13.04.2018 - 06:10 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Stadt Vohenstrauß verabschiedet erneut Haushalt ohne Kreditaufnahme Es klimpert im Stadtsäckel

Rekorde bricht der Vohenstraußer Haushalt 2018 nicht. Trotzdem ist Kämmerer Rainer Dötsch sehr zufrieden mit der finanziellen Entwicklung der Großgemeinde. Das sind wohl auch die Stadträte, die den Etat in der Sitzung am Donnerstag durchwinken.

Der Ausbau des Hütbrunnenwegs vom Gewerbegebiet Vohenstrauß Ost hin zur Kreisstraße NEW 32 nach Pleystein ist ein großer Ausgabeposten im Vermögenshaushalt 2018. Die Maßnahme wird rund 945 000 Euro kosten. Allerdings gibt es einen satten Zuschuss vom Freistaat. Bild: ck
von Christine Walbert Kontakt Profil

Der Finanzexperte der Stadt hatte den Fraktionen sein Werk vorab im Detail erläutert. "Es ist wieder ein Haushaltsplan ohne Kreditaufnahme." Dies sei umso erfreulicher, als dass er erneut ein stattliches Volumen von insgesamt 21,1 Millionen Euro aufweist. 2017 waren es mehr als 22 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt schließt mit einer Summe von 16,1 Millionen Euro.

Über 2,5 Millionen Euro können als Zuführung zum Vermögenshaushalt verbucht werden. Bei der Gewerbesteuer setzt Dötsch wiederum 2 Millionen Euro an. Vom Freistaat bekommt die Stadt über 3,5 Millionen Euro als Gemeindeanteil aus der Einkommensteuer und 2,1 Millionen Euro als Schlüsselzuweisung.

Sterben wird wohl teurer

Wie in jedem Jahr muss der Kämmerer beim Bestattungswesen einen Defizitbetrag tolerieren. Diesmal rechnet er mit über 47 000 Euro. Momentan werden im Friedhof Urnenfelder gebaut. Außerdem seien für die Sanierung des Leichenhauses 100 000 Euro eingeplant. "Für 2018 ist eine Neukalkulation vorgesehen", so Dötsch. Die Bürger werden sich danach auf höhere Gebühren einstellen müssen. Bei den Photovoltaikanlagen konnte die Prognose 2017 erreicht werden. Dötsch freute sich über Einnahmen von insgesamt fast 80 000 Euro. Damit liegen die Einnahmen um fast 47 000 Euro über der Summe der Ausgaben.

Zu den größten Ausgabeposten im Vermögenshaushalt zählen die Generalsanierung des Katholischen Kindergartens Don Bosco mit geschätzten Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt liege hier bei 992 667 Euro. Aktuell stecke man mitten im Förderantragsverfahren bei der Regierung und der Diözese. Die neue Drehleiter für die Feuerwehr Vohenstrauß kostet 645 000 Euro. Freistaat (236 300 Euro) und Landkreis (118 150 Euro) beteiligen sich mit Zuschüssen.

Geplant sei laut Kämmerer auch die Generalsanierung der Mehrzweckhalle. Die Stadt versuche derzeit, über das neue Förderprogramm der Regierung der Oberpfalz KIP-S (Schulinfrastruktur) einen 80-prozentigen Zuschuss zu ergattern. Für die notwendig gewordene Fenstersanierung an der Grundschule sind 300 000 Euro eingeplant. Auch im Freibad wird einiges passieren: Für den Ausbau des Kiosks hält der Kämmerer 15 000 Euro bereit. Die Wasserwacht bekommt eine Hütte, für die 35 000 Euro einkalkuliert sind.

Für den Glockenturm in Unterlind stehen noch Haushaltsreste von fast 40 000 Euro bereit. Dazu kommen 20 000 Euro für die Umgestaltung des Dorfplatzes. Hergerichtet werden die Pleysteiner Straße (150 000 Euro) und Lange Gasse (250 000 Euro). Außendienstleister Karl Frey plant wieder viele Straßenbaumaßnahmen. Für den Ausbau des Hütbrunnenwegs (vom Gewerbegebiet Vohenstrauß Ost zur Kreisstraße NEW 32 Richtung Pleystein) müssen 945 000 Euro bereitgestellt werden. Der Zuschuss vom Freistaat beträgt hierbei fast 580 000 Euro (61 Prozent). Unter anderem steht auch die Straße zwischen Erpetshof und Zeßmannsrieth (155 000 Euro) im Haushaltsplan. 60 000 Euro kostet voraussichtlich die Sanierung des Ostwegs kosten.

Stadt kauft Grundstücke

154 000 Euro wird die Stadt für den Erwerb von Flächen ausgeben. Unter anderem wird ein Grundstück in der Rathausgasse gekauft, um die Straße etwas verbreitern zu können. Für das Areal Prager Gasse/Winklergarten wird die Stadt 90 000 Euro berappen müssen. Durch den Verkauf von Baugrundstücken rechnet Dötsch mit Einnahmen von rund 450 000 Euro. "Das ist eine realistische Zahl. Die Nachfrage ist groß." Die Stadt seht also finanziell sehr gut da: Über 52 000 Euro fließen als Zuführung in die allgemeine Rücklage, die damit zum Ablauf des Haushaltsjahres auf stolze 4,8 Millionen Euro anwachsen wird. Der Schuldenstand beträgt dann 774 133 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Vohenstrauß sinkt weiter auf 104,75 Euro. Damit liegt die Kommune um 626 Euro (86 Prozent) unter dem Landesdurchschnitt.

Im Investitionsplan, der für die Jahre 2017 bis 2021 aufgestellt wird, stehen unter anderem die Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Baugebiets "Sommerwiesen", die Abwasserbeseitigungsanlagen Vohenstrauß und Böhmischbruck, Erweiterung des Gewerbegebiets, Breitbanderschließung, Sanierung von Wasserversorgungsanlagen und der Kauf des Gebäudes in der Wernberger Straße, in dem bislang noch die Zulassungsstelle (Landratsamt) untergebracht ist.

Freiwillige Leistungen

Die freiwilligen Leistungen der Stadt Vohenstrauß betragen 2018 insgesamt 180 050 Euro: Zuschuss an das Landestheater Oberpfalz (23 500 Euro), Sommerserenaden (2500 Euro), Beförderungskosten Kindergarten Roggenstein (1750 Euro), Beförderungskosten Kindergarten Don Bosco, Gottfried-Sperl und Waldkindergarten (7000 Euro), Zuschüssen an Wohlfahrtsverbände, BRK und Caritas (2500 Euro), Zuschüsse für Senioren (1500 Euro), Zuschüsse an Eltern von Neugeborenen (4000 Euro), Übernahme der Mietkosten Weidener Tafel (4000 Euro), Zuschüssen an Sportvereine (15 400 Euro).

Benutzungsgebühren von städtischen Einrichtungen für Sportvereine (92 000 Euro), Zuschuss für die Katholische Kirchenstiftung zur Sanierung des Pfarrheims in Böhmischbruck (4400 Euro), Zuschuss für Evangelischen Hilfsverein für Kleinküche im Kinderhaus (5000 Euro), Zuschuss für SV Waldau zur Beregnungsanlage mit Brauchwasserspeicher (7500 Euro). (ck)

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