27.10.2017 - 20:10 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Große Visitation in der Pfarrei St. Erhard in Roggenstein: Haltet euch bereit

Was brennt den Pfarreien auf den Nägeln und wo steuert die katholische Kirche hin? Fragen, die Regionaldekan Manfred Strigl vom Haus der Begegnung im Johannisthal bei der Großen Visitation in Roggenstein im Blick hat.

Zur Großen Visitation kam nach zehn Jahren Regionaldekan Manfred Strigl vom Begegnungshaus Johannisthal in die Pfarrei St. Erhard Roggenstein und zelebrierte mit Pfarrer Gerhard Schmidt (rechts) einen Gottesdienst. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

Roggenstein. Der Eindruck, den er in der Pfarrei St. Erhard gewann, sei außergewöhnlich positiv gewesen, berichtete der Geistliche im Abschlussgottesdienst in der Pfarrkirche, den er mit Pfarrer Gerhard Schmidt zelebrierte. Es gebe breites Engagement und immer wieder neue Ansätze zur Belebung kirchlicher Traditionen und Arbeit. Der Ortsgeistliche habe ihm in den Vorgesprächen von vielen Helfern berichtet.

Kirchenpfleger Manfred Zeitler trug die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer vor. Der Regionaldekan gestand, dass er mit dem Besuch seine Bildungslücke schließen durfte, denn er sei noch nie in der wunderschönen Pfarrkirche St. Erhard gewesen. "Die Menschen kennen Mallorca, aber nicht die Heimat", merkte er humorvoll an. Mit dieser Pfarrkirche durfte er ein richtiges Kleinod kennenlernen, in der einem bewusst wird: "Gott ist da." Allein das Fenster der Verkündigung Mariens sei beim Hineingehen schon berührend.

Im Evangelium heißt es: "Haltet euch bereit." Darin stecke eine große Botschaft an uns alle. "Stellt euch zur Verfügung", schrieb der Apostel an die Römer. "Sich zur Verfügung stellen ist ein spannendes Thema." Gott selber stellte sich uns in seinem Tod und in seiner Auferstehung zur Verfügung. Er widersprach jeder Sünde. Im Gefolge Jesu befand sich auch der Roggensteiner Pfarrpatron St. Erhard. Der Geistliche erinnerte an die Entführung des Passagierflugzeugs "Landshut", das für eine Zeit stehe, in der Terroristen in Deutschland aktiv waren. Damals stellte sich sogar der Papst zum Austausch für die Geiseln zur Verfügung.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schenkte seiner Ehefrau eine Niere und stellte sich damit zur Verfügung. Oft mache solches "Zur-Verfügung-stellen" große Schlagzeilen. In der Pfarrei geschehe vieles im Stillen, einfach selbstverständlich. Ob in der Sakristei, bei den Besuchsdiensten, in den kirchlichen Vereinen, bei den Jugendlichen oder auf die Empore und an vielen anderen Orten mehr. Ideenreich und innerlich regelrecht brennend stelle sich Pfarrer Schmidt für die Pfarrgemeinde zur Verfügung, wie er in den Gesprächen erkennen konnte. Unterschiedliche Menschen, von den Betern im stillen Kämmerlein bis hinein zur Kirche, bringen Opfer der Liebe und Standhaftigkeit, ohne "großes Primbamborium". Strigl appellierte an die Gläubigen: "Halten Sie das durch, bleiben sie dabei, zäh und erfüllt." Zusätzlich gut unterrichtet über das Leben innerhalb der Pfarrgemeinde wurde der Geistliche anschließend bei der Zusammenkunft mit den Pfarrgemeinderäten und den Vertretern der Kirchenverwaltungen im Pfarrheim. Dort konnte sich der enge Mitarbeiter des Bischofs noch einmal eingehend ein Bild über die Patoralsituation vor Ort machen und mit den Teilnehmern diskutieren.

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