02.03.2018 - 20:10 Uhr
Vohenstrauß

Stadtrat Vohenstrauß Über 5 Millionen Euro investiert

Von einem "wunderbaren Zahlenwerk" spricht Bürgermeister Andreas Wutzlhofer mit Blick auf die Jahresrechnung 2017. In der Stadtratssitzung gibt er dem Kämmerer deshalb die Erlaubnis, darüber auch einmal etwas länger als sonst zu referieren.

von Josef ForsterProfil

Ein monumentales Zahlenwerk, das im Verwaltungshaushalt mit 17,175 Millionen Euro und auf der Vermögensseite mit 7,442 Millionen Euro schließt, präsentierte Rainer Dötsch dem Gremium am Donnerstagabend. Zumal die Gesamtsumme aus 24,618 Millionen Euro die Planzahlen um 2,5 Millionen überschritt und damit eine Steigerung um fast 11 Prozent einherging.

Der Kämmerer führte dies im Wesentlichen auf eine positivere Entwicklung der Steuern, allgemeinen Zuweisungen und Umlagen zurück. In den Grunderwerb habe die Kommune im vergangenen Jahr 631 726 Euro und in Baumaßnahmen 4,168 Millionen Euro investiert, davon das Gros in den Tiefbau mit 3,361 Millionen Euro. Den Gesamtumfang der Investitionen bezifferte er gar auf 5,22 Millionen Euro und die allgemeine Rücklage konnte um mehr als 650 000 Euro aufgestockt werden.

"Wir hatten überall mehr Einnahmen, als veranschlagt." Dennoch gab Dötsch zu bedenken: "Das ist immer nur eine Momentaufnahme. Insofern wird sich das Ergebnis auch rückwirkend betrachtet noch ändern." Die Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von etwas über 4 Millionen Euro drückte am Deutlichsten die gute Bilanz aus, da vor einem Jahr nur mit 2,5 Millionen Euro gerechnet wurde. Nach einer Kredittilgung von knapp 380 000 Euro sinken die Schulden der Stadt auf unter 1 Million Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 128,23 Euro bei 7390 Einwohnern laut statistischem Landesamt entspricht, wobei der bayerische Landesdurchschnitt derzeit bei 705 Euro liegt.

651,80 Euro betrage aktuell das "Pro-Kopf-Vermögen", hielt Josef Haberkorn (CSU) ergänzend dagegen. Zum Defizit bei der Versorgung mit Trinkwasser verwies Dötsch auf Anfrage von Heiner Rewitzer (SPD) auf die Kalkulation, was dem vierjährigen Turnus geschuldet sei. Einstimmig ging das Zahlenwerk abschließend zur Prüfung an den örtlichen Rechnungsausschuss. Geschäftsleiter Alfons Sier erläuterte das Ergebnis der vorgebrachten Bedenken und Einwendungen zur Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebiets Vohenstrauß-Ost. Zu Wort gemeldet hätten sich lediglich das staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach und das Landratsamt Neustadt/WN. Von der Androhung eines Baus von Linksabbieger-Spuren in der Waidhauser Landstraße nahm der Stadtrat Kenntnis und vermerkte dies analog in dem ohne Gegenstimme gefassten Beschluss zur öffentlichen Auslage.

Künftige Interessenten an Gewerbeflächen würden zudem darauf hingewiesen, dass schallschutz-technische Gutachten einzuholen sind. Den erforderlichen Lärmschutzwall zwischen dem neuem Baugebiet "Sommerwiesen" und den Gewerbeflächen wird die Stadt in den kommenden Monaten mit überschüssigem Erdmaterial aus diversen eigenen Baumaßnahmen selbständig errichten. Der Bürgermeister informierte über die am Donnerstag erlangte Rechtskraft des neuen Baugebiets "Messerpaint" zwischen Unter- und Oberlind.

Platz für Urnen wird knapp

Thomas Gmeiner (CSU) sprach das Thema Urnenwand auf dem städtischen Friedhof an. Er wollte wissen: "Gibt es schon Ideen für die Erweiterung?" Es sei bereits etwas in Planung, bestätigte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, da "nur noch ganz wenige Nischen in den Urnenwänden frei sind". Noch eine Wand werde aber nicht kommen, da es dort schon jetzt - vor allem an Allerheiligen - für Besucher zu eng werde.

Es würde deshalb verstärkt auf größere freie Grabflächen hingewiesen, um dort Platz für Urnengräber anzubieten, welche die Bestatter selbst errichten. Darüber hinaus sei im neueren Friedhofsteil Richtung Badsteig eine zentrale Fläche für Urnengräber angedacht, wobei eine Ausführung der Einzelgräber in Kreisform geprüft werde.

Nach dem Ausbau des Braunetsriether Wegs beim neuen Baugebiet "Sommerwiesen" regte Bernhard Kleber (FW) eine Verkehrsschau zur Überprüfung möglicher Verbesserungen für die Verkehrsteilnehmer an. Als Sitzungstermin gab die Verwaltung hierfür Dienstag, 27. März, bekannt.

Die als öffentlicher Feldweg ausgewiesene Verlängerung der Gewerbestraße um die sich nach dem Parkplatz der Firma Schulte & Schmidt anschließende Wiese, wird auf einer Länge von 172 Metern bis zur Einmündung in die Waidhauser Straße aufgegeben. Zugrunde liegt der am Donnerstagabend verabschiedete Verkauf der entsprechenden Fläche. Die Beurkundung des Kaufvertrags kann jedoch erst nach Abschluss des Einziehungsverfahrens erfolgen, sobald die Thematik unanfechtbar geworden ist. Im Beschluss verankerte die Stadtverwaltung den Hinweis auf den Verlust jeglicher Bedeutung des Teilstücks für den öffentlichen Verkehr. (fjo)

Wir hatten überall mehr Einnahmen als veranschlagt. Das ist aber immer nur eine Momentaufnahme.Kämmerer Rainer Dötsch
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