26.08.2014 - 00:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Verein "Bürger und Polizei" will gegen geplanten Stellenabbau vorgehen Sicherheit auf dem Spiel

Die geplante Stellenreduzierung bei der Polizeiinspektion sorgt weiter für Diskussionsstoff. "Darunter leidet das Sicherheitsgefühl", befürchtet Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Daher will nun auch der Verein "Bürger und Polizei - Partner für Sicherheit" etwas dagegen unternehmen.

Die geplante Stellenreduzierung bei der Polizeiinspektion sorgt weiter für Diskussionsstoff. Symbolbild: Hartl
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

"Die drei Stellen müssen wieder ersetzt werden. Man fragt sich, warum ausgerechnet eine Polizeiinspektion wie in Vohenstrauß diese Posten abgeben soll?", wundert sich zweiter Vorsitzender Johann Walbrunn. Gerade im Grenzgebiet müsse die Polizei wegen Crystal Speed oder Einbrüchen Präsenz zeigen. Ansonsten könne es sein, "dass sich das ausweitet, wenn abgebaut wird".

Für die Sicherheit der Bevölkerung wäre es "eine einschneidende Situation", falls die Polizeiinspektion nachts nicht mehr besetzt wäre. Nicht nur bei schweren Delikten, sondern beispielsweise auch bei Wildunfällen. Zuerst müsse man dann nämlich "mit dem Präsidium in Regensburg telefonieren", und bis dann eine Streife komme, könne es lange dauern, berichtet Walbrunn über ein Gespräch mit einem Bürger.

Vorsitzender Josef Zilbauer ist zwar noch in Urlaub, sein Stellvertreter will nach dessen Rückkehr am Donnerstag aber gleich mit ihm sprechen, "ob wir eine Aktion machen". Denkbar wäre, über eine Unterschriftenaktion mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten oder zusammen mit den Bürgermeistern der Region aktiv zu werden. "Wenn wir erreichen, dass die Polizeiinspektion nachts weiter besetzt ist oder nur eine Stelle abgebaut wird, dann ist das schon ein Erfolg", sagt Pleysteins Altbürgermeister. Die Rathauschefs aus dem Altlandkreis waren schon im Präsidium in Regensburg, wo sie über das Ergebnis der Belastungsstudie informiert wurden. Wutzlhofer will dies aber weiter kritisch hinterfragen, weil die Kriterien der Bewertung nicht offengelegt worden seien.

Mit der CSU-Kreistagsfraktion wird er daher erneut das Gespräch mit den Verantwortlichen in der Bezirkshauptstadt suchen. Der Termin steht allerdings noch nicht fest.

Fraglich sei unter anderem, warum nur die Kriminalstatistik in die Auswertung aufgenommen worden war. "Polizeiarbeit ist mehr, dazu gehören auch Wildschäden oder Trunkenheitsfahrten." Wutzlhofer hat außerdem erfahren, dass eine andere Dienststelle, die weniger belastet ist als die in Vohenstrauß, eine zusätzlich Stelle bekommt.

Das Vorgehen der SPD-Landtagsabgeordneten Annette Karl sieht der Vohenstraußer Bürgermeister mit gemischten Gefühlen. "Die Frage ist, ob das Poltern etwas bezweckt oder ob nicht Argumente und Gespräche sinnvoller wären. Aber sie legt schon einen Finger in die Wunde."

Wutzlhofer befürchtet darüber hinaus ein "weiteres Drehen an der Stellschraube, wenn sich der Personalabbau bewähren sollte". Dann werde die Inspektion nachts nicht mehr besetzt sein. "Und wenn die Gaunerschaft mitbekommt, dass die Polizei nicht mehr so präsent ist, dann kommen wir in die Bredouille."

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