Mehrheit stimmt für Variante ohne Neuanlagenquote
Stadt auf der Suche nach günstigem Ökostrom

Politik
Vohenstrauß
12.01.2018
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In einer größtenteils unspektakulären Tagesordnung der Stadtratssitzung ragte am Donnerstag ein Punkt heraus: Wolfgang Töppel hatte im Dezember schriftlich darum gebeten, von seinem Ehrenamt als Stadtrat aus persönlichen Gründen entbunden zu werden.

In dem Schreiben heißt es: "Ich bin stolz, dass ich seit 1984 einem Stadtrat angehören durfte, der sich immer kollegial und ausschließlich, ohne parteiliche Befindlichkeiten, für das Wohl der Stadt und seiner Bürger eingesetzt hat. Ich danke dem gesamten Stadtrat und allen Bürgermeistern während meiner Zeit als Stadtrat für die stets kollegiale Zusammenarbeit und hoffe, dass Sie, liebe Stadträte, meiner Entscheidung zustimmen. Ich wünsche Ihnen auch weiterhin eine glückliche Hand und gute Beschlüsse zur Fortentwicklung unserer Großgemeinde, zum Wohle aller Bürger."

Knappe Dankesworte

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wies darauf hin, dass seit 2012 ein Gemeinderatsmitglied sein Ehrenamt ohne Angabe von Gründen niederlegen kann. Allerdings müsse der Stadtrat dazu einen Beschluss fassen. Listennachfolgerin sei Ulrike Kießling. Töppel bedankte sich in der Sitzung in knappen Worten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er habe viel Freude an der Arbeit im Stadtrat gehabt, "auch wenn man nicht immer seine Meinung durchbringen kann". "In unserer Stadt läuft's. Und ich bin der Meinung, das wird auch weiterhin so bleiben." Die Verabschiedung wird in der Sitzung am 1. Februar über die Bühne gehen.

Auf den Weg bringen will der Stadtrat ein neues Sondergebiet für Lagernutzung am Schafhofweg hinter dem Freibad. Nachdem die 12 Parzellen des bisherigen Areals innerhalb weniger Monate veräußert waren, musste die Stadt handeln. Von den Fachstellen gibt es laut Geschäftsleiter Alfons Sier überraschenderweise keine großen Einwendungen gegen die beabsichtigte Ausweisung.

Debattierfreudig präsentierten sich die Räte bei der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung für 2020 bis 2022. In Kooperation mit dem Bayerischen Gemeindetag bietet die Kubus GmbH den Kommunen die Teilnahme an der Bündelausschreibung an. Vohenstrauß beteiligt sich zum dritten Mal an dieser Ausschreibungsart.

Thema elektrisiert

Streitpunkt war, ob Ökostrom mit oder ohne Neuanlagenquote gewählt werden sollte. Die Teilnehmer der Ausschreibung haben laut Kämmerer Rainer Dötsch die Wahl. Der Knackpunkt liege nach Aussage des Bürgermeisters vor allem im Preis: "Ökostrom ist schön und gut, letzten Endes muss ich aber auch auf die Kostenseite schauen. Deswegen bin ich für Ökostrom ohne Neuanlagenquote." Im Jahr 2016 zahlte die Stadt für die Stromlieferung 284 693 Euro. Martin Gleixner (Freie Wähler) und Gabi Eichl (SPD) sprachen sich für die Komponente mit Neuanlagenquote aus, zumal laut Gleixner nicht gewiss sei, dass diese Variante auch wirklich teurer sei. "Und selbst wenn der Strom dadurch 1 Cent pro Kilowattstunde teurer werden sollte, wäre das gut investiertes Geld." Bei diesen neuen Anlagen könne man sicherer sein, dass man den Kindern eine saubere Umwelt erhalte und Strom ohne Kraftwerksmüll geliefert bekomme. Eichl verglich das Ökostrom-System mit Bio-Artikeln. Es gebe sehr wohl Unterschiede.

Für die Mehrheit der Stadträte war ein wirklicher Unterschied der beiden Ausschreibungsalternativen offenbar nicht ersichtlich. In der Abstimmung wählten 8 Räte für die Variante mit Neuanlagenquote. 13 Stadträte votierten für die Ausschreibung ohne Neuanlagenquote.
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