11.10.2017 - 16:20 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Bürgerversammlung in Vohenstrauß Telekom reißt Gräben auf

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ärgert sich über die Telekom. Grund sind die vielen Aufgrabungsarbeiten im Stadtgebiet, obwohl es oft heißt: "Nein, in diesem Bereich machen wir nichts."

Die Sommerblumenwiesen wie sie heuer im gesamten Stadtgebiet zu entdecken waren, gefallen den Bewohnern. Dafür gab's bei der Bürgerversammlung im Rathaussaal auch wieder einen Extra-Applaus für die städtische Bauhofangestellte Sabine Dworzak, die persönlich anwesend war.
von Elisabeth DobmayerProfil

Erst kürzlich aufwendig sanierte und neu asphaltierte Fußgängerwege wie im Fasanenweg und in der Haidaer Straße werden aufgerissen, obwohl die Kommune die Telekom noch vor der Sanierungsmaßnahme gefragt hatte, ob sie auch gleich Leerrohre einziehen wolle. Erst hieß es, dass dies nicht geschieht, ein halbes Jahr später sieht es ganz anders aus. "Da weiß die linke Hand nicht, was die rechte macht", kritisierte Wutzlhofer in der Bürgerversammlung im großen Rathaussaal, zu der am Dienstagabend 28 Zuhörer gekommen waren.

Sie ließen sich erst nach mehrmaliger Aufforderung durch den Bürgermeister aus der Reserve locken und zur Diskussion anregen. Josef Dobmayer wollte wissen, ob im Zuge der Rathaussanierung auch Ausbesserungsarbeiten im Rathaus-Café geplant wären. Von den Wänden und unter den Fensterbänken bröckle Putz ab. Bisher sei der Pächter diesbezüglich noch nicht an Außendienstleiter Karl Frey oder Bürgermeister herangetreten, hieß es.

Übers ganze Gesicht strahlend freute sich Erich Völkl über die Verwirklichung eines Aufzugs im Rathaus. Zudem wollte er wissen, ob die Stadt an Schutzstreifen für Fahrräder am Marktplatz denke. Völkl hatte auch gleich einen Vorschlag parat: "Entweder teilt man die bestehenden Gehwege oder markiert eigene Spuren auf der Straße."

Im Zuge des Ausbaus der Pleysteiner Straße könnte ein Radweg verwirklicht werden, da viele Badegäste die Strecke nutzten. Damit solle sich der Verkehrsausschuss beschäftigen, lenkte der Rathauschef ein. Allerdings machte er Völkl für einen Radweg am Marktplatz wenig Hoffnung, da die Straße nicht breit genug sei.

Außerdem müssten dann die ausparkenden Autos den Radweg überfahren, was ebenfalls eine Gefahr bergen würde. "Ich bin nicht gerade ein Freund so einer Ausweisung", merkte Wutzlhofer an. Demnächst werde der Gehweg zwischen Altenstadt und Vohenstrauß von der Tankstelle Dobner vorbei mit dem Verkehrszeichen "Für Radfahrer frei" beschildert, informierte Frey.

Applaus gab es für Sabine Dworzak aus Roggenstein, die beim Bauhof für die Bepflanzung der Beet- und Grünanlagen zuständig ist. Heiner Aichinger gefielen die Sommerwiesenstreifen im Stadtgebiet besonders, denn die lockerten die Straßen enorm auf.

Maximilian Kallmeier wünschte sich von der Stadt, dass sie bei der Verwirklichung der Photovoltaik-Freiflächen entlang der Autobahn ein Auge darauf haben, so wenig landwirtschaftliche Flächen wie möglich dafür zu nutzen. Amtsleiter Alfons Sier beruhigte, da er bereits mit einigen Landwirten wegen dieses Anliegens in Kontakt war. Sie seien von dem Vorhaben auch nicht begeistert, da ihnen die landwirtschaftlichen Flächen viel zu wertvoll sind.

Roswitha Wild prangerte an, dass das 2016 vom Verkehrsausschuss beschlossene absolute Haltverbot in der Oberlinder Straße noch immer nicht verwirklicht wurde. "Das wurde entschieden, aber technisch wurde es dann nicht umgesetzt", ärgerte sie sich. Frey schob den Markierern den schwarzen Schuh zu, die wegen des vollen Terminkalenders nur schwer zu ordern sind.

Immer weniger Einwohner

Wenn es so weitergeht, wird Vohenstrauß in ein paar Jahren nur noch 7100 Einwohner haben. Zwar seien die Geburtenzahlen von 2016 mit 43 Babys heuer bereits überholt (50), doch noch immer sterben mehr Bürger als neue geboren werden. Außerdem machte Bürgermeister Wutzlhofer Werbung in städtischer Sache. Falls jemand einen Kiosk-Betreiber für das Freibad wüsste, sollte der sich bei ihm melden. "Vohenstrauß verlangt auch keine Pacht."

Noch dazu werde die Kioskunterkunft jetzt komplett umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht. Mit der Anschaffung der neuen Drehleiter für die Feuerwehr rechnete die Stadt zwar noch nicht, aber ein TÜV-Sachverständiger ließ nach einer Inspektion keine Zweifel an sehr teuren Wartungsarbeiten an dem 26 Jahre alten Hilfsmittel.

Nachdem bereits seit langem zukunftsweisend für diesen Zweck gespart werde, habe sich der Stadtrat entschlossen, doch schon jetzt eine neue Drehleiter anzuschaffen. Mit geschätzten 650 000 Euro Kosten kann die Kommune auch auf etliche Zuschüsse vom Staat (236 300 Euro) und Landkreis (118 150 Euro) hoffen. Da es die einzige Drehleiter im Altlandkreis ist, sei der Nutzen nicht anzuzweifeln. (dob)

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.