16.04.2018 - 16:16 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Amtseinführung des neuen evangelischen Stadtpfarrers Schinke statt Schlinke

Es ist ein großer Tag für die evangelische Kirchengemeinde Vohenstrauß, als der neue Stadtpfarrer Dieter Schinke offiziell seinen Dienst antritt. Strahlender Sonnenschein sowie viele Kollegen, Gäste und Kirchengemeindemitglieder begleiten den gebürtigen Grafenwöhrer in sein Amt.

Per Handauflegung von Dekan Dr. Wenrich Slenczka und der drei Assistenten Ulrike Kießling, Pfarrer Ulrich Weicker aus Miesbach und Pfarrer Dr. Volker Wappmann (von links) wird Pfarrer Dieter Schinke die Kirchengemeinde übergeben. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

Sogar ein Schmetterling tanzte zu Beginn in der Stadtkirche voller Freude und entzückte die versammelte Gemeinde, die durchaus neugierig auf den neuen Pfarrer war, der, wie es hieß, nun zu seinen Wurzeln zurückkehrt. "Vohenstrauß hat einen neuen evangelischen Pfarrer", verkündete dann auch Pfarrer Nobert Schlinke aus Oberviechtach, der während der Vakanz-Zeit die Vertretung übernahm.

"De misericordiae Domini - Die Barmherzigkeit des Herrn", war der Sonntag passend überschrieben mit dem zentralen Bild vom "Guten Hirten", sagte Schlinke. Posaunenchor, Kirchenchor und an der Steinmeyer-Orgel Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser aus Weiden haben sich im Gottesdienst mit vielen anderen aus der Kirchengemeinde eingebracht und ihrer Freude um den neuen Pfarrer unter anderem mit dem Lied "Freuet euch allezeit" frohlockenden Ausdruck verliehen. Pfarrer Martin Schlenk aus Mitterteich als Vertreter aus dem Pfarrkapitel war es vorbehalten, die Einführungs-Urkunde des Landeskirchenrats der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für den neuen Pfarrer zu verlesen, in der die Übertragung der Pfarrei mit Wirkung ab 1. April 2018 beurkundet ist. "Diese Pfarrstelle wird Pfarrer Dieter Schinke mit allen Rechten und Pflichten übertragen. In Erinnerung an sein Ordinationsgelübde wird er verpflichtet, das Hirtenamt im Gehorsam und in Gottes Wort als Seelsorger und Prediger des Evangeliums gewissenhaft zu führen und sich mit seinem Leben so zu verhalten, wie es dem Auftrag entspricht." Landesbischof Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm unterzeichnete die Urkunde.

An einer Einführung sind traditionell auch Assistenten beteiligt, die Dekan Dr. Wenrich Slenczka mit Vertrauensfrau Ulrike Kießling, Pfarrer Dr. Volker Wappmann und Pfarrer Ulrich Weicker aus Miesbach, mit dem Pfarrer Schinke bereits seit der Zeiten des Predigerseminar sehr gut befreundet ist, vorstellte und die dem neuen Stadtpfarrer das Geleit gaben. "Es ist ein großer Auftrag, den der neue Pfarrer hier in Vohenstrauß übernimmt", meinte der Dekan. Diese Verantwortung müsse der Neue aber nicht allein tragen, denn es arbeiten viele mit, vom Diakon bis hin zu den Ehrenamtlichen.

An den Altarstufen stellte Slenczka dem neuen Stadtpfarrer die Einführungsfragen: "Lieber Bruder Schinke, bis du bereit, den Dienst eines Pfarrers in der Gemeinde Vohenstrauß zu übernehmen, mit dem Kirchenvorstand und allen die in der Gemeinde Dienst tun zusammenzuarbeiten und dein Amt so zu führen, wie du es zu deiner Ordination versprochen hast, zur Ehre Gottes und zum Wohl der Kirche, zu dem Zeugnis vor Gott und dieser Gemeinde?" Darauf antwortete Pfarrer Schinke: "Ja, mit Gottes Hilfe." Danach bat Dekan Slenczka auch alle Mitglieder des Kirchenvorstands, aufzustehen und fragte sie, ob sie bereit seien, Schinke als neuen Pfarrer anzunehmen, ihn zu unterstützen und mit ihm den Aufbau der Gemeinde zu dienen. Nach einem Segensgebet legten die Assistenten zum Klang der Kirchenglocken dem neuen Pfarrer die rechte Hand auf die Schultern und beschenkten ihm mit persönlichen Segenszusagen und Bitten.

Danach bestieg der neuernannte Stadtpfarrer erstmals die Kanzel zur Predigt, die die Kirchenbesucher gespannt erwarteten. Bezugnehmend zum Bild des guten Hirten, zeichnete der Prediger eine gewöhnliche Situation nach: "Es herrschte auf der Straße reger Ausflugsverkehr, plötzlich bremsen die Autofahrer. Ein Hirte zieht mit seiner Herde über diese Straße. Manche Fahrer trommeln nervös mit ihren Fingern, wann geht es endlich weiter?" In unserer modernen technisierten Welt, wo oft so viel Hektik und Geschäftigkeit da ist, half der Blick des Pfarrers, wo nicht "gerast sondern gegrast" wird. Menschen brauchen gute Hirten, die für sie da sind. Zuerst die Eltern, später auch Freunde, "die uns daran erinnern, was wichtig ist und was dem Leben Sinn gibt".

Menschen sind heute reich an materiellen Dingen, was sie sich leisten können. Aber nicht das Niveau des Wohlstands entscheidet darüber, ob ein Mensch Sinn und Glück findet und ob er ein erfülltes Leben hat, gab Schinke zu bedenken. "Die Seele braucht mehr." Hektik verbaut den Zugang zum Herzen. Schließlich dankte Pfarrer Schinke für die vielen schönen Begegnungen in Vohenstrauß, die er in den wenigen Tagen die er nun hier verbringt, schon erleben durfte und bekannte: "Ich bin sehr gerne in Vohenstrauß". Bis das Pfarrhaus renoviert ist, wohnt er bei Familie Münchmeier.

Ich bin sehr gerne hier in Vohenstrauß.Der neue evangelische Stadtpfarrer Dieter Schinke

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