90. Geburtstag von Karl Federl
Lausbub im kaputten Bett

Zum 90. Geburtstag versammelte Karl Federl (Vierter von links) viele Gäste um sich. Neben Tochter Silvia (Dritte von rechts), Schwiegertochter Yvonne (rechts) und Enkelin Liesa (Zweite von links) gaben sich noch viele andere Gratulanten ein Stelldichein. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
08.12.2016
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Das Wort "Lausbub" hat für Karl Federl eine ganz besondere Bedeutung. Den Gästen seiner Geburtstagsfeier erzählt er die amüsante Geschichte gerne.

(dob) "Am Niklaustag bist du geborn und in Vohenstrauß a grouß gworn. A Lausbub bist gwen, des hams mir vazählt, hast die Moidla am Kopf gspuckt, des woll ma haid nimma seng", dichtete Federls Schwiegertochter Yvonne zum 90. Geburtstag des bekannten Vohenstraußers. Zum Vortrag setzte sie sich eine rote Zipfelmütze auf.

Viele Glückwünsche

Zahlreiche Gratulanten kamen am Nikolaustag ins Walter-Siegert-Caritasheim, um dem Jubilar alles Gute zu wünschen. Auch der Nikolaus brachte ein Geschenkpackerl und riet dem 90-Jährigen: "Feiern bis zum Abwinken." Auf eigenen Wunsch wollte Federl im Juni plötzlich ins Caritasheim einziehen. "Glei ganz viele Frauen umsorgen dich im neuen Daheim, so soll's noch ganz lange bleib'n", wünschte die Schwiegertochter weiter, die mit Federls Tochter Silvia sowie den Enkeln Felix und Liesa die Feier organisiert hatte.

Die Damen aus dem Seniorenheim nahmen ebenso an der Kaffeetafel Platz wie Dekan Alexander Hösl und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, denn Federl wollte viele Gäste beim nachmittäglichen Kaffeekränzchen um sich versammeln. Selbstverständlich haben auch die langjährigen Nachbarn in der Von-Löffelholz-Straße Federl nicht vergessen. Als ehemaliger Schulkamerad gesellte sich Philipp Gruber dazu. Richard Wagner stimmte "Hoch soll er leben" und "Zum Geburtstag viel Glück" an.

Federl wurde am 6. Dezember 1926 an der Von-Löffelholz-Straße geboren. Über die Reichsbahn kam er zum Fernmeldedienst. Später wechselte er nach Weiden und war unter anderem vier Jahre als Fachberater in Deutschland unterwegs, bevor er die Prüfungen für den gehobenen Dienst absolvierte. Als Techniker ging er in den Ruhestand. Am 22. Juli 1952 heiratete er vor dem Kooperator Albert Bachl in der Stadtpfarrkirche seine Ehefrau Gertraud.

"Was mit einem inszenierten Kuss auf der Theaterbühne begann, hat 50 Jahre gehalten", erzählt Federl die humorvolle Geschichte, wie er seiner Frau näher kam. Es war ein Theaterstück für das Rote Kreuz im Meier-Saal vor rund 400 Zuschauern mit dem Titel "Der Lausbou". Damals sei ungeplant das Bett zusammengebrochen und sorgte für Furore. Wenige Wochen später wurde dasselbe Stück noch einmal ohne Panne aufgeführt - und die Leute waren enttäuscht, weil eben diese spontane Szene fehlte. Federl wird sie wohl nie vergessen, denn damals hatte er sich doch in seine Gertraud verliebt, mit der er über 50 Jahre beisammen war und die Kinder Christian und Silvia großzog. 2002 starb seine Ehefrau.

Rat an Bürgermeister

Bis zum Umzug ins Altenheim betreute Svetlana Völkl den Jubilar. Federl nimmt nach wie vor an Gottesdiensten in der Stadtpfarrkirche teil und interessiert sich für das alltägliche Stadtgeschehen. Er klopft auch schon mal ans Bürgermeisterbüro und macht dem Stadtoberhaupt Verbesserungsvorschläge für den innerörtlichen Straßenverkehr.
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