14.03.2018 - 20:00 Uhr
Vohenstrauß

Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Vohenstrauß und Umgebung Jetzt auch Farmwild

Themen wie Düngeverordnung, Wolf, Afrikanische Schweinepest oder der Brexit beschäftigen die Landwirte. Bei der Bäuerlichen Schlachtgemeinschaft Vohenstrauß und Umgebung gibt es noch ein weiteres Problem, aber auch eine gute Nachricht.

Jürgen Hilburger aus Altenstadt und Josef Ebnet aus Waldthurn (vorne, von links) stehen an der Spitze der Bäuerlichen Schlachtgenossenschaft. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

Altenstadt. Durch den Strukturwandel verliere die Schlachtgemeinschaft weiter an Mitgliedern, informierte Vorsitzender Jürgen Hilburger in der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Schloßwirt". Aktuell seien es 158 und damit 5 weniger als im Vorjahr.

Das Schlachthaus an der Haidaer Straße wurde zu 84 Schlachtungen genutzt. Diese teilen sich in 8 Kühe, 7 Kalbinnen, 11 Bullen, 2 Ochsen, 12 Schweine, 16 Lämmer, 25 Schafe, 1 Ziege und 2 Rehe (Farmwild) auf. Somit verzeichnete Hilburger 23 Schlachtungen mehr als noch 2016. Sogenanntes Farmwild, das in Gattern oder Gehegen gehalten wird, dürfen die Genossenschaftsmitglieder erst seit kurzem schlachten. Im November kontrollierten Tierarzt Dietmar Schmid, Lebensmittelkontrolleur Johann Weigert von der Regierung der Oberpfalz sowie zwei Veterinäre des Landratsamts das Schlachthaus. "Die Prüfungskommission befand alles in Ordnung, und wir erhielten nun die Erweiterung unserer Zulassung und dürfen seit Mitte Dezember Farmwild schlachten", freute sich Hilburger über diese Aufwertung.

Fast der ganze Vorstand half im Juni mit, das Schlachthaus gründlich zu reinigen und Schäden am Putz auszubessern. Den Strom für das Gebäude bezieht die Schlachtgemeinschaft weiter von den Lechwerken zum Preis von 21,9 Cent pro Kilowattstunde und einem monatlichen Grundpreis von 9,72 Euro. Ein großes Lob ging an die Metzger Otto Peugler, Andreas Kick und Josef Prem für deren Arbeit und den pfleglichen Umgang mit den Geräten im Schlachthaus. Kassier Josef Prem legte einen umfassenden Kassenbericht vor, der keine Beanstandungen zuließ.

Die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft sei eine wichtige Einrichtung, hinter der 158 Familien stehen, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. "Hier werden für die Landwirte wichtige Themen angesprochen." Die Landwirtschaft habe es in der heutigen Zeit nicht gerade einfach. Die neue Düngeverordnung, die bewirken soll, dass weniger Phosphat und Nitrat in die Gewässer gelangt, das Thema Wolf, die Afrikanische Schweinepest und der Brexit werden auf den Rücken der Landwirte ausgetragen, meinte der Rathauschef. Deshalb sei es wichtig, kompetente Begleiter zu haben, die bei allen Fragen zur Seite stünden. Die Diskussion in der Bevölkerung sollten sich die Bauern nicht zu sehr zu Herzen nehmen, riet er. "Kopf hoch und alles Gute für die Landwirtschaft."

Den Wert einer eigenen Schlachteinrichtung erkennt man möglicherweise erst dann, wenn man sie nicht mehr hat, war sich der stellvertretende Kreisobmann Karl Bäumler aus Mallersricht sicher. Er habe die Erfahrung bereits in Weiden mit der Schließung des Schlachthofs gemacht. Er sprach von einem großen Vorteil, wenn man das eigene produzierte Fleisch verwenden kann. "Das hat einen viel größeren Wert."

Nicht nur Bioqualität spiele beim Verbraucher eine Rolle, sondern auch die Regionalität. Allein schon aus diesen Gesichtspunkten heraus sollte die Gemeinschaft unbedingt erhalten werden. Anschließend referierte Christian Magerl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg über die Düngeverordnung und deren Auswirkungen.

Neue Führungsriege

Das Ergebnis der Neuwahlen: 1. Vorsitzender Jürgen Hilburger aus Altenstadt, 2. Vorsitzender Josef Ebnet aus Waldthurn, Kassier Josef Prem aus Vohenstrauß, Schriftführer Hans Winter aus Wieselrieth. In den Beirat wurden folgende Mitglieder gewählt: Wolfgang Beierl (Obernankau), Johann Lindner (Erpetshof), Albert Danzer (Miesbrunn), Tobias Meißner (Lerau), Hans Eckl (Braunetsrieth), Georg Ertl (Altenstadt), Michael Mages (Lückenrieth), Franz Schaller (Bibershof) und Andreas Gruber (Lückenrieth). Zum Kassenprüfer wählten die 23 Stimmberechtigten wieder Günther Gollwitzer aus Altenstadt, der als Vertreter der Raiffeisenbank anwesend war. (dob)

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