26.04.2018 - 12:08 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Geschenke werden Rudolf Voderholzer noch lange an den Altlandkreis erinnern Bischof beweist Ausdauer

Die vielen Geschenke, die er bei seiner Stippvisite durch den Altlandkreis und das Dekanat Leuchtenberg erhält, werden Bischof Rudolf Voderholzer noch lange an einen ereignisreichen Tag erinnern. Es gibt viel zu bestaunen.

von Elisabeth DobmayerProfil

Es war mitunter eine Reise zu den Zeugnissen der Vergangenheit. Deshalb durfte auch ein Besuch auf der Burg Leuchtenberg nicht fehlen, die der Bischof bisher nur vom Vorbeifahren kannte. Zur Region pflegt der Regensburger Oberhirte durch seine Mutter, die mit seiner Großmutter aus Kladrau geflohen war, eine besondere Beziehung. "Man glaubt kaum, wie unbehelligt man jetzt über die Grenze fahren kann", wunderte er sich dann auch beim Besuch in der Bundespolizeiinspektion Waidhaus.

Diese Begegnung wurde schier zur Herausforderung aller Beteiligten, denn durch das verspätete Eintreffen, das einem Übermittlungsfehler geschuldet war, drängte die Zeit, wie Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Franz als Leiter der Sicherheitsbehörde vermutete. "Ich könnte das nächste Mal ja auch einen Polizeihubschrauber schicken", meinte Franz augenzwinkernd.

An der Grenze

Dreh- und Angelpunkt des Pastoralbesuchs sollten Begegnungen mit den Menschen sein, die hier leben. Franz beschlich schon der Verdacht der visionären Voraussicht beim Bischof, als er die Agenda mit dem Besuch bei der Grenzpolizei las. Der Begriff Grenzpolizei würde die Landespolizei in diesem Jahr in Bayern besonders beschäftigen, führte er aus. In Waidhaus übernachte immer seine halbe Verwandtschaft, die Pfarrer Georg Hartl kenne, wenn sie das Patroziniumsfest im Heimatort seiner Mutter in Tschechien besuchten, erzählte der Bischof freimütig. Und auch die Asiamärkte sind ihm nicht fremd. Ab und an kaufte er dort schon einen Gartenzwerg für seine Verwandtschaft. Zusammen mit Siegfried Meckl, dem Chef der Polizeiinspektion Fahndung, die wohl bald wieder zur Grenzpolizei umgeschrieben wird, und dem Leiter der Kontrolleinheit Verkehrswege Regensburg, Robert Spreng, ließ sich der Bischof im Detail die enge Zusammenarbeit der drei Behörden am Kriminalitätsschwerpunkt Waidhaus aufzeigen.

Frage nach Kriminellen

"Hätten wir mehr Personal, würden wir auch mehr Aufgriffe vorweisen", so Franz. Angesprochen wurden auch die ehrgeizigen Pläne des Ministerpräsidenten Markus Söder, wieder Grenzpolizeiinspektionen zu schaffen. Wie viele Kriminelle letztlich ungehindert über die Grenze kommen? "Ich glaube, wir wollen das gar nicht wissen", hieß es.

In der Ökumenischen Autobahnkirche ließ sich der Oberhirte Details von Pfarrer Georg Hartl erklären und nach einem Gebet ging es in Richtung Eslarn zur "BaS", Kunststoffverarbeitungsbetrieb GmbH, einem Vorzeigebetrieb in der Region mit 150 Arbeitsplätzen. Geschäftsführer Fabian Bauriedl und Seniorchef Ludwig Bauriedl hießen erstmals einen Bischof im Betrieb willkommen. Für die Familie war das eine ganz besonders große Ehre und Freude. "So etwas werde ich nicht mehr erleben", war Ludwig Bauriedl überzeugt. Die jüngsten seiner Enkel überreichten dem Bischof Blümchen.

Bei einem Rundgang erklärten die Chefs die Firmengeschichte und die Betriebsabläufe. Oberste Prämisse: "Die Qualität muss passen. Dazu kommt eine termingenaue Produktion, dann regelt sich der Preis von selbst." Nach diesem Motto erarbeitete sich der Betrieb eine Spitzenstellung mit rund 18 Millionen Euro Jahresumsatz. Heuer werde sogar die 20-Millionen-Marke überschritten werden. Die sozial eingestellte Firmenleitung zahlt die Kindergartenbeiträge für den Nachwuchs der Bediensteten und schließe eine Zusatzkrankenversicherung für die Mitarbeiter ab. Ohnehin sei Bauriedl seit 1966 Kolpings-Mitglied und unterstützt die Pfarrei in den unterschiedlichsten Belangen finanziell, lobte Pfarrer Erwin Bauer. "Ich bin froh, einen solchen Betrieb in meiner Pfarrei zu haben". Der Bischof zollte dem unternehmerischen Geist der Familie viel Lob, die nicht nur die Gewinnmaximierung im Blick habe. Er brachte Rosenkränze mit seinem Wappen als Geschenk mit.

Inmitten der Kinder

Gelb-weiße Kirchenfahnen, die bayerische und städtische Flaggen sowie langes Glockenläuten empfingen den Bischof in Vohenstrauß. In der vollbesetzten Stadtpfarrkirche warteten bereits Hunderte Kindergartenkinder, Grundschüler und Buben und Mädchen des Sonderpädagogischen Förderzentrums mit ihren Lehrern aber auch Eltern mit Kinderwägen gespannt auf den Oberhirten. "Wir feiern heut ein Fest", stimmten die Chorkinder feierlich an. Genauso wie Jesus die Kinder beim Namen rief, lud der Bischof dann einige Kinder wie Emma, Philipp, Markus, Emmily und Jonas ein, zu ihm an die Altarstufen zu kommen. Manch einer kam zögerlich und mit einem etwas mulmigen Gefühl vorne an. "Habe ich was angestellt?" Gerne hätte er alle aufgerufen, sagte der Bischof. Er wollte nur zeigen, wie es ist, wenn man plötzlich beim Namen gerufen wird und nicht nur eine Nummer ist. Allen, die Markus hießen, gratulierte der Bischof zum Namenstag. "Gott hat ein großes Herz und er kennt dich beim Namen". Allen Kindern legte er dann seine Hand auf und segnete sie.

Ohne Pause ging es weiter nach Leuchtenberg. Kraftvoll bestieg der hohe Würdenträger mit Bürgermeister Anton Kappl den Burgfried und genoss eine wunderbare Rundumsicht in die Oberpfälzer Landschaft.

Sekt und Buch

In der ehrwürdigen Burgkapelle in Leuchtenberg verewigte sich Bischof Rudolf Voderholzer im Goldene Buch. Nachdem sich dort auch Markus Söder noch als Finanzminister eingetragen hatte und mittlerweile bayerischer Ministerpräsident ist, meinte Bürgermeister Anton Kappl: "Wer sich bei uns einträgt, wird sofort befördert. Ich glaube das dringt auch bei Ihnen durch". Als Geschenk hatte Kappl einen "Leuchtenberger Sekt" mit 22 Karat Blattgold und ein Oberpfälzer Burgenbuch für den hohen Gast auserwählt. (dob)

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