29.06.2017 - 18:02 Uhr
VohenstraußOberpfalz

d'Woihauser Straßenmusikanten treten als urige Wirtshausgruppe im Stadtpark auf Loblied auf die Frauen

Nach einer Stunde sind "d'Woihauser Straßenmusikanten" bei den Serenaden fast auf dem Nachhauseweg. Schließlich müssen sie weiter nach Polen.

Eine urige Wirtshausmusik mit deftigen Sprüchen und bayerisch, böhmischer Musik gab es bei der fünften Serenade im Stadtpark mit der Gruppe "d'Woihauser Straßenmusikanten". Den mehr als 200 Zuhörern gefiel's.
von Elisabeth DobmayerProfil

(dob) Als die Musiker nach gut 60 Minuten die "traurige Nachricht" verbreiten, sie würden nun das letzte Stück spielen, da alles einmal ein Ende habe, da ernteten sie einen lauten Proteststurm der vielen Zuschauer, die sich im Stadtpark zum fünften Serenadenabend einstellten. Bestes Biergartenwetter war auch an diesem Abend angesagt. Kaum hatten die Musikanten auf ihren Stühlen Platz genommen, schon war das Publikum bester Laune.

Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer kündigte die bayerisch-böhmische Blasmusik an, die die Verbundenheit beider Länder eindrucksvoll zeige, die selbst der Eiserne Vorhang nicht trennen konnte. Das sei ähnlich wie mit der Liebe, die grenzenlos sei, unterstrich Gollwitzer bei seiner Begrüßung.

Für Lacher und Schmunzeln im Publikum sorgte immer wieder Moderator Markus Schwarz, der zwischendurch mit kultigen und derben Biersprüchen auflockerte. "Zum Lachen gibt's bei uns niad vül, weil wir hom selber nix zum Lachen", meinte er, bevor er "einen geschmeidigen Walzer" mit dem "Bradatsch"-Walzer ankündigte. Die Noten von einer Geige auf Trompeten umzuschreiben, das könne nur Chef Dieter Hanauer, gab er ein Lob weiter. Den Walzer nutzte gleich ein Zuhörer-Paar als Chance, um im Gras beschwingte Tanzrunden zu drehen.

Zenz hat einen Rausch

Danach folgte die "selbst gestrickte" "Präses"-Polka. Ein Prosit auf die Gemütlichkeit durfte ein ums andere Mal nicht fehlen, denn die Musikanten wollten den Getränkeverkauf bei der Feuerwehr ankurbeln. Nach zu viel Prosit passiere es dann aber auch schon mal, dass die Zenz einen Rausch habe, erklärte Schwarz. Deshalb folgte musikalisch "Blauer Morgen - Zenz'l". Weil die Musikanten immer viel unterwegs sind, würden sie zu Hause immer sehr freundlich von ihren Frauen begrüßt.

Aus diesem Grund folgte ein Loblied auf die Frauen mit "Alte, Alte, geih zeich ma mei Schuh aus". Vor den Musikanten war eine CD-Losbox aufgebaut. Da sollten die Besucher zwölf Euro hineinwerfen, dann bekämen sie die neueste CD. Eventuell schmeiße sie aber auch eine Niete aus, dann müssten sie den Vorgang halt wiederholen und nochmals Geld einwerfen, juxte Schwarz. Den Titel der CD "Trampel" spielten sie sogleich auf.

Erfolgreich als Laptop und Lederhose könnte die Musikantenrunde in ihrer urig, zünftigen Tracht mit technologisch-musikalischem Fortschritt bezeichnet werden. An diesem Abend fühlten sich die Waidhauser jedenfalls nach eigenem Bekunden "fast wei daham". Beim "Ale Muschi taky wöi" seien sogar die Sprachforscher überfordert, meinte Schwarz. Beim "Gäns san im Hobern", sang das Publikum wieder mächtig mit. Besungen wurde auch das "Untier", der Floh, mit seinen sechs Beinen der fröhlich durch den Stadtpark hüpfte.

Vorband der U 21

Die "Schnucki"-Polka hätte auf ihrer Amerika-Tournee niemand verstanden, deshalb hätten sie es kurzum auf amerikanische Art gesungen und im Handumdrehen sei das Lied ein echter Hit geworden, erfuhren die Zuhörer. "Auf der Vogelwiese" sollte eigentlich das Abschiedslied sein, "weil die Nachbarn jetzt schlafen gehen wollen" und die Musikanten nun als Vorband zur U 21 Fußball-Nationalmannschaft nach Polen anreisen müssten, sinnierte Schwarz humorvoll.

Doch mit einer Zugabe habe man schon gerechnet und sei auch vorbereitet. So durfte der "Böhmische Traum" nicht fehlen, als sich die Musiker als gute Freunde von einem höchst zufriedenen Publikum mit einem zustimmenden Lächeln und viel Applaus verabschiedeten.

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