13.05.2018 - 16:58 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Bierfilzlrocker geben Gastspiel im Lichthof des Gebäudes des Sportzentrums: Quartett philosophiert übers Altern

Wie gut Fußball und das Quartett der "Bierfilzlrocker" harmonieren, davon überzeugen sich am Samstagabend die Besucher im Sportzentrum. "Heute ist ein Tag, an dem einfach alles passt", resümierte der Vorsitzende der Spielvereinigung, Uli Münchmeier. 

Die Bierfilzlrocker Felix Kopp, Daniel Rudrich, Dominik Herzner und Michael Maier (von links) kümmern sich um die gefräßige Waschmaschine und runzlige Ellenbogenhaut, die sogar Ehen verhindern kann. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

Nur wenige Stunden sind da vergangen, seit seine Kicker einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt getan haben. Die Bezirksligisten entschieden ein kampfbetontes Spiel gegen die DJK Ensdorf mit einem 2:1 für sich. Am Abend war der Lichthof des Gebäudes im Sportzentrum mit rund 130 Zuhörern beim Gastspiel der "Bierfilzlrocker" gut gefüllt. Mit ihrem Programm "Langsam wer'n ma old", das sie angeblich in Vohenstrauß zum letzten Mal präsentierten, gaben sie preis, wie man sich mit Anfang 30 fühlt und Gedanken übers Älterwerden anstellt.

Konnten die Jungs früher noch drei Tage lang feiern und brauchten nur eine Mütze Schlaf, trinke man heute ein Bier und schlafe drei Tage. "Die Erinnerung lässt nach, und die ersten Wehwehchen an Körper und Geist machen sich bemerkbar."

Die vier Musiker waren dem Publikum keineswegs unbekannt. Felix Kopp, der waschechte Unterlinder, stand mit Dominik Herzner, Daniel Rudrich und Michael Maier auf der Bühne. Alle vier kennen sich vom Neustädter Gymnasium und leben ihre Freundschaft in besonderem Maße musikalisch. Sie beschreiben sich selbst als wahnwitzig und verrückt, bayerisch und weltoffen. Eine Symbiose aus musikalischer Raffinesse und Oberpfälzer Charme. Das Vergehen der Lebenszeit ist auch für die meisten Zuhörer eine bewusste Erfahrung. Ab einem bestimmten Alter ist man für sich selbst verantwortlich und so wissen die jungen Männer ganz genau über den Einkaufswahn bei Aldi Bescheid oder berichten über den Sockenschwund beim Waschen. "Mei Waschmaschin' frisst Socken mitsamt an Dreck. Die Technik macht mi fertig, drum steig i jetzt um aufs Waschbrett". Sogar Insiderwissen verriet Herzner und sorgte damit ein ums andere Mal für fröhliches Gelächter.

Idyllisch war danach die Beschreibung eines Sonnenuntergangs im Oberpfälzer Wald mit dem Quaken der Frösche. Dann reitet auch der Vater durch Nacht und Wind, "weil er den Heimweg nimmer find". Vorsorglich packte Dominik Herzner Kerzen ein, denn man weiß ja nie, wie es mit der Stromversorgung in Vohenstrauß klappt. Außerdem dienten sie als Requisite zum "Candle-Light-Biseln". Zum Älterwerden gehöre nach Bierfilzrocker-Meinung eine anständige Frau. Die ist aber nicht leicht zu finden. "Eine perfekte Frau - gibt's die überhaupt?" Nur ein ganz verhaltenes "Ja" kam aus dem Publikum, amüsierten sich die Musiker.

"Die eine ist zu gut aussehend, die andere zu intelligent." Dominik Herzner war schon knapp davor, dass er die Richtige gefunden habe. Schuld am Nichtzustandekommen einer Ehe war nur ihre runzlige Ellbogenhaut. Die Zuhörer erlebten jedenfalls einen amüsanten Abend.

 

 

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