SPD-Delegation besucht an Silvester BRK-Bereitschaft Vohenstrauß
Wille zur Helfer-Ausbildung fehlt

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (vorne, Zweiter von links) und Landtagsabgeordnete Annette Karl (vorne, Zweite von rechts) schauten an Silvester auch bei der BRK-Bereitschaft Vohenstrauß vorbei. Bild: dob
Politik
Vohenstrauß
02.01.2017
217
0

Von der Bevölkerung kommen keine Beschwerden, weil der Rettungswagen nun in Lohma steht. Diese klare Auskunft gibt BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Rath den SPD-Politikern an Silvester in der Bereitschaft.

(dob) Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und Landtagsabgeordnete Annette Karl hatten nachgefragt, da es offensichtlich in Waldsassen Anzeichen für einen eventuell zusätzlichen Rettungswagen-Stellplatz gebe. Die Verlegung von Vohenstrauß nach Lohma habe sich eingespielt. In der Bereitschaft Vohenstrauß stehe noch immer der Krankenwagen, die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst sowie der gesamte Katastrophenschutz, erklärte Rath. Keine Probleme gebe es auch bei den Einsatzzeiten, denn in zweieinhalb Minuten sei der Rettungswagen in Vohenstrauß.

Falsches Bild

Die neu in der ehemaligen Kreisstadt eingerichtete Helfer-vor-Ort-Gruppe (HvO) werde nur in solchen Fällen alarmiert, wenn Lohma verwaist sei und der Rettungswagen eventuell gerade im Klinikum Weiden zu tun habe, ergänzte Rath. Seiner Meinung nach zeichne sich immer wieder ein falsches Bild über diese HvO-Einsätze. Viele meinten, der HvO werde deswegen geholt, weil der Rettungswagen aus Lohma anfährt. Schon vor der Verlegung des Rettungswagens sei ein HvO-Standort für Vohenstrauß im Gespräch gewesen. Nur fehlte es an ausbildungswilligen Kräften, sagte der Sprecher. Die anfänglichen Kinderkrankheiten mit dem Digitalfunk gehörten mittlerweile der Vergangenheit an. Stellvertretender Rettungsdienstleiter Andreas Scheuner warb vor allem für die sprachliche Qualität des Funks, was sich auch jetzt bei der jüngsten Evakuierung wegen der Fliegerbombe in Augsburg bewährt habe. Die Einführung sei technisch problemlos über die Bühne gegangen.

Zeitaufwendige Schulung

Nur die Schulung, die es nicht unbedingt gebraucht hätte, sei sehr zeitaufwendig gewesenen. Nachdem Bereitschaftsleiter Johann Ram eingangs die Zahlen und Fakten des abgelaufenen Jahres in aller Kürze anriss, waren sich die Politiker einig: "Ohne euch wäre unser Land nicht das, was es ist. Die Strukturen des Ehrenamts sind bei uns einmalig." Ohne das Ehrenamt wäre die BRK-Arbeit nicht zu leisten, stellte auch Rath klar heraus.

Er freute sich, dass die Nachwuchsarbeit im BRK im Landkreis sehr gut forciert werde. Es sei nicht so einfach, in der heutigen Zeit junge Leute für diesen Dienst zu gewinnen. Während es bei der Wasserwacht noch Nachwuchs gebe, sehe es bei der Bergwacht schon anders aus. Die Lehrgänge hielten viele Jugendliche von einem Engagement ab.

Grötsch und Karl wünschten, dass die BRK-Helfer stets unbeschadet von ihren Einsätzen zurückkommen. Für Grötsch ist das Ehrenamt des BRK eines der anspruchsvollsten und gleichzeitig eines der attraktivsten überhaupt. Für den Waidhauser spannt es den Bogen des Hochwassereinsatzes in Simbach bis zum HvO, der an Heiligabend vor dem Christbaum sitzt und bei der Alarmierung ausrückt, um seinem Nächsten zu helfen. Oder es geht bis zu solchen Dramen, wie es am Kainzmühlstausee im zurückliegenden Jahr passiert ist. Deswegen gebühre den Mitstreitern großer Dank.

"Was hier an Ehrenamt geleistet wird, ist großartig", zollte auch Karl viel Lob. Für sie bedeute die ehrenamtliche Betätigung auch ein Stück Lebensqualität und sie trage nicht zuletzt zum Sicherheitsgefühl bei.

Bei der Helfergleichstellung befänden sich die Politiker mittlerweile auf einem guten Weg, um die längst überfällige Gerechtigkeitslücke zu schließen, informierte sie. Bislang haben Unterstützungskräfte von freiwilligen Hilfsorganisationen nur dann Ansprüche auf Freistellung oder Entgeltfortzahlung, wenn sie von der jeweiligen Integrierten Leitstelle bei Katastrophen oder einem Massenanfall von Verletzten alarmiert wurden. Nachdem Josef Dierl aus Waidhaus an Silvester 60. Geburtstag feierte, schickten die Politiker die besten Grüße an den ehemaligen Sanitäter.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.