15.02.2018 - 15:26 Uhr
Vohenstrauß

Bauausschuss Vohenstrauß Bürger sparen Trinkwasser

Trinkwasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel. Grenzwerte sind zu 100 Prozent einzuhalten. Seit Kurzem kommt mit der Feststellung der Radioaktivität ein neuer Messpunkt hinzu, informiert Bauamtsleiter Johann Balk den Bauausschuss über das Wasserwerk der Stadt.

Die Trinkwasserversorgung in der Großgemeinde ist sichergestellt. Vor Jahren wurden dafür schon entsprechende Weichen mit dem Hochbehälter am Fuße des Fahrenbergs getroffen.
von Elisabeth DobmayerProfil

"Wir haben ein deutlich niedrigeres Niveau bei der Wasserverbrauchskurve als noch das Jahrzehnt davor", war Balk zufrieden. Dies sei einerseits den Hinweisen zum Wassersparen und dem sorgsamen Umgang geschuldet, aber auch den immer besseren Haushaltsgeräten. Allerdings sei die Sparsamkeit nicht ganz umstritten, denn die Verbände weisen immer wieder daraufhin, dass ein gewisser Durchsatz an Wasser im Kanal- und Wasserversorgungsnetz erforderlich sei.

Den Wasserjahresverbrauch gab Balk mit 382 553 Kubikmetern an. Damit liegt er nur um gut 10 000 Kubikmeter höher als im Vorjahr. In Vohenstrauß wurden 206 050 Kubikmeter verbraucht und in Altenstadt 59 335 Kubikmeter (Altentreswitz: 3835, Böhmischbruck, inklusive der Ferienanlage Maximilianshof: 14 106, Erpetshof/Zeßmannsrieth: 7290, Kaimling: 12 558, Oberlind: 26 264, Roggenstein: 11 675, Waldau: 21 266). Außerdem wurden an die Gemeinde Leuchtenberg 20 174 Kubikmeter abgegeben.

Stabile Niederschlagsmenge

Seit den Höchstverbrauchsjahren 1992 (405 948 Kubikmeter) und 2003 (404 401) nahm der Wasserverbrauch konstant ab. Den durchschnittlichen Trinkwasserverbrauch pro Einwohner und Jahr gab Balk mit 38,039 Kubikmeter an. Diese Zahlen seien aber nur bedingt nutzbar. Mit 33 bis 40 Kubikmetern pro Kopf liege man im unteren Bereich des Verbrauchs deutschlandweit.

Recht stabil zeigte sich die Niederschlagsmenge in den vergangenen 20 Jahren. Pro Quadratmeter fielen 2017 887,20 Liter Niederschlag. Der höchste Niederschlag wurde im Oktober mit 104,8 Litern pro Quadratmetern aufgezeichnet und der niedrigste Wert im Januar 2017 mit nur 32,8 Litern. Der Wert von 2002 mit 1137,6 Litern pro Quadratmeter wurde seither nicht mehr erreicht.

Ebenso zeigte sich Balk mit den Quellschüttungen in den eigenen Tiefbrunnen relativ zufrieden. Die Jahresdurchschnittsleitung war im vergangenen Jahr 5,34 Liter pro Sekunde. Es werde versucht, zu 100 Prozent das eigene Quellwasser zu nutzen, bevor das Wasser der Steinwaldgruppe hinzukomme. Allerdings stellte Balk auch klar, dass sich die Quellen nie mehr so richtig erholt hätten, wie dies noch in den Jahren vor 2003 der Fall war. Die Kommune befinde sich jedoch in der glücklichen Lage, jede Quelle und Schüttung im Bedarfsfall zu ersetzen oder einzeln vom Wasserversorgungsnetz wegzuschalten.

An der Wasseranlage an der Neumühle ließ die Stadt eine UV-Anlage einbauen, die jedoch derzeit noch nicht in Betrieb ist. Somit laufe jedes Rohwasser in der Großgemeinde über eine Entkeimungsanlage. Trotzdem gebe es keine hundertprozentige Sicherheit. Dies habe sich 2017 in Kaimling gezeigt, denn dort mussten die Bürger das Trinkwasser über eine längere Zeit abkochen.

Zukauf aus dem Steinwald

Nachdem die Stadt für den Tiefbrunnen IV kein Wasserrecht mehr bekam, darf dieses Wasser nicht mehr eingespeist werden. Der Tiefbrunnen wurde abgeschaltet. Damit verbunden war ein erheblicher Wasserzukauf aus der Steinwaldgruppe. Derzeit verfüge die Stadt über eine garantierte Vertragsmenge des Steinwaldwassers von 210 000 Kubikmetern.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer informierte, dass der Druck auf die Steinwaldgruppe, deren aktuelle Höchstfördermenge sich auf 2,2 Millionen Kubikmeter belaufe, aus den Kommunen zunehme. Vohenstrauß habe sich bereits schon vor einiger Zeit mit einem weiteren Zukauf von 90 000 Kubikmetern Wasser rechtzeitig in Stellung gebracht. Im vergangenen Jahr wurden 205 564 Kubikmeter Wasser von Steinwald bezogen, und 2016 waren es 194 143 Kubikmeter.

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