14.08.2014 - 00:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Rettungshundestaffel der Feuerwehr Roggenstein testet Fluggerät - Sponsoren für Anschaffung ... Drohne soll Spürnasen helfen

Am Boden sind Rettungshunde bei der Suche nach Vermissten so gut wie unschlagbar. Doch manchmal wäre auch Unterstützung von oben ganz hilfreich, findet Ausbilderin Karin Manner. Als eine der ersten Staffeln in Bayern testen die Roggensteiner daher den Einsatz von Drohnen.

Bei Neunburg vorm Wald hat die Roggensteiner Rettungshundestaffel schon zwei Übungen mit einer Drohne absolviert. Die Verantwortlichen überlegen, ein solches Fluggerät anzuschaffen. Der nächste Test ist am Samstag, 30. August, im Vohenstraußer Ortsteil. Bild: hfz
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Das Thema ist seit etwa einem Jahr aktuell, sagt Einsatzleiter Gerhard Kammerer. Jedoch war die Technik bisher noch nicht ganz ausgereift. In zwei Übungen bei Neunburg vorm Wald haben er und sein Team nun ein solches Fluggerät inner- und außerorts erfolgreich ausprobiert.

Die Test-Drohne war mit zwei Kameras bestückt, darunter eine für Infrarotaufnahmen. Die Erfahrungen bezeichnet Kammerer als "überwiegend positiv". Der technische Kamerad hat sich besonders bei der Unterstützung, Überwachung, Erkundung und Ortung bewährt. "Das ist von Vorteil, wenn eine vermisste Person zum Beispiel in einem Kornfeld oder in einem Straßengraben liegt", ergänzt Manner. Auf freien Flächen erleichtert die Drohne die Suche ebenfalls.

Auch Schwachpunkte

Doch es gibt auch Schwachpunkte. Für Waldflächen oder nachts ist der Einsatz nur eingeschränkt möglich, bei großer Hitze ist durch die Infrarotkamera kaum ein Unterschied zur Körperwärme auszumachen. Die Drohne kann per GPS zwar auch selbstständig fliegen, grundsätzlich sind zur Bedienung aber zwei geschulte Fachleute nötig: einer steuert das Gerät, der andere überwacht die Monitore. "Die Nase eines Hundes ist durch eine Drohne nicht zu ersetzen", ist Kammerer daher überzeugt.

Bei den Übungen mussten sich Freiwillige in verschiedenen Situationen verstecken, erklärt Kammerer. Die Suche lief dann parallel: Gewisse Gebiete werden mit den Hunden abgesucht, andere - wo es effektiver ist, mit der Drohne. Das fliegende Hilfsmittel ist allerdings eine sehr gute Ergänzung, "mit der man ganz anders agieren kann", meint Manner. Denn das Einsatzgebiet der Roggensteiner Rettungshundestaffel erstreckt sich auf die ganze Oberpfalz, zur Not auch darüber hinaus.

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch, Hund sowie unbemanntem Luftfahrzeug geht noch weiter. Hat die Drohne etwas entdeckt, müssen Zwei- und Vierbeiner den Fund inspizieren, denn es könnte sich statt eines Vermissten auch um ein Tier handeln. Und der Abtransport einer Person ist nach wie vor Sache der Helfer. "Erfahrung und Routine sind auch beim Einsatz mit der Drohne das Wichtigste", weiß Kammerer.

Deswegen überlegen die Verantwortlichen, sich so ein Gerät anzuschaffen. "Wir trainieren jede Woche und hätten es daher regelmäßig in Gebrauch." Ein Problem sind nur die Kosten von rund 15 000 Euro, die vor allem wegen der Spezialkameras so hoch sind. "Von Kommunen gibt es dafür normalerweise keine Zuschüsse." Daher sind die Roggensteiner auf Spenden und Sponsoren angewiesen.

Details klären

Schließlich müssen auch noch einige Details geklärt werden. Weitere Tests wird es ebenfalls noch geben. Einer davon ist am Samstag, 30. August, im Vohenstraußer Ortsteil geplant. Dann können sich alle Interessierten ein Bild vom Drohnen-Einsatz machen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.feuerwehr-roggenstein.de

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