Freiwillige Feuerwehr bewältigte im Jahr 2017 so viele Einsätze wie lange nicht mehr
Tödlicher Unfall an der Remmelberger Kreuzung verlangte auch psychisch viel Kraft von den Wehrleuten ab

Die Waldauer Feuerwehr und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) zeichneten langjährige Brandschützer aus. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
09.01.2017
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15 Einsätze hielten die Ortsteilwehr Waldau im 2016 ganz schön auf Trab. Im vergangenen Jahr leistete sie damit so viel wie seit langem nicht mehr. Das ist Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in der Jahreshauptversammlung im Gasthof Zilbauer jede Menge Komplimente wert.

(dob) Natürlich kamen auch die Heiligen Drei Könige zum Neujahrsgruß vorbei. Derzeit sind 44 Feuerwehrleute in Waldau aktiv. Den größten Part nehmen die technischen Hilfeleistungen ein. Dazu zählten vier Ölspurbeseitigungen, von denen sich eine von Bechtsrieth über Waldau bis Altenstadt verfolgen ließ und deren Beseitigung sich über mehrere Stunden hinzog. Dazu kommen Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen sowie eine Straßenreinigung nach einem Lkw-Schaden, ein Unwettereinsatz und eine Tierrettung. Kommandant Stefan Meyer erwähnte ferner vier Sicherheitswachen. 26 Feuerwehrleute leisteten 260 Stunden.

Die Einsätze würden auf viele Schultern verteilt, freute sich Meyer. Nachdem viele Kräfte zu den Einsätzen mittlerweile mit ihrem Privatauto fahren, sei die Abwicklung der Einsätze vereinfacht worden, beziehungsweise ein Nachfordern einer anderen Wehr nicht mehr nötig. Ziel sei es, auch im neuen Jahr mit den anderen Ortsteilwehren gemeinsame Übungen abzuhalten.

Aus Eigenmitteln schafften sich die Floriansjünger einen Rasentrimmer und einen Druckluftkompressor mit Haspel an. Mit der Druckluft werde das Reinigen der Geräte und der Schutzanzüge nach Ölspureinsätzen vereinfacht. Meyer wollte damit verdeutlichen, dass Privatspenden für das Feuerlöschwesen zur Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten verwendet werden.

Bei allen Festen dabei

Schriftführer Johann Wiesent erinnerte an viele gesellschaftliche Veranstaltungen der Feuerwehrleute im Ortsteil. Der Hausfasching mit der katholischen Jugend und dem Frauenbund steigt bereits am 11. Februar im Pfarrheim. Vor allem die kirchlichen Feste wären ohne Feuerwehr ein Stück ärmer, denn bei kaum einem Termin im Dorf ist die Wehr nicht mit ihrer Fahnenabordnung vertreten.

Zurzeit gehören den Waldauer Brandschützern 211 Mitglieder an, davon 22 unter 18 Jahren. Dazu kommen 8 Ehrenmitglieder. Es sei selbstverständlich, dass die Stadt die Wehr finanziell unterstütze und sie bestens ausrüste, unterstrich Bürgermeister Wutzlhofer, der zuvor den umfassenden Dank der Redner für gute Zusammenarbeit und finanzielle Zuwendungen entgegengenommen hatte.

Im Investionsbereich endete für die sieben Ortsfeuerwehren mit nur 50 000 Euro im Haushalt ein absolutes Ausnahmejahr. Für den laufenden Unterhalt dagegen wurden 200 000 Euro ausgegeben, allein für die Stützpunktwehr 120 000 Euro, verdeutlichte das Stadtoberhaupt.

Zweithöchster Zuschuss

Wenn er die vorhandene Einsatzbereitschaft registriere, dann sei das Geld bestens investiert. Der Feuerwehrnachwuchs werde durch die finanzielle Förderung der Stadt angespornt, war sich Wutzlhofer sicher. Nach Vohenstrauß stand Waldau mit 850 Euro Zuschuss immerhin an zweiter Stelle, anerkannte der Redner, der nicht verhehlte, dass die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren vor allem bei Tag immer schwieriger werde.

In Waldau brauche er sich diesbezüglich jedoch noch keine Sorgen machen. Wie gut die Wehrleute ausgebildet sind, zeigte sich bei dem schlimmen Unfall mit einem jungen Mann aus Moosbach, der mit einem Omnibus an der Remmelberger Kreuzung zusammengestoßen war. Beim Bayern-3-Dorffest in Moosbach vollbrachten die eingesetzten Floriansjünger eine gigantische Leistung, auch dank der Waldauer. Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer sprach Chronist Johann Wiesent ein Riesenlob für seine exakte, bebilderte Dokumentation aus. "Ihr habt eine Chronik die man weit und breit nicht findet." Danken wollte Rewitzer aber nicht nur den Aktiven, sondern auch allen Förderern und Gönnern, die ein Vorbild für die Jugend seien. Mit der Staatsstraße 21 66 hätten die Waldauer Feuerwehrleute einen Unfallschwerpunkt vor der Haustür. Die Einsatzkräfte seien stets mit viel Herzblut dabei, denn sie würden ohne Aufforderung sämtliche Leistungsabzeichen ablegen.

Dritter Kommandant?

Rewitzer informierte die Ortsteilwehr, dass sie jederzeit eine Kinderfeuerwehr ab sechs Jahren gründen könnte, allerdings sei dafür viel pädagogisches Gespür und viel Arbeit nötig. Außerdem gebe es nun die Möglichkeit, einen dritten Kommandanten zu wählen.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft werden Günther Anzer und Johann Stahl die Ehrungen nachgereicht. Das Vereinsabzeichen in Gold für 40 Jahre Mitgliedschaft bekamen Max Hermann, Andreas Kiesl, Georg Mages, Georg Sauer und Anton Braun. Für 25-jährige Mitgliedschaft überreichten Schwenke und Meyer das silberne Abzeichen an Bernd Hermann, Klaus Kopp und Manfred Rothe.
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