12.01.2018 - 16:14 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Wolfgang Töppel legt nach 34 Jahren sein Mandat nieder Dienstältester Rat tritt zurück

Wolfgang Töppel feiert im Frühling 70. Geburtstag. Knapp die Hälfte seines Lebens gehörte der Architekt und Bauunternehmer aus Altenstadt als Mitglied der Freien Wähler dem Stadtrat an. Er hat die Großgemeinde Vohenstrauß dadurch mit geprägt. Zum 31. Januar will der dienstälteste Stadtrat nun sein Mandat niederlegen.

34 Jahre lang saß Wolfgang Töppel für die Freien Wähler im Stadtrat. Sein Fraktionskollege Martin Gleixner (rechts) wird mit Töppels Nachfolgerin Ulrike Kießling bald eine neue Nachbarin bekommen. Bild: ck
von Christine Walbert Kontakt Profil

Vohenstrauß.
(ck) Nach 34 Jahren fällt Töppel der Abschied aus dem Gremium nicht leicht. "Der neue Tag" sprach mit dem 69-Jährigen über seine Beweggründe und seine Bilanz.

Was ist der Grund für Ihren überraschenden Rücktritt?

Wolfgang Töppel: Da gibt es viele persönliche Gründe. Einer davon ist, dass ich gesundheitlich angeschlagen bin. Die ganzen Jahre war ich nicht viel daheim, auch wegen der Ehrenämter, die ich zwar gern machte, die mich aber schon auch gefordert haben. Meine Kinder waren auf einmal 18, und ich habe fast nichts von ihnen mitgekriegt. Da fragst du dich dann: Wie ist das jetzt passiert? Ich habe jetzt Enkel. Da will ich es anders machen.

Es wussten noch nicht viele von Ihrer Entscheidung. Wie fielen bislang die Reaktionen aus und was sagt Ihre Familie dazu?

Die Kollegen aus der Fraktion wehren sich nicht dagegen. Sie wissen, wenn ich mich mal für etwas entschieden habe, dann mache ich das. Auch die Familie ist dafür. Meine Frau sagt ja schon immer zu mir: "Was du dir dein ganzes Leben lang alles angetan hast."

Sie haben in all den Jahren mit verschiedenen Bürgermeistern und Stadtratskollegen zusammengearbeitet und Projekte mit auf den Weg gebracht. Was waren Ihre persönlichen Höhe- und Tiefpunkte in der Kommunalpolitik? Was hätten Sie im Rückblick lieber anders entschieden?

Ich hatte mit Politik eigentlich nichts am Hut. Franz Pausch hat mich 1983 überredet, mich für den Stadtrat aufstellen zu lassen. Damals war das noch die CWG. Platz 18 auf der Liste hat auch nicht geholfen. Ich wurde trotzdem reingewählt. Bei allen Bürgermeistern, ob Eichl, Pausch, Zilbauer oder Wutzlhofer - es war immer ein Konsens unter den Gruppierungen zu spüren. Auch wenn es manchmal Kontroversen gab. Danach konnte man sich immer in die Augen schauen.

Mir hat die Arbeit im Stadtrat wirklich Freude gemacht. Es waren viele Projekte dabei, auf die man stolz sein kann. Die Dreifachturnhalle zum Beispiel. Oder das rechtzeitige Agieren bei Wasser und Kanal. Die Kläranlage Kaimling/Roggenstein, bei der wir mit einer gemeinsamen Satzung für beide Orte gut gearbeitet haben. Wichtig war auch die Ausweisung von Baugebieten. Wir haben versucht, junge Leute in die Stadt zu bringen. Es gibt eigentlich keinen Punkt, den ich bereue oder jetzt anders machen würde. Das ganze Leben ist ein Kompromiss, und so ist es auch in der Politik.

Bei den Bürgern waren Sie als Stadtrat sehr beliebt. Nicht wenige hätten Sie sich als Rathauschef vorstellen können. Haben Sie je mit dem Gedanken gespielt, als Bürgermeisterkandidat den Hut in den Ring zu werfen?

Vor der Wahl 2008 wollte mich die Fraktion überreden, als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Für mich war das aber nie eine Option. Als hauptamtlicher Bürgermeister darfst du nebenbei nichts anderes machen. Ich hätte also für meinen Betrieb einen Geschäftsführer gebraucht. Das wollte ich nicht. Mir war mein Betrieb wichtiger.

Sie sind als Bauunternehmer und Förderer vieler Vereine im öffentlichen Leben sehr aktiv. Werden Sie auch hier kürzertreten?

Ich bin nicht mehr Obermeister bei der Bauinnung, nicht mehr im Präsidium des Landesverbands, nicht mehr im Verwaltungsrat der Volksbank. Ich bin nur noch im Gutachterausschuss, und den werde ich bei der nächsten Gelegenheit auch verlassen. Bei den Vereinen bleibe ich. Da habe ich ja keine Aufgaben oder Posten, die ich erfüllen muss.

Was geben Sie Ihrer Nachfolgerin Ulrike Kießling für ihre Arbeit im Stadtrat mit auf den Weg, und was werden Sie künftig am ersten Donnerstag des Monats am Abend machen?

Ich wünsche meiner Nachfolgerin, dass sie sich gut einarbeitet. Wir werden Frau Kießling gut vorbereiten. Sie ist sehr engagiert und wird das gut machen. Auch im Bauausschuss werden sie das ohne mich hinkriegen, obwohl ich es schon wichtig finde, dass im Stadtrat auch Handwerker sind, die ihre Erfahrungen einbringen können. Wir haben aber eine sehr gute Verwaltung, die weiß, was zu tun ist. Für die Donnerstagabende brauche ich mir nichts vorzunehmen. Ich habe genug zu tun. Am Bau brummt es gerade. Da wird es mir bestimmt nicht langweilig.

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