Der Brunnenplatz sollte die Verbindung von Öffentlichkeit und innerem Schulalltag symbolisieren. Neben der repräsentativen Funktion sollte er aber auch verdeutlichen, "dass das öffentliche Gebäude eine Stätte des Lernens, der Erziehung, der Ausbildung von sozialen Netzen - der Entwicklung von jungen Menschen ist", stand in dem Bericht weiter.

Weig bezeichnete die hoch strebenden Säulen vor dem Eingangsportal als "Sinnbilder der Stützen und Grenzen, die den jungen Menschen in der Bildungseinrichtung gegeben werden". Gleichzeitig symbolisiere der Brunnen die Schulgemeinschaft.

Jeder Schüler ist ein unverwechselbares Individuum, daher ist auch jede der 20 Wassersäulen ein Unikat. "Und doch ergeben sie erst alle gemeinsam diesen nachhaltigen Eindruck eines herrlichen Gesamtkunstwerks, sie vereinen sich zu einer harmonischen Synthese. Genauso wie sich erst die Gesamtzahl aller Schüler zu einer intakten Schulfamilie zusammenfügt", war sich Weig sicher.

Nicklas wollte mit ihrem Konzept vor allem Lebensfreude, gemeinsames Handeln und kreative Gedanken der Schüler zum Ausdruck bringen. Die Jugendlichen würden flexibel auf die Anforderungen des Schulalltags reagieren und sich vorwärts strebend um gute Leistungen bemühen.
Daher ragen die einzelnen Wassersäulen nach oben und spielen mit dem Wind. "Sie ruhen aber auf einem festen Fundament und lassen sich genauso wenig wie seine Schüler von den Unbilden der Welt um sich herum verbiegen", hoffte der Rektor.

Mit allen Sinnen genießen

"Die Fantasie spielen lassen und mit allen fünf Sinnen genießen", riet Simon Wittmann bei der Einweihung. Der Landrat sah den Brunnen nicht nur als Reminiszenz an die Porzellanindustrie. "Wie könnte man die Schule aber auch die Region in ihrer Vielfalt anders charakterisieren als mit aufstrebenden Säulen?", war der Landrat von der Schönheit des Brunnens beeindruckt.

Das Schlusswort blieb Josef Zilbauer vorbehalten: "Zwar außergewöhnlich, aber schön", kommentierte der damalige Bürgermeister das Projekt, das den Schulhügel seitdem reicher und farbenfreudiger präsentiert.
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