27.04.2018 - 20:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Altenstädter Frauenbund ist eine Vorzeigegemeinschaft: Neues Modell funktioniert

Der Altenstädter Frauenbund entwickelt sich zu einer Vorzeigegemeinschaft in der Region. Mit einem neuen Modell erregt er in einer Frauenbundzeitschrift für Führungskräfte deutschlandweit Aufsehen.

"Ich will andere junge Frauen motivieren, sich für eine Mitgliedschaft beim Frauenbund zu entscheiden." Zitat: Julia Kiener
von Elisabeth DobmayerProfil

Altenstadt. Seit gut einem Jahr ist die neue Satzung des Katholischen Deutschen Frauenbunds mit weiteren Vorstandsmodellvarianten in Kraft. Die Zweigvereinsgemeinschaft gehörte mit zu den ersten, die eines dieser Modelle bei den Neuwahlen anwandte. Grund war insbesondere, dass einige Vorstandsposten seit längerem mit ein und derselben Person besetzt waren und diese Frauen ihre Ämter jetzt an Jüngere abgeben wollten.

Für die Neuwahlen nach dem klassischen Modell standen nicht genügend Kandidatinnen zur Verfügung, obwohl im Vorfeld viele Frauen angesprochen wurden. Deswegen entschieden sich die Frauen für ein Modell, bei dem nur noch drei Vorstandsämter zwingend vorgesehen sind. Im Dreier-Team wurden schließlich die Vorstandstätigkeit, die Finanzen und die Schriftführung aufgeteilt, ergänzt durch den erweiterten Führungskreis durch die Beisitzerinnen. "Schlanker leiten" - so funktioniert es. Vorsitzende Martha Bauer zog in der Jahreshauptversammlung nun erste Bilanz: "Nach dem ersten Jahr können wir positiv zurückblicken. Wir sind mit der Aufgabenverteilung bisher gut zurecht gekommen. Für uns war die neue Variante eine Gelegenheit, trotzdem eine aktive Vorstandschaft zusammen zu bekommen, ohne dass wir einzelne Kandidatinnen unter Druck setzen mussten, sich partout in den Vorstand wählen lassen."

Auch die Zahl der Aktivitäten zeigt, dass das Angebot nicht darunter gelitten hat, wie Johanna Gollwitzer vortrug. Vom Wohlfühlabend, Faschingsfeier, Energiehof Besichtigung, kirchlichen Festen im Jahreskreis bis hin zur Teilnahme an politischen Diskussionen war einiges geboten. Wichtig ist den Verantwortlichen des Zweigvereins, möglichst viele Themenbereiche abzudecken, so dass Bildung, sozial-karitatives Engagement, Kirche und Kultur, Kreativitität, sowie Gemeinschaft und Geselligkeit vertreten sind.

Neue Mitglieder

Neu in der Gemeinschaft sind Julia Kiener, Petra Lindner, Elisabeth Kick und Petra Hager. "Die Beteiligung vieler macht den Zweigverein lebendig und fördert die Identifikation mit dem Verband", erklärte Bauer.

Mit der 30-jährigen Julia Kiener setzte heuer eine junge Frau ein deutliches Zeichen für eine Mitgliedschaft im katholischen Frauenbund. "Ich will andere junge Frauen motivieren, sich für eine Mitgliedschaft zu entscheiden." Die zweifache Mutter sagt: "Der Frauenbund wie ich ihn in meinem Heimatort erlebe, ist keineswegs ein verstaubter und alternder Verein, sondern eine abwechslungsreiche Gemeinschaft."

Das Kursangebot sei vielseitig und abwechslungsreich. Sie könne es jedem Mädchen und jeder Frau nur empfehlen. Durch ihre Mama Ingrid, die seit Jahren für den Frauenbund im Ortsteil engagiert ist, kam Julia auf den Geschmack. Seit vielen Jahren hilft sie ihrer Mutter, dekoriert oder ist einfach zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Back- oder Kochkurse liegen bei ihr persönlich hoch im Kurs. "Da gibt es immer wieder neue Ideen und Anregungen, die man zu Hause sehr gut umsetzen kann." Doch auch die Tages- und Muttertagsfahrten findet Julia Kiener interessant. Zudem werde bei solchen Fahrten das Gemeinschaftsgefühl gepflegt. Nachdem sie vor zweieinhalb Jahren Sohn Max geboren hat und in wenigen Wochen das zweite Kind auf die Welt kommt, wollte sie nun offiziell beitreten.

Mit Abstand die Jüngste

Die Mitgliederzahlen stagnieren, weil meist nur so viele nachkommen, wie alte Mitglieder sterben, weiß Kiener. "Dem will ich entgegenwirken." Auch wenn sie mit Abstand die Jüngste ist, wie die Vorsitzende bestätigt. "Meist entschließen sich Frauen erst für eine Mitgliedschaft, wenn die Kinder flügge werden und sie wieder über mehr Zeit verfügen", so Bauer. Dass es auch anders geht, beweist nun Julia Kiener. Doch nicht nur in der Mitgliederwerbung ist der Altenstädter Zweigverein Vorreiter.

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung hielt Gemeindereferentin Christine Hecht zum Thema: "Das tut meiner Seele gut" eine Meditation, um positiven Gedanken nachzuspüren.

Ich will andere junge Frauen motivieren, sich für eine Mitgliedschaft beim Frauenbund zu entscheiden.Julia Kiener
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